Rolls-Royce Phantom Serie II DHC: Picknick mit acht Gängen

Die Karodecke und die Sandwiches bringt man mit. Der Champagner perlt ausreichend gekühlt im Kofferraum. Bis die richtige Stelle gefunden ist, läuft das Drophead Coupé der Serie II mit einem Fünftel Impuls über den Asphalt.
Exclusive-Life stellt das Über-Drüber-Cabriolet von Rolls-Royce vor.

 

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Die Serie I aus Goodwood läuft gut, alle drei Varianten der Phantom-Familie sind etabliert und haben ihre Fans. Das Drophed-Coupé aus dem Jahr 2007 haben wir bei einer Testfahrt in der Toskana erlebt und können bestätigen, dass man in Goodwood der Linie der grossen Cabriolets von Rolls-Royce treu geblieben ist. Nach sechs Jahren nun wurde das Cabriolet im Rahmen der Überarbeitung, so nennt das der Hersteller, optisch und technisch auf einen neuen Stand gebracht. Die Serie II zeigt auch bei der offenen Variante ein deutlich verändertes Gesicht, natürlich ohne auf die wichtigsten Insignien zu verzichten.

Zuerst die Pflicht. Die Serie II aus Goodwood wurde nicht nur optisch verändert, unter dem Blech und im Innenraum verbergen sich zahlreiche Verfeinerungen und technische Highlights, die man durchaus geniessen kann.

Was ist neu?
LED-Licht, Navi mit 3D und 8,8-Zoll-Monitor, Rund-Um-Sicht mit Fish-Eye-Blick durch fünf Kameras für mehr Sicherheit beim Rangieren und Parken, adaptive Scheinwerfer, Kurvenlicht, Wireless-Kommunikation für noch mehr Komfort beim Navi, mehr Sicherheit für die Insassen durch neue Crash-Pads in den Türen. Bessere Beschleunigung (0,6 Sekunden) und geringerer Verbrauch (minus 10 Prozent). Das neue Achtganggetriebe soll die Gangwechsel noch feiner gestalten, die 720 Newtonmeter noch besser zur Geltung bringen. Im Handschuhfach steht nun ein USB-Anschluss zur Verfügung, über den man die interene Festpallte mit Audiodaten beladen kann.

Und nun zur Kür. Die Designer bei Rolls-Royce haben das Drophead Coupé in seiner Pracht kaum angetastet. Die Strahkraft des Cabriolets ist noch immer unerreicht. Es gilt das Motto: Ein Rolls-Royce ist ein Rolls-Royce. Verwechslung unmöglich – Vergleiche nicht sinnvoll.

Nach einer Testfahrt mit dem Vorgänger und diversen Gesprächen mit Besitzern des Phantom Drophead Coupé der Serie I ist klar, dass dieses Cabriolet die Reihe der offenen Rolls-Royce sehr glaubwürdig in die Zukunft führt. Betrachtet man die Ahnengalerie der Phantom-Familie werden Linien und vor allem Motive deutlich, die eine gemeinsame Sprache sprechen. Ian Camreon hat die Sprache verstanden. Ein Phantom, ganz gleich ob Limousine, Coupé oder Cabriolet war und ist kein dem Understatement und der Machbarkeit geschuldetes Automobil. Ein Phantom aus dem Hause Rolls-Royce war und ist eine Ikone, die damals mit dem Slogan “Lautlos wie sein Schatten” beworben wurde. Heute könnte man hinzufügen: “Eindrucksvoll wie sein Name”.

In seiner modernsten Form ist das Drophead Coupé natürlich dem Zeitgeist gefolgt, die Technik und auch die Gesetzteslage fordern ihren Tribut. Dass die Ahnenreihe derer aus dem Geschlecht der Phantoms nun seit 2003 ein neues Kapitel erfuhr mag unter Beachtung strengster Vorschriften einiger Spezialisten eine riskante oder gar unübliche Vorgehensweise darstellen. Oder kurz: ein paar Leute nennen auch das Drophead Coupé einen BMW mit Rolls-Royce Badge, als wäre der Phantom aus Goodwood ein uneheliches Kind, dem das entscheidende Muttermal am Hintern fehlt. Das ist, mit Verlaub, Nonsens. Auch der Phantom ab 2003 trägt alle Insignen der Pahtom-Reihe vom New Phantom (oder Phantom I) bis zurm lezten Model, dem Phantom VI der bis zum Jahr 1991 in Crewe gebaut wurde.

Zwei Beispiele
Nachfolgend zwei Beispiele aus der Vergangenheit, an denen sich leicht ablesen lässt, weshalb ein Phantom aus Goodwood der Linie treu bleibt und als herausragendes Model von Rolls-Royce gelten kann. Dass der aktuelle Phantom weltweit als eine Besonderheit gilt, ist unbestritten. Allein der Auftritt sendet derart klare Signale aus, die Front mit dem aufrecht stehenden Kühlergrill, die monumentale Grösse der Karosse und die Motorisierung, dank der man auch ohne Getriebe wunderbar ruhig und kraftvoll unterwegs sein kann, sprechen eine klare Sprache. Beim Dophead Coupé der zweiten Generation wird das nicht anders sein. Die Konzentration auf die wesentlichen Merkmale eines grossen Rolls-Royce sind im Design und auch in der Technik nicht zu übersehen.

 

Foto: Ralf Bernert
Foto: Ralf Bernert
Foto: Ralf Bernert
Foto: Ralf Bernert
Foto: Rolls-Royce Motorcars
Foto: Rolls-Royce Motorcars
Foto: Rolls-Royce Motorcars
Foto: Rolls-Royce Motorcars
Foto: Rolls-Royce Motorcars
Foto: Rolls-Royce Motorcars
Foto: Rolls-Royce Motorcars
Foto: Rolls-Royce Motorcars
Foto: Rolls-Royce Motorcars
Foto: Rolls-Royce Motorcars
Foto: Rolls-Royce Motorcars
Foto: Rolls-Royce Motorcars
Foto: Rolls-Royce Motorcars
Foto: Rolls-Royce Motorcars
Foto: Rolls-Royce Motorcars
Foto: Rolls-Royce Motorcars
Foto: Rolls-Royce Motorcars
Foto: Rolls-Royce Motorcars
Foto: Rolls-Royce Motorcars
Foto: Rolls-Royce Motorcars

 

Die technischen Daten (laut Hersteller):

Motor: V12
Leistung: 338 kW/460 PS
Drehmoment: 720 Nm bei 3.500 U/min
Fahrleistungen:
0-100 km/h: 5,8 Sekunden
Top-Speed: 240 km/h abgeregelt
Verbrauch:
Ausserorts: 10,2 Liter / 100 km
Innerorts: 22,8 Liter / 100 km
kombiniert: 14,8 Liter / 100 km
Reichweite: 676 Kilometer
CO2: 347 g/km
Antrieb: Hinterrad
Getriebe: 8-Gang Automatik mit Heckdifferenzial
Karosserie:
Länge: 5.612 mm
Breite: 1.987 mm
Höhe: 1.566 mm
Radstand: 3.320 mm
Wendekreis: 13.1 m
Kofferraum: 315 Liter
Leergewicht: 2.630 Kg

Text: Ralf Bernert
Fotos Serie II Drophead Coupé: Rolls-Royce Motorcars
Fotos Klassiker: Ralf Bernert