S.T. Dupont: Das Cling aus Faverges

Man kann es sammeln, man kann es in der Hand halten und den Chinalack auf der Haut spüren, man kann eine Flamme entzünden und man kann darüber sprechen. Feuerzeuge von Dupont haben nicht nur einen guten Klang, sie sind auch ein Symbol.
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Der Name ist Synonym, Klang, Wertmaß und Tradition zugleich. S.T. Dupont sagt fast niemand, Dupont reicht vollkommen aus. Das S steht für Simon und T für Tissot. Der Rest ist Legende und Teil einer Geschichte, die vor mehr als 140 Jahren ihren Lauf nahm. Im späten 19. Jahrhundert wurden sehr teure Aktentaschen gefertigt. Aus feinstem Leder, bestens verarbeitet, edel, exquisit, teuer, Luxus. Diplomaten, bestens verdienende Manager und alle, die ihre Unterlagen nicht in irgendeine Tasche stecken wollten, nahmen Dupont in die Hand. Die Aktentasche der Champions-League war geboren. Das Geschäft bei S.T. Dupont lief gut, sehr gut. Man hatte Arbeit für 250 Menschen, teures, edles Gepäck, sogar der Louvre bestellte. Man war Hoflieferant. Bis in die Zwanziger Jahre des 20. Jahrhunderts lief alles wunderbar. Dann kam der Krieg, Leder wurde knapp und für andere Dinge gebraucht. Eine Idee, eine zündende, wurde gebraucht und man hatte eine. Feuerzeuge.

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Nun stand der Name Dupont kaum für einfache, dem Zweck des Entzündens einer Flamme auf sachliche Art und Weise erfüllende Feuerzeuge. Dupont stand und steht auch heute für die extravagante, mit den Werten echter Handwerkskunst verbundene Kreation, deren Wert nicht nur auf materiellem sondern auch auf ideellem Boden steht. Ein Feuerzeug aus den Händen der Dupont-Mitarbeiter sollte mehr sein, besser, schöner und wertvoller. Eine Besonderheit in den Händen des Geniessers, eine Besonderheit auf dem Tisch, in der Vitrine oder in einer Geschenk-Box. Als Zeichen besonderer Wertschätzung und auch eine Form der Verbindung aus Handwerk, Stil und Qualität. Kurz: Ein Feuerzeug von Dupont ist ein Luxus-Produkt, gemacht für Menschen mit dem Wunsch nach außergewöhnlichen Dingen.

S.T. Dupont und das Ritual des hohen A

Ein Block aus Aluminium ist der Anfang, eine Maschine stanzt dann die Rohlinge heraus, im Inneren der Tank für das Gas, die Technik ist bewährt. Die Walze an der Seite als Lebensspender und vorher die Magie.  Und am Anfang, der Deckel als Tonangeber, das hohe A ist die Erkennungsmelodie. Ohne das A verlässt kein Feuerzeug die Produktion. Es ist das Cling, das in aller Welt unter Kennern den Unterschied macht. Der Daumen macht diese Bewegung irgendwann automatisch, der Kopf des Dupont hebt sich, schwenkt nach hinten, verharrt und gibt die Gasdüse frei, der Daumen tritt wieder in Aktion und dreht die feine Walze, Zündung. Und dann der Abschluss, wieder der Deckel, wieder der Daumen, wieder das Cling. Ein Ritual, eine Fingerübung bloß und doch berühmt. Anfang der 50er Jahre wurde der Ton fast nicht gewürdigt. Man hörte einen Mangel, bis André und Lucien Dupont, die Söhne des Firmengründers, den Wert dieses Tones erkannten und kultivierten. Ein Dupont ohne Cling, unmöglich.

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Die Idee des exklusiven, wertvollen Feuerzeuges überzeugte die Kundschaft, überzeugt sie noch immer. Auch wenn das Cling heute nicht mehr so oft zu hören ist, in guten Smoking-Lounges ist es eine Erkennungsmelodie, eine Hommage an gute, alte Zeiten und ein Bekenntnis zu Kultiviertheit und Luxus.