Rolls-Royce Dawn: Morgenröte aus Goodwood

Rolls-Royce Dawn Aufmacher

Vier Sitze, jeder einzelne eine Oase. Der Rolls-Royce Dawn soll eine neue, jüngere Klientel ansprechen und das nicht nur mit der feinen Wucht von 570 PS oder der üblichen Handwerkskunst an Bord. Der Dawn soll die Lust auf Luxus und Stil unter freiem Himmel in die Moderne führen.

Sexy ist er. Sagt Rolls-Royce Torsten Müller-Ötvös. Der CEO von Rolls-Royce hat sein jüngstes Pferd im Stall mit einem breiten Lächeln in Frankfurt präsentiert. Eine neue, junge Zielgruppe soll er begeistern. Mit Fahrleistungen, Stil und Souveränität. Der V12 unter der Fronthaube ist ein Gedicht, man kann cruisen bis die Sonne wieder aufgeht und dann anhalten. Weil der Morgen in seiner schönsten Form aufwacht und die Logenplätze mit feinstem Leder und Stickwerk versehen sind. Es gibt also wieder ein Cabriolet der Über-Drüber-Kategorie. Nun kann das Drophead Coupé aus der Phantom Baureihe in den wohlverdienten Kreativ-Urlaub rollen.

Rolls-Royce Dawn oben

Bis wir an dieser Stelle ein paar Sätze über die Fertigkeiten des jungen Dawn aufschreiben können, wollen wir in einem Absatz ein wenig über den Silver Dawn erzählen, denn der ist nicht nur Namensvetter, er ist auch Inspiration.

Der Silver Dawn hat eine Geschichte. Keine allzu lange oder sehr aufregende, Bentley spielt eine Rolle und der Kofferraum, denn seine Größe entschied vor mehr als 50 Jahren darüber ober der Silver Dawn nun mit dem Zusatz „small boot“ oder „big boot“ versehen wurde.

Der Rolls-Royce Dawn soll den Silver Dawn beerben

1949, also in den aufregenden Zeiten direkt nach dem Krieg, stand der Dawn bei den Händlern. Die Konstruktion stammte noch aus den Vorkriegszeiten. Der Silver Dawn war der erste Rolls-Royce, dessen Karosserie im Werk in Crewe gefertigt wurde. Da der Silver Dawn anfangs ausschließlich für den Export gedacht war, sind Rechtslenker sehr selten. Von den insgesamt 761 Exemplaren, wurden nur sehr wenige offene Varianten gebaut. Im Bild unten ist der Dawn Drophead Coupé von Park Ward zu sehen. Der Wagen war zum großen Teil mit dem Bentley Mark VI identisch. Der Dawn war recht ordentlich motorisiert. Mit dem 4 ¼ Liter Reihensechszylinder konnte den Wagen auf rund 150 km/h beschleunigt werden. Ab 1951 wurde der Hubraum auf 4.556 ccm erhöht. Er wog rund 1.600 Kilo. Der Radstand betrog 3.048 mm. 1954 musste man für den Dawn mit Standardkarosserie rund 4.700 Pfund bezahlen.

Rolls-Royce Silver Dawn Park Ward

Und nun zum Dawn ohne Silber. Die Zylinderzahl hat sich verdoppelt. Beim Hubraum reichen 6,6 Liter. Die Leistung wird mit 570 PS angegeben und das reicht locker für Tempo 250. Den Sprint aus dem Stand, Rolls-Royce Besitzer interessiert das wohl weniger, schafft der Dawn in knackigen 4,9 Sekunden. Geschaltet wird über eine 8-Gang-Automatik von ZF. Die Schaltung ist GPS gesteuert, das Getriebe kann also vorweg den richtigen Gang einlegen und so eine Steigung noch besser erklimmen. Beim Thema Technik und Kommunikation steht der Dawn dem Coupé Wraith in nichts nach. Das Cabriolet ist ganz der Selbstfahrer-Wagen. In 22 Sekunden befreit sich der Dawn von seinem gewaltigen und extrem hochwertigen Stoffdach. Man sogar die Mütze bis Tempo 50 km/h schließen oder öffnen. Laut Rolls-Royce soll die Qualität des Verdeckes den Dawn zum leisesten Cabrio der Welt machen. Wir glauben das nach den Erfahrungen im Phantom Drophead Coupé sehr gern.

Die Frage nach dem Preis stellt sich nur theoretisch: 329.630,00 Euro inklusive MwSt. Damit ist der Dawn die Nummer Eins unter den wirklich exklusiven Cabriolets. Wenn man Klassiker nicht berücksichtigt. Wer sofort bestellt, muß mit einer Wartezeit von mehr als einem Jahr rechnen.

Rolls-Royce Dawn. Western Cape, South Africa.

Photo: James Lipman
Rolls-Royce Dawn. Western Cape, South Africa. Photo: James Lipman

Text: Ralf Bernert
Fotos und Video: Rolls-Royce Motorcars

Fahrbericht Rolls-Royce Phantom Serie II Drophead Coupé
Fahrbericht Rolls-Royce Ghost
Fahrbericht Rolls-Royce Wraith
Fahrbericht Rolls-Royce Phantom Serie I Coupé

Und hier noch mehr Daten zum Rolls-Royce Dawn (Herstellerangaben):

Motor: V12 Bituro
Hubraum: 6.592 ccm
Leistung: 420 kW / 570 PS bei 5.600 U/min
Drehmoment: 780 Nm bei 1.500 U/min

Antrieb: Hinterräder
Getriebe: 8-Gang Automatik ZF

Maße:
Länge: 5.285 mm
Breite: 1.947 mm
Höhe: 1.502 mm
Radstand: 2.932 mm
Leergewicht: 2.560 Kg

Fahrleistungen:
Top Speed: 250 km/h
0-100 km/h: 4,9 Sekunden

Verbrauch nach NEFZ:
kombiniert: 14,2 l/100 km
CO2: 330 g/km