Range Rover Evoque – Das heck ist noch immer markant. Dach- und Seitenlinie laufen nach hinten zueinander.

Der erste Evoque war ein Volltreffer. Vor allem City-People mochten den Stil des Viersitzers aus dem Hause Land Rover. Jetzt, knapp zehn Jahre später, rollt die zweite Generation vom Band und man denkt beim ersten Anblick sofort an den modernen Velar.

Die Front spricht Bände, die Verwandtschaft ist deutlich erkennbar. Und der alte Evoque schimmert natürlich weiter durch. Ab der B-Säule ist das Layout noch immer gleich. Nach hinten wird es immer enger, die Fenster verlieren an Höhe. Damals las man von Schiessscharten, manch´ einer wollte die Fahrtüchtigkeit vermissen und überhaupt, der Wagen sei ein Beleg dafür, dass man beim SUV die praktische Seite vernachlässige und dafür die Ästhetik deren Raum einnehme. Solche Kommentare kamen meist aus der Ecke traditionell orientierter, deutscher Autobeschreiber. Audi, Mercedes-Benz und BMW wurden zum Standard erklärt. Welch´ eine Fehleinschätzung.

Range Rover Evoque 2019 – Zum Vergleich: die Serie I. Foto: Ralf Bernert

Der erste Evoque war ein Erfolg, ein richtiger Erfolg. Weil Land Rover es verstanden hat, dass man mit einer klaren Sprache auch seine Zielgruppe klar erreicht. Während X, Q und M recht unmotiviert gezeichnet und beworben wurden und werden, und Emotionalität einzig durch Motorleistung und Auspuffgeräusche generiert werden, setzt der Evoque klare Zeichen. Provokant, auffallend und stylisch. Und dabei auch technisch auf Draht. Im Gelände sowieso, bei den Fahreigenschaften einfach, klar und sauber. Die Qualität sicher nicht schlechter als bei den übrigen Verdächtigen und das Label Range Rover steht seit Jahrzehnten für Stil und britische Tradition.

Range Rover Epoque – Video-Spiegel-Spiel

Und nun der neue Evoque. Wie erwähnt, vorn als Velar erkennbar. Die Frontleuchten ein wenig schmaler, die Kühlermaske kaum zu unterscheiden, die seitlichen Lufteinlässe ebenfalls mit denen des Velar identisch, der grosse Einlass unterhalb des Kennzeichens ein wenig schmaler wirkend, der Auffahrschutz darunter ist der Grund. Am Heck die gleichen Leuchteinheiten, der Spoiler könnte der gleiche sein, die Endrohre der Auspuffanlage bei beiden Rechteckig, dazwischen wieder der identische Schutz.

Range Rover Evoque 2019 – der Innenraum ist nun noch feiner, stylischer und digitaler als beim Vorgänger. Besonders cool: der Innenspiegel kann Bilder vom Unterboden zeigen und Filme der rückwärtigen Kamera abspielen.

Im Innenraum dann sichtbare und nachvollziehbare Differenzen. Die augenfälligste: Der Velar ist mit dem versenkten Drehknopf ausgestattet, der Evoque ist mit dem Schalthebel versehen. Beiden gleich ist die breite Mittelkonsole. Das Thema Vernetzung und Digitalisierung ist in beiden Modellen sehr wichtig und man spürt den starken Ehrgeiz der Entwickler. Land Rover und auch Jaguar spielen bei diesem Thema ganz vorn mit. Vor allem kann der neue Evoque jede Form der Langeweile und Beliebigkeit im Keim ersticken. Die großen Drei aus Deutschland erreichen oft das Gegenteil.

Das Thema Technik läßt sich relativ schnell erklären. Der Evoque kann per Kamera unter den Vorderwagen schauen und entsprechende Bilder auf den Rückspiegel übertragen. Das macht die Geländetour noch ein wenig sicherer, dicke Brocken unter dem Motorraum werden somit frühzeitig erkannt. Ausserdem lassen sich in den Spiegel Videoaufnahmen einspielen, falls jemand auf dem Rücksitz den Blick nach hinten versperrt. Eine nach hinten gerichtete Kamera liefert den Film. Und noch eine feine Neuerung. Über die „Smart Settings“ Funktion werden verschiedene Einstellungen, wie Sitz- und Lenkrad, Heizung, Radiosender oder Musikspeicher, Telefonnummern oder die Massagefunktion des Sitzes einzelnen Personen zugeordnet, gespeichert und abgerufen, sobald sich die Person per Smartphone, Smartwatch oder Fernbedienung angemeldet hat. Neun verschiedene Profile können gespeichert werden.

Range Rover Evoque 2019 – Die Front ähnelt dem Velar schon sehr deutlich. der ganze Wagen wirkt nun ein wenig glatter, cleaner und stylischer.

Im Gelände kann der Evoque so ziemlich alles, sogar durch 60 Zentimeter tiefes Wasser fahren. Das aus dem „grossen“ Range bekannte „Terrain Response 2“-System ist nun auch im neuen Evoque verfügbar. Das heisst, der Wagen erkennt eigenständig, auf welchem Untergrund er unterwegs ist und welche Einstellungen hierfür optimal sind.

Bei den Motoren startet der Evoque mit drei 4-Zylinder-Turbo-Benzinern zwischen 200 und 300 PS und drei Vierzylinder-Diesel zwischen 150 und 240 PS Leistung. Der kleinste Diesel wird mit Handschalter und Frontantrieb geliefert. Die übrigen Diesel sind mit 48-Volt-Mid-Hybrid-technik ausgestattet, das heisst Bremsenergie wird gespeichert und beim Anfahren wiederverwendet. Unter 17 km/h wird der Verbrenner komplett deaktiviert, man spart Treibstoff. Im nächsten Jahr wird noch ein Plug-In-Hybrid mit 3-Zylinder-Benziner angeboten.

Der Preis für den Handschalter-Diesel startet bei 37.350,00 Euro, der 330-PS Benziner kostet mindestens 69.000,00 Euro.

Fahrbericht Range Rover Evoque Serie I
Fahrbericht Range Rover Velar
Range Rover Evoque Cabriolet

Fotos: Land Rover

Die technischen Daten (laut Hersteller):

Model: Range Rover Evoque 2.0 Si4
Motor: 4-Zylinder Reihe Turbo
Hubraum: 1.998 ccm
Leistung: 221 kW / 300 PS bei 5.500 U/min
Drehmoment: 400 Nm bei 1.500 bis 4.500 U/min
Antrieb: Allrad
Getriebe: 9-Gang Automatik

Maße:
Länge: 4.371 mm
Breite (mit Spiegel): 1.996 mm (2.100 mm)
Höhe: 1.649 mm
Radstand: 2.681 mm
Leergewicht: 1.925 kg
Gepäckraum: 591 bis 1.383 Liter
Wendekreis: 11.60 m
max. Anhängerlast: 1.800 kg
Tank: 67 Liter

Gelände:
Böschungswinkel vorn/hinten: 25/30,6
Rampenwinkel: 20,7
Watttiefe: 600 mm
Bodenfreiheit: 212 mm

Fahrleistungen:
0-100 km/h: 6,6 Sekunden
Top Speed: 242 km/h

Verbrauch und C02 nach NEFZ2 in offiziellen WLTP-Tests :
kombiniert: 8,1 bis 8,2 l/100km
CO2: 186 bis 188 g/km