Reisebericht Hamburg-Nizza-Hamburg – Beaune und Co. Teil 2 unserer Reise führt uns nach Beaune, jener Stadt, die so gerne übersehen wird, die man aber auf keinen Fall übersehen sollte, denn Beaune ist eine Perle der Bourgogne und das aus mindestens drei Gründen.

Château de la Rochepot – Beaune Tourisme ©Michel Baudouin

Von der A36 Richtung Südwesten biegt man nördlich vor Beaune auf die A6 ab und nach ein paar Kilometern endet genau das, was man an langen Autoreisen nicht mag: Langeweile, Tristesse und das trotz eines super modernen Porsche, der mit stoischer Ruhe Tempo 130 so sauber hält, als hätte jemand eine Sperre eingebaut. Abbiegen und eine kurze Strecke Landstrasse, dann das Ortsschild und ein oder zwei Kilometer das übliche, eher uninteressante Bild einer durchschnittlichen Ortschaft. Ein paar Autohändler, Tankstellen, Supermärkte. Durchhalten, weiter in Richtung Zentrum, es lohnt sich.

Reisebericht Hamburg-Nizza-Hamburg – Stätte der Menschlichkeit

Beaune, von den Einwohnern auch mit stolzem Blick „Die Hauptstadt des Burgunder-Weines“ genannt, hat alles, was man für eine Entdeckungsreise braucht. Eine feine und kleine Altstadt, Restaurants, in denen man besten Wein plus typisch burgundisches Essen geniessen kann. Dazu Weinbaugebiete, die man mit großen Augen bewandern kann. Eine uralte Stadtmauer, eine seit 1840 in Beaune aktive Senfmühle und eine Stätte, die man seit 1443 als Ort der Menschlichkeit kennt: Das Hotel-Dieu. Aber dazu später mehr.

 

Reisebericht Hamburg-Nizza-Hamburg – Strassburg und Co. Teil 1

Den Wagen geparkt, die Neugier und ein paar Infos im Gepäck. Beaune läßt sich wunderbar zu Fuß erkunden. Die Innenstadt mit reichlich Fachwerkbau, teils aus dem 16. Jahrhundert. Dazu die Kirche Notre Dame, deren größtes Schmuckstück ein fünfteiliges Kunstwerk, gewebt um 1500 in den Niederlanden, ist und das seinesgleichen sucht. Rund um die Kirche wandert das Auge durch die malerische Altstadt, rings herum wachte einst die Stadtmauer über ihre Bewohner. Heute lohnt sich ein Spaziergang zur Bastion Saint-Martin.

cour Hospices de Beaune – Beaune Tourisme © F. Vauban

Und nun zu einer Stätte, die uns gerade in der heutigen Zeit gehörig zum Nachdenken bringt. Der Name „Hotel-Dieu“ führt uns zunächst auf eine falsche Fährte, ein Hotel mit Rezeption, Suite und Restaurant sucht man hier vergebens. Am 1. Januar 1452 erlebte der erste Mensch diese Oase der Menschlichkeit und bis 1971 sollten zigtausende mittellose Kranke an diesem magischen Ort versorgt, gepflegt und geheilt werden.

Wer eine Führung durch dieses Refugium erlebt und das sollte man unbedingt tun, wird nach gut einer Stunde ernsthaft darüber nachdenken, weshalb es heute solche Einrichtungen nicht mehr gibt. Anfangs finanziert durch Nicolas Rolin, dessen Motivation gerne mit dem Ablasshandel begründet wird, später dann durch Schenkungen, Erbschaften und Stiftungen mit finanziellen Mitteln versorgt. Die Besitzer der Weinberge rund um Beaune trugen und tragen noch heute einen Teil zur Erhaltung des Hotel-Dieu bei und dank großzügiger Schenkungen von Weinlagen können die Betreiber einen Teil des Komplexes als Altenheim und als Museum betreiben.

Le Château de Pommard – Beaune Tourisme © Château de Pommard

Natürlich haben wir uns einen Wein gegönnt. Nicht irgend einen Wein. Einer der besten dieser Region. Das Weingut „Maison Bouchard Ainé & Fils“ zählt zu den renommiertesten seiner Art und bietet nicht nur beste Weine sondern auch eine besondere Führung durch seine Weinkeller. Auf dem „Weg der 5 Sinne“ wird man sehr eindrucksvoll an die Grenzen seiner olfaktorischen Kompetenzen geführt und man lernt

Wir verlassen Beaune, jedoch müssen wir unbedingt noch über einen Ort berichten, den man sich keinen Fall entgehen lassen sollte. Es handelt sich um ein Hotel inklusive eines herausragenden Restaurants.

Und hier noch ein paar Links für noch mehr mehr Informationen:

Beaune Tourismus

Reisebericht Hamburg-Nizza-Hamburg Teil 1

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