Tour i France: Der zweite Streich – Captiver les Champardennais

Foto: Ralf Bernert
Foto: Ralf Bernert

Nach der Rennstrecke bei Reims folgt die Champagne, ihre Rebstöcke und dann, als Höhepunkt der Genuss des Besten. Champagner für die Herren, ein Spaziergang im Grünen für den i8.

Epernay, die wahre Hauptstadt der Champagne. Nicht so gross wie Reims, nicht so touristisch. Eher gelassen, wunderbare, kleine Geschäfte mit Handwerkskunst und, natürlich Champagner. Marken, Namen, die man vermutlich ausserhalb Frankreichs lange suchen wird. Und gar nicht sucht, weil man sie nicht kennt. Die Strassen eng, Fachwerk überall, kleine Bistros, runde Tische, Stühle wie im Garten, Kellner mit langen Schürzen und der Kaffee kommt immer ohne lait. Unter uns die grossen Kellergewölbe und vorher der Ausflug ins Grüne.

 

 

Foto: Ralf Bernert
Foto: Ralf Bernert

 

 

Die Reben stehen Spalier. Grün und saftig die Trauben. Champagner sollt´ Ihr sein. Abgefüllt in Flaschen, edle Etiketten. Mit klingenden Namen, ein Wappen vielleicht, eine Geschichte im Namen. 1743 gegründet, mit dem Anspruch an höchste Qualität. Es perlt, es leuchtet gülden im Glas, man hält es am Stil, niemals leer trinken. Ein Rest bleibt, als Geste. Und jetzt der BMW i8, kein Trinker. Blau, mit den Flügeln eins Insekts, mitten im Grün, wie eine Erscheinung. Fremd, wie das Wetter. 220 Tage im Jahr Regen und nun Sonne pur. Blauer Himmel, keine Wolke weit und breit. Eine Message, eine Idee. „Lass´ doch den BMW mal durch die Reben spazieren.“ Das 300er Objektiv müht sich nach Kräften, der kleine, blaue, effiziente BMW läuft durch die Stöcke, die Parzellen, wie ein Besucher, ein Spaziergänger. Wie steht´s. Genug Zucker, genug Öchsle?

Und dann die Reise zum Paradies aller Champagner-Freunde. Moet & Chandon. Eine eiserne Einfahrt, das Tor öffnet sich langsam, vornehm, der i8 rollt lautlos hinein, nur der weiße Kies knistert. Parkieren vor dem Palais und dann hinein ins Maison. Eine Degustation der besonderen Art. Napoleon Bonaparte hat hier gespeist und Politik gemacht, Richard Wagner griff hier zur Feder und komponierte berühmte Stücke. Die Räume, wie aus einem Guss, Blattgold, weisser Marmor, Stuck, kunstvoll garniert, vielleicht für unsere Augen ein wenig too much. Vorsichtiges hinein tasten, das erste Glas Champagner. Jahrgang, perlend und so wunderbar ausgewogen. Ein Geschmack mit Gehalt, mit leichter Würze und dem Abgang eines Gastes, den man gerne immer wieder einladen möchte. Die Geschichte hinter Moet & Chandon ist reich an Historie, an Handwerk und Mühe. Man kümmert sich um die Tradition, die so reich an Facetten, so stark und so begeisternd ist, wie zweieinhalb Jahrhunderte nur sein können. Und dann der Rosé, leicht, eine Muse für den Augenblick, immer wieder der Blick ins Glas, das Leben darin hat Freude und diese Freude tanzt mit den Perlen. Zuschauen, und dann nach dem Streicheln des Gaumens, die Reise die Kehle hinab. Noch ein Gast, der stets willkommen ist. Und immer wieder der Blick in alle Richtungen.

 

 

Foto: Moët Hennessy
Foto: Moët Hennessy

 

Die Geschichte schaut zu, sie erzählt in Bildern, animiert die Phantasie, kunstvoll geschneiderte Roben, prachtvolle Gesten, lange geübte Bewegungen und Wortschlangen. Damals, als man in der Kutsche vorfuhr und die Pferde nebenan versorgt auf den Rückweg warteten, waren Wege noch weit, beschwerlich und laut. Nachher, wenn der i8 wieder seine Schwingen versteckt, der Elektromotor seine lautlose Arbeit aufnimmt, nachher werden Gaumen, Nase, Augen und Erinnerung noch lange an die Degustation denken. Auch weil zu jedem Glas eine Speise gereicht wurde, besser als in den meisten Restaurants. Abgestimmt, Teil des Ganzen, als Festival und auch als Bild für den Kopf. Das Kalbssteak, so zart wie ein Pudding, dazu der reifere Jahrgangs-Champagner und dann das Dessert. Keine Zucker-Stangen, keine Bombe Surprise mit Glanz und Gloria. Ein wenig Vanille, ein wenig Eis, ein wenig Crème. Dazu ein Rosé. Leise, vorsichtig aber immer präsent. Beide, Champagner und Dessert, ein Duett mit Stimme und Harmonie. Gleich weht ein kühler Wind. In den Keller. Epernay hat einen Untergrund. Einen wirklich eindrucksvollen Untergrund. Kellergewölbe mit langen, dunklen und feuchten Gängen. Der längste misst umwerfende 1.600 Meter. Überall Regale, Rüttelpulte und diese kleine Bahn, die Touristen aus aller Herren Länder in diese Welt entführt. Zehn Minuten dauert die Fahrt, mit Erinnerungen für ein paar Stunden kommt man wieder hinaus. Der i8 hat sich aufgewärmt, das Hotel wartet, Paris wartet.

 

Text und Fotos: Ralf Bernert

 

Foto: Ralf Bernert
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Foto: Ralf Bernert
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Foto: Ralf Bernert
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