Man kann auf den Winter warten, mit den Schneeketten rasseln, in der Garage auf die ersten Flocken hoffen und vielleicht sogar beten., Oder man steigt in den Flieger und landet in Kittilä mitten in Lappland. Dort ist ein Winter und was für einer.

Weiß wie Schnee, die ganze Landschaft. Übergossen, überzogen, als wäre einer morgens aufgestanden und hätte gesagt: „Grün ist out!“ Minus sechs Grad, was echt warm ist hier oben. Die Skiunterwäsche ist too much, Handschuhe sind gut, eine Mütze auch, vor allem, wenn das Haupthaar vor Jahren ausgewandert ist und die Kopfhaut die Schlacht gewonnen hat. Also Mütze drauf und der Kopf bleibt klar. Warme Socken sind auch gut und feste Schuhe. Und wichtig: eine gute Sonnenbrille. Falls der Ballermann von oben Grüße sendet und diese Grüße so herrlich reflektiert werden. Im Auto kann das nerven oder noch schlimmer zu Fahrfehlern führen.

Porsche Taycan 4S – Elektrisch im Drift

Hier oben, 170 Kilometer nördlich des Polarkreises, kann man, mit ein wenig Glück, den Taycan erleben. Jenen Porsche, der mittels E-Antrieb die Lust auf Vollgas so richtig anheizen kann. Auch deshalb, weil man in Weissach auch an kühle Tage gedacht hat. Der Akku wird vorgewärmt und verliert damit keinen Kilometer an Reichweite.

Eine Tour durch das Winter-Wonder-Land Lappland. Ein paar Rentiere beim Spaziergang, links und rechts die Aussicht, die man in Norddeutschland nur noch aus Geschichtsbüchern kennt. Der Schnee als Decke über der Landschaft. Der Monitor im Taycan zeigt minus sechs Grad. Der E-Motor bringt alle vier Räder ins Rollen, die Pneus begreifen den Schnee als guten Halt, wir sind mit guten 360 PS unterwegs, ohne Spikes an den Rädern. Das rote Band am heck des vorderen Porsche strahlt wie ein Leuchtturm, die Gischt aus Schnee liegt auf unserer Windschutzscheibe, der Wischer hat wenig Mühe. Alles um uns herum ist still und leise. So stellt man sich einen Winter vor. In einem Elektroauto.

Nach gut 150 Kilometer Schneewandern geht’s dem Porsche an die Talente. Performance-Übungen. Tanz auf weißem Parkett. Die Leute von Porsche haben nahe des Wintersport-Paradieses Levi eine Tanzfläche gebaut. Sie haben mehrere Schichten Wasser auf den Boden gegossen. Der Frost hat aus Wasser Eis gemacht und aus den Wiesen eine Tanzschule für Porsches. Kleine und große Kreisel, ein paar Hütchen für den Slalom stehen herum, eine kleine Rennstrecke mit Geraden und Kurven. Und drum herum dieses Weiß und Bäume als Tribünen für kleine Nager und gefiederte Zuschauer.

Erst der kleine Kreisel. Wir lernen: Allradler werden im Drift nicht mit eingeschlagenen Vorderrädern gefahren. Man stellt sie gerade und lenkt mit dem Gasfuß. Der kleine Kreisel ist keine gute Anfangsübung. Zu eng, zu nah die weiße, ein Meter hohe Wand aus sehr hart gefrorenem Schnee. Zu schnell, zu langsam, zu heftig die Gasstöße und das Schlimmste: Lupfen des Gasfußes. Der Wagen dreht sofort ein, Lastwechsel sind nur selten eine Option. Man muß den inneren Pfadfinder ignorieren. Er rät in fast allen Lagen zur Bremse. „Runter mit der Geschwindigkeit“ und genau das ist im Kreisel auf Schnee meist die falsche Entscheidung.

Jetzt der große Kreisel. Taycan plus Besatzung haben den Groove, den Kreiselgroove. Den Wagen ein wenig auf Tempo bringen, am besten auf lockeren Schnee, dort ist die Traktion besser. Dann Einlenken, die Vorderräder gerade stellen und sachte Gas geben, kleine Stöße und der Wagen läuft durch das Rund. Hinten fliegen die Schneefetzen raus und am Rand freut sich der Fotograf. Man wird schneller, zu schnell und der Viertürer drehet sich um die eigene Mittelachse. Wieder von vorn, wieder lockerer Schnee als Startbahn, wieder einlenken und sachte Gas geben. Eine halbe Runde, ein wenig stolz, dann eine dreiviertel Runde und dann eine ganze Runde. Stolz, Freude und noch mal. Ein Spielchen nur. Aber der Effekt geht weiter. Man weiß um die Tücken, die Fallen. Alles geht deutlich langsamer und Hektik ist der beste Weg in die Schneewand. Was wir lernen? Der Taycan ist ein bestens ausbalancierter Sportler mit reichlich Kraft und sehr viel Ausdauer für längere Touren, auch im Winter.

Fotos: Porsche
Video: Jürgen Stephan Motoraktion

Wer jetzt Lust auf eine Tour mit dem E-Porsche hat klickt auf einen der beiden Links:

Porsche Ice Training
Porsche Experience

Fahrbericht Porsche Taycan Turbo S

Taycan 4S:
Motoren:
jeweils 1 E-Synchromotor an Vorder- und Hinterachse
Gesamtleistung (Performance-Akku): 320 kW (360) / 435 (490) PS
mit Overboost und Launchcontrol: 390 (420) kW / 530 /571) PS
Drehmoment (Performance): 640 (650) Nm
Akku: 79,2 kWh
Performance-Akku: 93,4 kWh

Bremsen vorn/hinten: 360 mm Grauguss / 358 Grauguss
Getriebe vorn/hinten: Eingang/Zweigang
Antrieb: Allrad mit variabler Momentverteilung

Maße:
Länge: 4,963 mm
Breite: (ohne Spiegel) 2.144 mm (1.966 mm)
Höhe: 1.378 mm
Radstand: 2.900 mm
Gepäck (vorn/hinten: 407 l / 81 l
Leergewicht: 2.140 kg (2.220 kg mit Performance-Akku)
zul. Dachlast: 75 kg
Wendekreis:11,2 m

Fahrleistungen / Reichweite / Ladezeiten:
Top Speed: 250 km/h
0-100 km/h: 4,0 s
0-160 km/h: 8,7 s / 8,5 mit Performance-Akku
0-200 km/h: 13,3 s / 12,2 s mit Performance-Akku

Reichweite nach WLTP: 333 bis 407 km 386 bis 463 mit Performance-Akku
Stromverbrauch nach WLTP: 21,1 bis 25,7 kW/h / 100 km / 22,0 bis 26.2 mit Performance-Akku
Stromverbrauch nach NEFZ: 24.6 kWh/100 km / 25,6 mit Performance-Akku

Laden:
maximale Leistung DC: 225 kW / 270 kW mit Performance-Akku

AC: 0 bis 100 Prozent : 8,0 Std. / 9,0 Std mit Performance-Akku
DC mit 50 kW: für 100 km in 31 min / 28 min mit Performance-Akku
DC max für 100 km 5,5 min / 5,0 mit Performance-Akku
DC 50 kW von 5 auf 80 Prozent in 93 min
DC max von 5 auf 80 Prozent in 22,5 min

Preis in Deutschland ab: 105.607,00 Euro