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Rolls-Royce Cullinan – Edelstein aus Goodwood

Rolls-Royce Cullinan – Edelstein aus Goodwood. Dass der Cullinan kein Kompakt-SUV mit grobstolligen Reifen, Dachgepäckträger und Tarnkleid werden wird, war sonnenklar. Es muß ein Auftritt her, ein nachhaltiger Auftritt. Genau den hat Goodwood geliefert. Und einen Preis hat der Cullinan auch.

Rolls-Royce Cullinan – Foto: Rolls-Royce Motorcars

Die unwichtigsten Infos zuerst: der Cullinan kostet in Deutschland mindestens 265.000,00 Euro plus Steuer und er wird ab Januar 2019 in Deutschland ausgeliefert. Der erste Eindruck öffnet die Tür in eine Welt des Übergrossen, des Übertrieben, des Gewaltigen. Feldwege und andere mehr oder weniger befestigte, naturnahe Untergründe werden vermutlich zunächst das Weite suchen und dann doch ehrfurchtsvoll zum Gruße das Haupt neigen. Gleich werden sie Teil einer Inszenierung, einer Begegnung der neuen Art. Der Cullinan aus Goodwood wird die Natur nicht im Sturm erobern, er wird sie mit aller britischen Überlegenheit überzeugen. Soweit unsere Idee zum Thema: Muss ein SUV gleich mit der britischen Krone durch´s Unterholz pflügen.

Rolls-Royce Cullinan – Kürzer – höher – schwerer

Er ist kürzer als der aktuelle Phantom, dafür höher und er hat eine Öffnung am Heck, die man zu be- und entladen verwenden kann. Das klingt nach Nutzfahrzeug. Eins Dreiundachtzig die Höhe, das Gepäckteil ist per Scheibe vom Rest des Innenraumes getrennt, erst wenn man die Rücksitzlehnen umlegt, ist der Weg für lange und sperrige Güter frei. Dann freut sich der Doorman im Grand Hotel, denn es gilt, wie zu Kaiser´s Zeiten, den Kollegen rufen und in die Hände gespuckt.

Also noch mehr Aufruhr um den Cullinan. Erst ist man gespannt und neugierig. Wie noch steigern? Der Bentayga tobt schon mit W12 unter der Haube durch die automobile Kulturlandschaft, demnächst wird er vom Urus aus Italien locker überholt und dazwischen nun der königliche Gruß aus Goodwood. Immerhin liegen etliche Teile des Cullinan in der Juwelenvitrine der Queen. Nur am Rande: der Cullinan ist der, bis heute, schwerste Diamant der Welt. Und der andere Cullinan, also der Rolls-Royce, ist der bis heute prachtvollste SUV der Welt. Die beiden werden sich mögen, weil eben die Größten ihrer Art und weil ins Langzeit-Gedächtnis drängend.

Fahrbericht Rolls-Royce Phantom VIII

Dass der griechische Tempel plus Spirit of Ecstasy quasi als Vorhut das Gelände begutachtet und dem Chauffeur die Lage meldet, ist ein Gerücht, wenn auch ein amüsantes. In Wahrheit meldet eine kleine Gruppe Sensoren und Kameras, was da vorn wirklich los ist, damit sich das Fahrwerk einrichte und den Inhalt des Cullinan nicht zu sehr durchrüttelt. Das klappt schon beim Phantom sehr gut und dem Cullinan wird es auch nicht schaden.

Rolls-Royce Cullinan – Foto: Rolls-Royce Motorcars

Ein HeadUp-Display ist auch im Lieferumfang enthalten. Auch das hat der Phantom VIII an Bord. Überhaupt Phantom VIII, er ist der Vater aller zukünftigen Rolls-Royce. Man nennt es in Goodwood „Architecture of Luxury“ und damit ist eine Idee der Modell-übergreifenden Konstruktion gemeint. Der Alu-Rahmen ist das Maß der zukünftige Dinge und die heissen Phantom, Dawn und Wraith. Ein Coupé, egal ob Drop- oder Fixedhead, soll es zukünftig nicht geben.

Rolls-Royce Cullinan – Er duldet keine Stufe

Zurück zum Cullinan, der uns zunächst per Foto und Video seine Aufwartung macht. Viel Tradition schwingt mit, die James-Young-Türgriffe zum Beispiel. Natürlich die Kühlermaske und die Dame darüber. Überhaupt die Front und die Linie bis zum Heck. Vorn die Präsenz des Klassikers, dann der gerade Strich bis zum neuen Ende, die letzte Säule so umfangreich wie die des Phantom, nur eben ohne den eleganten Ausgang. Die Heckklappe duldet keine Stufe, es geht um eines der wichtigen Merkmale eines SUV. Die große Klappe muss sein.

Im Inneren des Cullinan zeigen die ersten Photos einen wichtigen Unterschied zum Phantom. Die Gallery fehlt. Ansonsten wird man beim Fahrzeugtausch keine Lehrgänge zur optimalen Bedienung absolvieren müssen. Auch im Fonds darf man sicher sein, dass der Mensch das wichtigste Transportgut ist. Leder, Raum, Ambiente, alles bestens. Auch der Einstieg gelingt, wie immer, mit Haupt voraus, drinnen dann, eine Drehung um 45 Grad, das verlängerte Rückgrat sinkt hernieder. Der Salon des Cullinan ist eine exakte Kopie des Phantom-Salons. Mit Kühleinheit, Monitoren, Vernetzung und höchster Bequemlichkeit. Oben lockt der freie Himmel, welcher durch ein grosses Schiebedach lugt, hinten die Glasscheibe, die für kleine, begabte Kinder als Leinwand genutzt werden kann. Und dahinter dann die, je nach Reiseziel, Gepäck-Ansammlung.

Ganz hinten, dort wo man eventuell Koffer, Taschen und andere Dinge ablegen kann, verbirgt sich noch eine Kleinigkeit, die man früher ganz selbstverständlich in einem Rolls-Royce transportierte. Die Picknick-Ausstattung. Zwei Stühle, gefaltet und sortiert, ruhen in ihrem eigenen Refugium in Form, welches still und leise aus dem Kofferraum-Boden fährt, wann immer die Herrschaften Lust auf einen Snack am Seeufer oder sonst wo verspüren. Ein Tisch fehlt noch, aber der gut sortierte Picknick-Fachhandel sollte ein geeignetes Stück plus passender Decke im Sortiment haben. Feinste Picknick-Körbe ersteigert man traditionell beim Goodwood Revival Festival unweit der Geburtsstätte des Cullinan.

Ob der Edelstein aus Goodwood aus kaufmännischer Sicht ein Erfolg sein wird, können wir nicht sehen, wir können es ahnen. Auch wenn die Strassen dieses Planeten durchaus feine und voluminöse Artgenossen vom Schlage eines Cullinan kennt, die Spitze des Eisberges dürfte der jüngste Rolls-Royce auf alle Fälle darstellen.

Und nun noch eine wichtige Sondermeldung: der Cullinan wird auch eine spezielle Befestigung für einen Anhänger bekommen.

Fahrbericht Rolls-Royce Dawn


Fahrbericht Rolls-Royce Wraith


Fahrbericht Rolls-Royce Black Badge

Fahrbericht Bentley Bentayga W12

Fotos und Video: Rolls-Royce Motorcars

Die technischen Daten (laut Hersteller):
Motor: V12 BiTurbo
Hubraum: 6.749 ccm
Leistung: 420 kW / 571 PS bei 5.000 U/min
Drehmoment: 850 Nm bei 1.700 U/min
Antrieb: permanenter Allradantrieb
Getriebe: 8-Stufen-Automatik von ZF

Maße:
Länge: 5.341 mm
Breite mit Spiegel: 2.164 mm
Höhe: 1.835 mm
Leergewicht: 2.660 mm
Wendekreis: 13,23 m
Radstand: 3.330 mm
Wattiefe: 540 mm

Fahrleistungen:
Top Speed: 250 km/h abgeregelt

Verbrauch:
kombiniert: 15.0 l/100 km
CO2: 341 g/km

Preis in Deutschland: ab 265.000,00 Euro plus Steuern
Lieferbar in Deutschland ab Januar 2019

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