Rolls-Royce Silver Shadow Restauration: Ein Erfahrungsbericht

Einen klassischen Rolls-Royce käuflich erwerben ist eine Sache, ihn in alltagstauglichen Zustand versetzen und erhalten eine ganz andere. Was man nach und vor dem Kauf eines Silver Shadow Baujahr 1979 erleben kann, zeigt der Bericht eines Exclusive-Life Lesers.
Warum erwirbt man einen Rolls Royce Silver Shadow II?

Da steht er nun. Rolls Royce Silver Shadow II, Baujahr 1979 (genau genommen Januar 1979), Erstzulassung 30. Juni 1979, gelaufen rd. 48.408 Meilen mit Leder in Claret Red (Code VM 3086) und Außenfarbe in Pewter.

Suche erfolgreich beendet, Mission erfüllt.

Gleichwohl stellt sich die Frage: Was machst Du da eigentlich? Rente ist nicht sicher, Schul- und Universitätsausbildung der Kinder werden noch teu(r)er, Sportvereine wollen auch immer mehr Geld, Benzinpreise steigen unaufhörlich (vom Gas bzw. Öl ganz zu schweigen), Butter wird auch nicht billiger. Und ich habe nichts Besseres zu tun als einen – für mich – bedeutenden Betrag in einen alten, im Allgemeinen als unzuverlässig bezeichneten Wagen zu investieren, der dann auch noch nicht alltagstauglich sein soll. Abgesehen von dem familiären Stresspotential solcher als Gemeinhin ‚Spinnerei’ bezeichneten Anschaffungen.

Sicherlich nicht weil es ein lohnendes Investment ist, wobei die Hoffnung noch mitschwingt, dass es nicht so schlimm wird wie damals bei der Deutschen Telekom (aber das ist eine andere Geschichte).

 Auch nicht aus Vernunftgründen. Dann wäre der Erwerb eines gut gepflegten Wagens aus deutscher Produktion gegebenenfalls der Vorzug zu geben, soweit Aspekte wie Wirtschaftlichkeit, Ersatzteilkosten und Verfügbarkeit von fachkundigen Werkstätten die bedeutende Rolle gespielt hätten.

 Was bleibt also, so traurig bzw. ehrlich es auch ist, sind allein irrationale Gründe: Träumereien, Kindheitserinnerungen, Erlebnisse in der Jugend, verschlungene Test- und Erfahrungsberichte aus den 70er und 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts, Kindheitsträume.

 

Wenn schon unvernünftig, warum dann nicht gleich konsequent und einen ‚richtigen’ Oldtimer wie bspw. Silver Cloud / S – Modell oder Silver Dawn / R- Type bzw. Mark IV? Diese Wagen sind mit Sicherheit eine reizvolle Alternative, allerdings nicht für mich auf der erwähnten irrationalen Ebene. Dann schon eher ein Carmargue. Dieser Typ wie auch Silver Shadow II bzw. Wraith und die jeweiligen T-Modelle (selbstverständlich inklusive der jeweiligen Coupe und Convertible – Ableger), sind Fahrzeuge meiner Jugenderinnerungen. Es sind Traumwagen aus meiner rein persönlichen Perspektive. Und da – wie bereits erwähnt – Vernunftgründe ausgeschlossen sind, spielt es auch keine gravierende Rolle, ob die Fahrzeuge der Baujahre von ca. 1970 bis rd. Anfang der 80er Jahre (angeblich) hinsichtlich der Produktionsqualität nicht immer die Erwartungen erfüllt haben. Abgesehen davon, dass die Produktion in der Regel nun auch bereits 30 Jahre zurückliegt und dieser Aspekt nicht das ausschlaggebende Argument für oder wider einem Fahrzeug sein kann.

Zwischenergebnis insoweit: es sollte ein Silver Shadow II sein, ggf. ein Shadow I. Allerdings wiesen alle Informationsquellen (im wesentlichen Fachzeitschriften als auch zu Rate gezogene Fachleute) darauf hin, dass einem Shadow II der Vorzug zu geben wäre. Abgesehen davon, dass mir persönlich die Optik des Shadow II besser gefällt. Bin halt ein Kind meiner Jugendjahre, mir gefällt auch ein Ferrari Testarossa. Und um den Anschein von Vernunft zu vermitteln sollte es ein Sedan sein und kein Coupe bzw. Convertible, damit auch die Familie in den Genuss des Wagens kommen kann.

Warum nun dieser?

Die Antwort: „Weil es keinen anderen gab“, ist genauso falsch wie zutreffend.

Sicherlich werden Fahrzeuge der Shadow – Reihen sowie die jeweiligen T – Modelle in nennenswerten Umfang angeboten, aber ‚so’ einen hatte ich bisher nicht gefunden.

In den letzten Jahren habe ich einen nennenswerten Teil meiner Freizeit mit der Suche und Begutachtung von potentiellen Fahrzeugen verbracht. Selbst enttäuschende Erlebnisse wie bspw. eine Probefahrt ohne Rückkehr (da der Wagen liegen blieb), konnten mich nicht abschrecken. Ein jeder hat mit Sicherheit negative Erfahrungen gemacht bei der Suche nach einem adäquaten Fahrzeug. Insofern waren dies wahrscheinlich die ‚üblichen’ Erfahrungen.

Schlussendlich war es der Hinweis eines anderen RR – Enthusiasten, der mich zu diesem Fahrzeug geführt hat. Da ich die Fahrzeuge immer anhand einer eigenentwickelten Checkliste (mehr oder weniger zusammengeschrieben aus den allgemein zugänglichen Informationen über diese Fahrzeugtypen) überprüfte und dieses Fahrzeug fast vollständig die Anforderungen erfüllte, stellte sich nun die Frage der Fragen: Handeln oder doch nur weiter reden, reden, reden.

Irgendwann muss einfach der Schritt getan werden, also warum nicht dann, wenn es jedenfalls scheint, dass eine gute Basis vorliegt. Hinzu kam, dass der Wagen die von mir gewünschten Anforderungen an die Optik erfüllte (dezente, aber nicht alltägliche Metallicklackierung; Innen rotes Leder, ein wenig frivol / extravagant, aber doch nicht zu ausgeflippt) sowie ein linksgelenktes Modell war.

Gesagt getan.


Und heute? Rund 8 Wochen und ca. 2.000 Meilen später. Wie sieht es jetzt aus? Zweischneidig.

Da sind zum einen Kosten. Es geht dabei nicht um die erwarteten Kosten für Benzin und Versicherung, sondern um die, die seit dem Erwerb aufgetreten sind, aber so nicht erwartet wurden. Es ist ein altes Auto, aber trotzdem hätte die Heizung funktionieren können (Klimaanlage hatten wir geprüft, waren allerdings Mitte Juni nicht auf die Idee gekommen die Heizung zu überprüfen). Ob Austausch und Ersatz von Zündkabeln, Teile des Wasserkühlers sowie Zahnriemen für die Lichtmaschine als auch diverse Schweißarbeiten am Auspuff altersbedingt begründet sind, sei dahingestellt. Gleichwohl kosteten die jeweiligen Reparaturen Geld.

Positiv sind die erfahrenen Reaktionen. Sowohl von Unkundigen als auch von fachkundigen Personen.

Auch von ‚unabhängiger’ fachkundiger Dritter Seite wurde mir mittlerweile bescheinigt, dass der Wagen sich technisch in einen guten Zustand befinde. Dieses Feedback hat doch das beschlichene schlechte Gewissen ein wenig beruhigt (Hintergrund: der Wagen wurde nach Inaugenscheinnahme eines auf RR – spezialisierten Fachmannes erworben, da der Wagen bei einem solchen Fachmann zum Verkauf stand.).

Aber am wichtigsten ist schlicht und ergreifend die Tatsache, dass die Benutzung des Wagens – trotz der oben erwähnten unerwarteten Wehwehchen – Spaß macht. Es ist einfach – Entschuldigung für die vulgäre Ausdrucksweise, aber es beschreibt am anschaulichsten – geil den Wagen zu fahren.

Damit steht das Fazit auch fest: Warum um alles in der Welt musste ich erst so alt werden um eine solche Entscheidung zu treffen?

Der Wagen ist alltagstauglich, relativ wendig, gut zu beherrschen und sehr angenehm zu fahren. Die mittlerweile zurückgelegten 2.000 Meilen wurden sowohl im Stadt- als auch Überlandverkehr gefahren. Ob Autobahn oder auch Innerorts, der Shadow ist mittlerweile die erste Wahl.

Wie geht es weiter: der Wagen wird weiterhin fast täglich eingesetzt werden (auch zum Einkaufen um die Ecke), Hohlraumversiegelung wird vor der kalten Jahreszeit noch erfolgen und demnächst wird das Holz aufgearbeitet.

Als Geburtstagsgeschenk habe ich von meiner Frau ein Fahrer – Intensiv – Training erhalten, welches kurzfristig in Angriff genommen werden wird. Natürlich mit dem Rolls-Royce.

Fast zwei Jahre nach dem Kauf, die Gesamtlaufleistung beträgt mittlerweile ca. 55.000 Meilen, somit sind mit dem Wagen insgesamt zwischenzeitlich rd. 6.500 Meilen zurückgelegt worden. Was ist bis heute  geschehen, und was ist geplant?

Hervorzuheben ist, dass selbstverständlich die nun im Folgenden geschilderten Aspekte rein subjektiv sind und nicht auf alle Shadow – Fahrzeuge übertragen werden können. Gleichwohl haben diverse Gespräche mit anderen Besitzern dieser Modellreihe (inklusive Shadow I sowie der Coupe- und Cabrio– Ableger) ergeben, dass eine gewissen Häufung einiger Probleme durchaus anzutreffen ist.

Vorweg sollte noch klargestellt werden mit welcher Philosophie der Wagen gewartet und genutzt wird: der Einsatz erfolgt quasi als Alltagswagen, dementsprechend hat das Fahrzeug vollfunktionstüchtig zu sein. Soweit Fehlfunktionen bzw. Ausfälle auftreten, sind diese in der Form zu beheben, dass das Problem – soweit technisch möglich – endgültig behoben ist.

Neben den üblichen, routinemäßigen Pflege- und Wartungsarbeiten, sind folgende Arbeiten in den letzten zwanzig Monaten angefallen:

Instandsetzung defekte Klimaanlage

wiederholte Gängigmachung der defekten Zentralverriegelung

Reparatur Wasserpumpe nach deren Ausfall mit weiterreichenden Folgeschäden, da Antriebswelle der Wasserpumpe sich bei Autobahnfahrt löste

Austausch von Zündkerzen als auch Zündkabel

Austausch der Zündanlage nach deren Ausfall

Einbau Lumination nach erneutem Ausfall der ausgetauschten Zündanlage

Auswechselung Hardy – Scheibe

Reparatur einiger Funktionen des Original – Radios (sowie Einbau iPod – Anschluss)

Eisstrahlen des Unterbodens sowie Aufbringung eines neuen Unterbodenschutzes

Resultierend daraus Karosseriearbeiten an beiden vorderen Kotlfügeln sowie Blecharbeiten zwischen Scheinwerfern und Stoßstange vorn sowie im Bereich der Frontscheibe als auch im vorderen Fußraum

Folge der obigen Arbeiten Nichtfunktion der Nebelscheinwerfer

Folge der obigen Arbeiten Undichtigkeiten der wieder eingesetzten Frontscheibe

Fehlfunktionen der Scheibenwischer

Ersatz des Anschlusses am Hydraulikbehälter, der korrosionsbedingt abgebrochen war

Neben der rein technisch notwendigen, ergänzend durchgeführte Arbeiten waren

Nanoversiegelung und Holzarbeiten

Geplante demnächst auszuführende Arbeiten:


Einbau einer etrac – Einheit

Ersatz von Lambwool rugs für den Fußraum der vorderen Sitze

Obige Auflistung im Einzelnen hier zu erläutern würde deutlich den angedachten Umfang sprengen. Insofern werden einige Bereiche schwerpunktmäßig dargelegt.

Ein Themenkomplex, der mir auch von anderen Besitzern häufiger als problematisch berichtet wurde, ist die Zündanlage bzw. die Zündkerzen sowie Zündkabel.

 Ob aus Kostengesichtspunkten oder weil gegebenenfalls die Problematik nicht gesehen wird, haben nicht korrekte Zündkerzen sowie Zündkabel doch einen wesentlichen Einfluss.

 Während es bei den Zündkerzen wichtig ist auf die richtigen Produkte zurückzugreifen, sind es bei den Zündkabeln eher altersbedingte Ermüdungserscheinungen, die einen Austausch angebracht erscheinen lassen. Ein simpler praktischer Tipp um die reibungslose Funktionsfähigkeit zu testen: Wagen in einem dunklen Raum (bspw. Garage) anlassen. Soweit im Motorraum kein Funkenflug oder ähnliches zu sehen ist, besteht kein Grund die Zündkabel als mögliche Fehlerquelle anzusehen.

Ist allerdings dagegen deutlich erkenntlich, dass elektrische Energie über Blitze abgegeben wird, sollte ein Austausch schleunigst erfolgen.

Daneben führte die Opus – Zündanlage zu einigem Verdruss. Bei voller Funktionstüchtigkeit Quelle reiner Freude, führte der altersbedingte Ausfall von einem Transistor dazu, dass eine Platine ausgetauscht wurde. Unglücklicherweise war das Austauschteil auch nicht fehlerfrei, so dass eine endgültige Problembeseitigung in Form des Einbaus einer transistorlosen Lumination erfolgte. Meine rein persönliche Erfahrung mit dieser Zündanlage ist sehr positiv. Auch ein befreundeter Corniche – Besitzer hat sich mittlerweile zum Einbau entschlossen, so dass Probleme aus diesem Bereich als beseitigt anzusehen sind.

Mein persönliches ‚Highlight’ war allerdings der Ausfall der Wasserpumpe. Von Bremen kommend auf den Weg nach Appendorn, entschied sich die Wasserpumpe auf der A 1 kurz vor Osnabrück bei ca. 120 km / h festzulaufen. Nach einem deutlich vernehmbaren Knall, verselbstständigte sich der vordere Teil und suchte seinen Weg in die Freiheit (nicht ohne noch Kühler, Keilriemen und andere technische Gerätschaften in Mitleidenschaft zu ziehen). Sowohl nach unabhängiger Einsichtnahme (der zu Hilfe gerufene ADAC) als auch RR- kundiger Inspektion durch die Werkstatt meines Vertrauens, handelte es sich hierbei um einen untypischen Mangel. Gleichwohl die Auskunft beruhigend wirkte, half es im konkreten auch nicht weiter. Neben Austausch der Wasserpumpe und des Ersatzes diverser Riemen, war insbesondere der Austausch des Kühlers notwendig geworden. Hierbei wurde auch gleich ein moderner Hochleistungskühler installiert. Ob dies nun die Begründung für die Temperaturunempfindlichkeit des Wagens ist, kann nicht beurteilt werden. Jedenfalls gibt es keinerlei thermische Probleme mit dem Wagen auch bei wärmeren bzw. heißen Verhältnissen inklusive Staus etc.

Dem Alter geschuldet war allerdings die kostenintensivste Instandsetzung. Ausgehend von der Tatsache, dass ein dreißigjähriger Unterbodenschutz nicht mehr die zugedachte Funktion erfüllen kann, war die Überlegung diesen beseitigen zu lassen und durch einen neuen zu ersetzen. Die Abtragung des alten Unterbodenschutzes erfolgte mit Hilfe von Trockeneis. Bereits dies führte zu ersten nicht erwarteten Feststellungen.

Trockeneis wird unter einem gewissen Druck auf die dementsprechenden Teile gehalten. Da das Trockeneis kalt ist, führte dies bei meinem Fahrzeug dazu, dass dementsprechend gespachtelte Blechpassagen aufbrachen. Im vorliegenden Fall waren dies insbesondere zwei kleinere Löcher auf den vorderen Kotflügeln (Annahme ist, dass früher dort Rückspiegel positioniert waren; siehe beispielhaft Foto).

Des Weiteren wurden schadhafte Teile im Unterboden ersichtlich. Neben dem Austausch einiger kleinerer Teile im Bereich des Auspuffs, wurde insbesondere deutlich, dass der vordere Fußraum auf der Fahrerseite stark von Rost befallen war (siehe Foto oben rechts).

Da bereits mit dem bloßem Auge erkenntlich wurde, dass auch im Bereich der A – Säule auf der Fahrerseite Rost möglicherweise sein Unwesen trieb, wurde dementsprechend eine umfangreiche Bearbeitung beschlossen (siehe Foto weiter unten).

Neben dem Austausch der schadhaften Bleche im Fuß- und Abgasbereich, erfolgten auch eine Verzinnung der offenen Stellen der vorderen Kotflügel sowie eine Rostbeseitigung am vorderen Fensterrahmen. Dies hatte dementsprechend zur Folge, dass quasi der gesamte Vorderwagen neu lackiert werden musste. In diesem Zusammenhang wurden auch nicht perfekt bearbeitete Blecharbeiten zwischen Frontscheinwerfern und Stoßstange (Annahme ist, dass hier ursprünglich die Scheinwerferwischer saßen) überarbeitet.

Daneben wurde auch eine Rostvorsorge an weniger offensichtlichen Stellen bzw. leicht versteckten Bereichen durchgeführt. Hier sind insbesondere die Trittleisten bei den Schwellern zu nennen wie auch Bleche, welche unten an der Innenseite von Fahrer- und Beifahrertür angebracht sind.

 Während es an Fahrer- bzw. Beifahrertür leicht zu Kontaktkorrosion kommen kann (Türen sind aus Aluminium, verwendete Bleche hingegen nicht), ist der Bereich der Trittleisten bei den Schwellern zu prüfen, da hier häufiger zwischen Trittleiste und Schweller ein Rostschutz fehlt bzw. bei den vorhandenen Bohrungen sich Rost bildet.

Zu guter Letzt erfolgte noch eine komplette Hohlraumversiegelung um den Wagen nicht nur mit dem Unterbodenschutz äußerlich zu schützen, sondern auch von innen.

 Ärgerlich an diesen Arbeiten war – neben dem Aspekt, dass ich lernte, dass das Einsetzen der Frontscheibe häufiger moniert werden musste, da diese undicht war – das der Wagen quasi als rostfrei verkauft wurde. 

Lehrreich war auch, dass zwar nach Abschluss der Arbeiten wie vereinbart der Rost beseitigt war und die Lackierung gut ausgeführt wurde, aber die Nebelscheinwerfer nicht wieder angeschlossen wurden.

 Andere weitere Arbeiten waren zwar teilweise zeitaufwendig, aber in der Regel grundsätzlich dem Alter geschuldet (defekt am Original – Radio, Fehlfunktionen Zentralverriegelung).

 Ein Defekt verursachte aber noch häufigere Werkstattbesuche: der Ausfall bzw. Teilausfall der Scheibenwischer.

 Während die Scheibenwischer zunehmend den Dienst verweigerten, wurde anfänglich auf ein mechanisches Problem geschlossen. Demzufolge wurde die Mechanik überholt. Gleichwohl trat der Fehler in der Folgezeit weiter auf. Als Fehlerquelle ergab sich schlussendlich ein Relais, dessen Austausch nun die vollständige Funktionsfähigkeit wieder hergestellt hat.

 Wie überhaupt sich bei einigen Defekten (sowohl am eigenen Fahrzeug wie auch bei befreundeten Royce – Fahrern) herausstellte, dass oftmals die zuerst verdächtigte Mechanik nicht Ursache des Problems war, sondern die Elektrik. Und hier doch einige Mal daraus resultierend, dass nicht genügend Strom durch die Leitungen an die Endabnehmer geleitet wurde (bspw. Kontaktkorrosion).

 So bleibt nach meinen bisherigen Erfahrungen festzuhalten, dass die ursprünglich mir zugetragene Empfehlung eine ADAC – Plus – Mitgliedschaft einzugehen, sich bisher zweimal als sehr nützlich erwiesen hat (einmal Abschleppen wegen Wasserpumpenschaden, zum zweiten wegen dem Ausfall der fehlerhaften ausgetauschten Zündplatine). 

Der Wagen ist seit den erfolgten Reparaturen Ende 2008 / Anfang 2009 zuverlässig. Und die häufig getätigte Aussage – je mehr der Wagen bewegt wird, desto besser fährt er sich – kann meinerseits nur unterstrichen werden.

Für mögliche Interessierte an diesem Typ noch eine Warnung: auch ein Shadow ist ein Rolls – Royce. Und gute Rolls – Royce gibt es nicht billig, auch wenn der Markt im Augenblick von billigen Fahrzeugen geradezu überschwemmt wird. Die kursierenden Werte über gute Shadow – Fahrzeuge (inklusive Wraith II) von mindestens 40.000 EURO für linksgelenkte Fahrzeuge ohne Reparaturstau sind nicht wirklichkeitsfremd.

Resultierend aus den bisher gemachten Erfahrungen, wären folgende Tipps abzuleiten:
Fahrzeuge der Modellgenerationen Shadow sind zum fahren gebaut, je mehr desto besser,
Bei möglichen technischen Problemen immer auch die Elektrik im Auge haben, mechanisch sind die Wagen ziemlich robust
Darauf achten die richtigen Ersatzteile und Flüssigkeiten zu verwenden (bspw. Zündkerzen und Hydrauliköl RR 363)
Rost ist wie Krebs; sofort dagegen vorgehen und dies konsequent.
Nach erfolgter Reparatur immer (!) überprüfen, ob die getätigten Arbeiten auch tatsächlich gemacht wurden und ob ggf. andere Bereiche betroffen sind.

Nach soviel kritischem noch ein Hinweis: der Wagen war nicht ohne Grund das bis jetzt erfolgreichste Modell aus dem Hause Rolls – Royce. Jede getätigte Fahrt spiegelt dies immer wieder wider!