Exclusive-Life

driven by exception

Range Rover Sport D300

Motor: 3-Zylinder Reihe Diesel

Hubraum: 2.997 ccm

Leistung: 221 kW / 300 PS bei 4.000 U/min

Drehmoment: 650 Nm bei 1.500 – 2.500 U/min


Fahrleistungen/Verbrauch/Co2:

Top Speed: 209 km/h

0-100 km/h: 7,3 s

Verbrauch (NEFZ) kombiniert: 7,7 /100 km

CO2 (NEFZ) kombiniert: 205 g/km

Preis in Deutschland ab: 82.100,00 Euro


Kurz vor Ladenschluss, bevor also der nagelneue Range Rover das Licht der Welt erblickt, sitzen wir im D300 und lassen den großen Diesel noch einmal arbeiten. Vermutlich ist die letzte Chance für den Selbstzünder noch einmal zu zeigen, weshalb man vor allem auf der Langstrecke moderne Dieselmotoren nicht zwangsläufig beerdigen sollte.


Der Neue steht schon in den Startlöchern. Und in zwei Jahren ist dann auch der komplett elektrisch angetriebene Range Rover an der Reihe. Und wir erleben den bisher stärksten Range Rover Sport mit Dieselantrieb. Und natürlich freut sich der Mensch, wenn ungefähr 2,5 Tonnen mit einer Kombination aus Komfort und deutlichen gutem Vortrieb unterwegs ist.


Um sieben Liter Liter Diesel soll er verbrauchen. Auf einhundert Kilometer. Soll er. Aber wir schaffen es nicht. Eher sechs Liter. Wenn man die 300-PS so richtig ausleben will, kommt man recht schnell an die 10-Liter-Grenze.


Da sitzt Du also auf dem Thron. Überall Leder, bestens poliertes Aluminium, dazu Glas und bevor die Zündung aktiviert wurde, noch kein Strom fliesst, kommt einem der Innenraum dieses Briten wie ein OP vor. Absolut cleen. Und dann drückst du den Knopf, verbindest die Lebensadern des Wagens mit der Energiequelle und der Raum füllt sich mit Leben. Monitore zeigen ihr ganzen Können, präsentieren reichlich Information in allen Farben. Vor dem Volant das gleiche Spiel und unter dem Hauptmonitor zeugt sich dien Klimazentrale plus Einstellungen für die Sitze. Und ganz wichtig, die Lautstärke der Soundanlage wird über einen simplen Drehknopf geregelt. Auf dass die rechte Hand nicht nur auf dem schicken Wahlhebel ruhen möge.


Der rechte Fuß gibt das Kommando, wir rollen, der 6-Zylinder läuft sehr ruhig, das berüchtigte Nageln ist weder im Innenraum noch Draussen zu hören. Die Dämmung erledigt ihren Job. Die Zeiten der Fischkutter-Musik aus dem Motorrad ist vorbei. Jedenfalls bei den meisten Marken.


Die ganze Gelände-Kompetenz des Range Rover Sport werden wir noch nicht mal im Ansatz erleben. Allein die 85 Zentimeter Watttiefe sind für uns eine unerreichbare Hürde, weil es kein Gewässer mit ähnlicher Tiefe gibt, das wir durchwaten könnten. Mit Steigungen und Gefällen sieht es auch nicht besser aus und über Stock und Stein geht’s auch nicht. Hierzulande sind Fahrten mit dem Auto durch offenes Gelände meist untersagt. Was auch gut so ist. 


Dann also Asphalt, ein wenig Geröll und lose Steinchen. Wir zählen noch schlechte, sehr schlechte Straßenbeläge hinzu. Löcher und Dellen mögen einen Range Rover nur zu einem Grinsen verleiten, aber sie zeigen uns, wie sauber das Fahrwerk arbeitet, welche Rolle die Karosserie spielt und ob die Sitze genug Seitenhalt anbieten, wenn man den hohen Viertürer ins Wanken bringt. 


Ok, schlechte Straßen findet man in unseren Breiten recht schnell und dann zeigen die Dämpfer, die Radaufhängungen und die Dämmung des Wagens, was sie können. Und sie können das, was wir in dieser Preisklasse und von dieser Marke erwarten dürfen. Wir werden behütet, von unangenehmen Schwankungen beschützt und der Tee bliebe, so wir denn einen nähmen, in der Tasse. Wenn man denn den fast fünf Meter langen Briten aufmerksam durch die Lande laufe läßt. Bei gut drei Metern Radstand ist die Chance auf überdurchschnittlich viel Fahrkomfort per se schon sehr groß. Die Einzelradaufhängung mit den doppelten Dreieckslenkern vorn und die Integral-Mehrlenker-Hinterachse arbeiten vorzüglich, verstecken fast jede Bodenunebenheit gekonnt unter ihrem technischen Mantel. Im Grunde ist dieser Range Rover, wie alle anderen, eine Sänfte mit der man auch zur Offroad-Party fahren kann.


Bevor wir in den nächsten Tagen den nagelneuen Range Rover in München betrachten und später dann auch bewegen, ein paar Abschiedsworte an unseren Testwagen.


Er ist weder Rennwagen noch Luxustraktor. Sein Antrieb ist vermutlich bald ein Relikt und wir werden ihn dann vorzugsweise außerhalb Europas erleben können. Unsere erste Testfahrt in einem Range Rover liegt gute 20 Jahre zurück. Damals transportierte uns ein Range mit einem sehr durstigen aber leistungsstarken V8 Diesel von Hamburg nach Gstaad und wieder zurück. Die Fahrt war anstrengend und ungewöhnlich, weil der Brite uns mit der ganzen Wucht seiner britischen Tradition umarmte. Es gab Platz in Hülle und Fülle, selbst die schlimmsten Straßen konnten dem Gelände-Spezialist nichts anhaben. Wir fuhren vor und der Doorman des Palace Hotels empfing uns wie Stammgäste. Auch das zeichnet einen Range Rover aus.

Und heute? Vermutlich sind Range Rover, egal welchen Antriebs, noch immer eine Art rollendes Mobiliar vor den Drehtüren dieser Welt. Und wir freuen uns über das Heer an Assistenten, das den Riesen aus England oft an der kurzen Leine hält, das Infotainment läuft tadellos, das Navi könnte manchmal schneller sein und der Komfort an Bord ist, der Tradition des Hauses Range Rover folgend, eine Mischung aus Oldschool und Future-Tec. Der Velar als Experiment dient als Vorbild. Und dann ist da noch das Thema Emotionalität plus die Leitung zur Vergangenheit. Und genau diese Leitung wird von den Leuten bei Range Rover immer noch deutlich mit Historie, Tradition und diesen typisch britischen Luxus gefüllt. Und jetzt hoffen wir, dass Land Rover als Mutter aller Range Rover diese deutlich spürbare Prise Tradition in den neuen Range einbauen wird. 

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