Rolls-Royce Phantom Serie II: Frisches aus Goodwood

Rolls-Royce serviert in Genf ein frisches Menü. Sein Name: Phantom Serie II. Drei Varianten stehen auf der Karte, alle mit acht Gängen und neuem Design, zumindest ansatzweise.
Exclusive-Life zeigt zunächst die Limousine.

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Herr Müller-Ötvös schaut ernst ins Publikum, fast zu ernst. Eigentlich könnte er auch hin und wieder lächeln. Die Geschäfte laufen gut, man kauft Rolls-Royce und daran wird sich in den nächsten Jahren vermutlich wenig ändern. Die Märkte verschieben sich, in Goodwood schaut man nun sehr oft nach Asien, nach Russland und in den Orient. Europa läuft gut, die USA machen einen guten Eindruck und in der deutschen Hauptstadt eröffnet bald ein neuer Händler seinen Showroom, man kann mit einem weiteren Händler in Hamburg rechnen. Deutschland hätte dann vier Anlaufstellen um sich einen Rolls-Royce zu kaufen. Aber Herr Müller-Ütvös schaut ernst, steht breitbeinig vor den Journalisten und spricht laut und hart von den Werten der Marke Rolls-Royce, die man vor Jahren gekauft hat, er spricht vom neuen Werk in Goodwood, dem Erfolg des Ghost und natürlich vom Phantom, den man getreu dem Motto der Herren Rolls- und Royce immer weiter verbessern wolle, ja müsse. Nach Minuten wird das Licht getimt, die drei Autos auf der Bühne werden blitzartig von ihren Tüchern befreit und die Limousine in der Mitte rollt nach vorn, der Phantom Serie II zeigt sein Gesicht.

Die Augen des Phantom wurden begradigt, rund ist out, LED ist in. Fast verkniffen schaut die gigantische Limousine drein. Der Stossfänger sitzt unter den Leuchten wie eine Projektionsfläche für britisches Lichtspiel aus dem Hause Rolls-Royce. Darunter warten drei Öffnungen auf Frischluft die weiterhin mit bis zu 240 km/h eingefangen werden soll. Zwischen den Ausläufern der Kotflügel sitzt der Grill mit Dach, Logo und der Dame, deren Alter jeder kennt. Der Hersteller begründet die Veränderung der Beleuchtung mit modernster Technik, die man nun auch im Phantom geniessen könne. Man spricht von Kurvenlicht und adaptiven Scheinwerfern, die wie eine Niveauregulierung die Geschwindigkeit des Wagens erkennen und die Lichtkegel automatisch anpassen können. Ob dies mit runden Leuchtausschnitten auch funktioniert, wurde weder in Genf noch in der Pressemitteilung erwähnt. Vielleicht hat man sich aber auch am Ghost orientiert, der ebenfalls je zwei rechteckige Leuchteinheiten besitzt. In der oberen kann man allerdings jeweils aussen runde Leuchten erkennen.

Unter der Fronthaube arbeitet weiterhin der V12 mit 6,75 Liter Hubraum. Das Verhältnis Leistung-Verbrauch soll sich dank einer noch besseren Zusammenarbeit von Motor, Einspritzung, Getriebe und Differenzial um zehn Prozent verbessert haben. Genauer: Der Phantom Serie II verbrennt weniger Treibstoff. Beim Getriebe haben die Chauffeure nun acht Vorwärtsgänge zur Verfügung. Natürlich wird der Lenkradhebel weiter nur zwischen Vorwärts – Rückwärts unterscheiden. Aber die Laufruhe des Wagens dürfte nun dank des neuen Getriebes noch einen Tick besser werden, wenn das überhaupt möglich ist.

Vor der Fahrt werden Chauffeur und Passagier nun dank eines grösseren Monitors gemeinsam über die Bedienung des neuen Navi-Systems sprechen können. Fahrer der 7er-Baureihe sind hier im Vorteil, sie werden die meisten neuen Funktionen bereits kennen.

Und nun noch ein Zitat: „Strebe nach Perfektion bei allem, was du tust.“ Sir Henry Royce wusste, wie man Mitarbeiter und Kunden motiviert. Ob der Phantom Serie II diesem Motto folgt, muss eine Testfahrt klären.

Text: Ralf Bernert
Fotos: Rolls-Royce Motorcars