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Range Rover Sport P400e – Held der Arbeit
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Range Rover Sport P400e – Held der Arbeit 

Diesem Range Rover schauen die Leute hinterher, als sässe David Robert Joseph Beckham mitsamt Kind und Kegel darin, auf dem Weg in den Wintersport nach Gstaad. Es würde passen, denn bei diesem Range Rover handelt es sich in der Tat um eine Besonderheit.

Weiter unten stehen die technischen Daten zum P400e. Sie sind ein wenig umfangreicher, weil der Hybrid-Range Rover zwei Motoren unter der Haube beschäftigt. Einen zwei Liter Vierzylinder und einem E-Motor. Rund 250 Kilo an Mehrgewicht trägt der Brite mit sich herum, aber dafür gibt’s diesen feinen Effekt, wenn man auf dem Parkplatz davon rollt. Man hört: nur das Abrollgeräusch der Pirellis.

Ganz weit vorn, direkt neben der rechten Frontleuchte, unter der Kühlermaske sitzt der Eingang für die elektrische Energie. Man drückt den Kunststoff ein wenig nach innen, und dann öffnet sich die Pforte. Auf das die Kilowattstunden fliessen mögen, so eine adäquate Quelle zur Verfügung steht. Aber dazu später mehr.

Range Rover Sport P400e – Auf Schleichfahrt

Da sitzt du hinter dem Steuer des ersten Range Rover mit Hybrid-Antrieb, unter dir ein Lager an Strom, vor dir ein Turbo-Belüfteter Vierzylinder und das alles zusammen ist mit 404 PS stark genug für einen kraftvollen Ausritt vom Familiensitz bis zum 80 Kilometer entfernten Büro. Dort steht eine exklusive Ladestation für den derzeit feinsten Hybrid, den man sich vorstellen kann. Auch wenn der Bentayga von Bentley noch eine Nummer opulenter daher kommt, der Range Rover Sport ist das coolere Teil, weil seine Ästhetik die klarere Sprache spricht und man aus diesem Briten immer noch stilsicher im Tweet-Jacket aussteigen kann und der Doorman dich nicht trösten will, weil du seit Wochen auf der Ersatzbank sitzt und die Quali für die Weltmeisterschaft bei nächster Gelegenheit bestimmt schaffen wirst.

Mit vollen Tanks und dem Fuß am Abzug rennt der P440 mit dem kleinen e die A1 entlang und alles fühlt sich an, als hätte der große Wagen einen saftigen Sechszylinder unter der Haube. Der kleine E-Motor hilft wo er kann und die Stromquelle kann das auch etliche Kilometer aushalten. Aber irgendwann ist der Saft dann doch verbraucht, der Verbrenner nimmt die Sache allein in die Hand und mit 300 PS fühlen sich die 2.464 Kilo plus Insassen ein deutliches Stück schwerer an, der Range läuft zwar immer noch fleissig Richtung Elbtunnel, aber er ist lieber auf der Mittelspur unterwegs. Hätte man den Elbtunnel irgendwo in die Alpen gebohrt, der mächtige Brite würde nach mehr Futter fragen. Leistung braucht Energie und die kostet.

Fahrbericht Jaguar XF 30d

Man sollte hier und da den Akku aufladen, was theoretisch auch machbar ist. Leider hat die Autoindustrie zusammen mit den Stromlieferanten noch keine Idee, wie man es schafft, dass Ladestationen nicht nur häufig sondern auch freigiebig zu finden sind. Das Navi des Range zeigte uns reichlich Stromoasen, aber die meisten waren entweder besetzt oder man wollte unsere Kreditkarte nicht akzeptieren oder wir hätten uns vorher anmelden sollen. Die Oders waren uns eigentlich immer im Weg. Der Akku blieb leer, bis auf ein paar kWh, die wir dank Rekuperation einsammeln konnten. Drei Prozent, vielleicht fünf, waren das Maximale. Der Vierzylinder musste ran, nach der Tour gen Norden hatte er sich einen Orden verdient. Held der Arbeit oder so.

In Hamburg fand sich dann doch eine gastfreundliche Stromquelle. Möge der Saft mit Dir sein. Eine Geländeausfahrt, zur Erinnerung, ein Range Rover, egal mit welchen Maschinen unter Deck, ist immer ein Range Rover. Die richtigen Knöpfe gedrückt, den Morast vor dem Bug im Blick, die 80 Zentimeter Watttiefe auf dem Zettel, der Range ist der beste Freund im Gelände. Weil keiner so schön durch den eigenen Steinbruch oder den eigenen Forst spaziert und falls gewünscht per Knopfdruck sogar auf Schleichfahrt gehen kann. Auf dass die Wildsau noch nicht mal ahnen kann, aus welchem Wagen die Doppelläufige entladen und später entleert wurde. Auf der Speisekarte steht dann später: „Dieser Braten hatte keine Chance. Ein P400e folgte ihm mit der List eines Falken auf vier Rädern. Er pirschte sich lautlos an ihn heran.“

Nach zwei Wochen steht der Testwagen wieder in seinem Refugium. Wir haben einen Verbrauch von rund sechs Liter errechnet. Im Schnitt und verbunden mit der Erkenntnis, dass es mehr gastfreundliche Stromquellen geben muss. Wir haben 14 Tage bestens gesessen, durch die grossen Fenster die Landschaft angeschaut, mit Wonne die neuen grossen Monitore auf der Mittelkonsole befingert, auf Parkplätzen und in der Stadt den Lautlosen gegeben und im Gelände Ecken gesucht, die der Range nicht befahren kann und nicht gefunden.

Range Rover eVoque 2020
Defender 2019

Fotos: Land Rover und Ralf Bernert

Die technischen Daten laut Hersteller:

Verbrennungsmotor: 4-Zylinder Reihe Turbo
Hubraum: 1.997 ccm
Leistung: 221 kW / 300 PS bei 6.500 U/min
Drehmoment: 400 Nm bei 1.500 bis 4.000 U/min
E-Motor: 105 kW / 142 PS
Systemleistung: 297 kW / 404 PS bei 5.500 U/min
Antrieb: Allrad
Getriebe: 8-Gang Automatik ZF

Maße:
Länge: 4,897 mm
Breite (mit Spiegel): 2.073 mm (2.220)
Höhe: 1.803 mm
Radstand: 2.923 mm
Wendekreis: 12,39 m
Leergewicht: 2.464 kg
zulässige Zuladung: 736 kg
Gepäckraum: 703 bis 1.868 Liter
maximale Hängerlast: 2.500 kg
Tank: 90 Liter

Geländedaten:
Böschungswinkel vorn/hinten in Grad: 33.3 / 28,5
Rampenwinkel in Grad: 25,7
Watttiefe: 800 mm
Bodenfreiheit: 278 mm
Überhang vorn/hinten: 791 / 1.077 mm

Fahrleistungen:
0-100 km/h: 6,7 Sekunden
Top Speed: 220 km/h
Top Speed elektrisch: 137 km/h

Verbrauch und C02 nach WLTP:
kombiniert: 3,3 l/100km
Stromverbrauch kombiniert: 22,5 bis 32,1 kWh/100 km
CO2: 76 g/km
Abgasnorm: EU6d Temp

Preis in Deutschland ab: 120.00,00 Euro inkl. MwSt.

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