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Porsche Cayenne Coupé – Kurvendiskussion
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Porsche Cayenne Coupé – Kurvendiskussion 

Das Heck spielt die Hauptrolle, das Glasdach ist ein wunderbarer Nebendarsteller und die zwei Tonnen Porsche laufen durch die Kurven, als wäre das die Paradedisziplin dieses Porsches. Soweit die Theorie. Die Praxis habe wir in Österreich erlebt. Mit Überraschungen auf zwei Rädern und der Antwort auf die Frage, ob man ein Coupé dieser Kategorie überhaupt braucht.

Porsche Cayenne Coué in Lavaorange – Foto: Porsche

Vor dem Hotel bei Graz steht der Neue wie eine Eins. Von vorn ganz klar der Cayenne und weiter hinten dann die Dachlinie auf Talfahrt. Ganz leicht nur, aber deutlich erkennbar. Man fragt sich natürlich, wer da hinten sitzen soll. Und die Antwort kommt dann wie aus der Pistole geschossen, die hintere Sitzreihe wurde abgesenkt. Ein paar Zentimeter nur, aber das reicht. Erwachsene sitzen super. Auch, weil man dem Coupé neue Sitze spendiert hat, vorne 18-fach verstellbar. Mit dem Seitenhalt eines Sportlers versehen, damit die Frage nach den Ambitionen für´s Erste beantwortet ist.

Bis 1510 Liter sollen da hinten rein passen. Wenn man die Rücksitze umlegt. Sonst sind es 600 Liter. Für den Urlaub zu viert kann es knapp werden, zu zweit wäre dann auch die Sportausrüstung drin, also Ski, Schlauchboot, Golf, Biking oder Speedminton. Man kann auch die alte Standuhr von Omi zum Restaurator bringen oder das Bücherregal direkt im Laden zusammen bauen und dann nach Hause fahren. Und wenn´s nicht passt, dann wäre da noch das Tequipment von Porsche, ja es heisst tatsächlich Tequipment und dazu gehört auch die Dachbox 520, welche bis zu 26 Kilo Gewicht und 520 Liter Inhalt schafft. Also noch ein Schlauchboot oder zwei Zelte. Die Box kostet ab 862,00 Euro und dann wäre da noch ein Fahrradhalter, der kostet 148,75 Euro. Eine Anhänger-Kupplung gibt’s auch. Elektrisch ausfahrbar natürlich. Der Preis: 1.213,80 Euro. Dann liesse sich ein Hänger mit bis zu 3,5 Tonnen anhängen. Soll also keine sagen, das Cayenne Coupé sei unpraktisch.

Porsche Cayenne Coupe - Foto: Porsche
Porsche Cayenne Coupe - Foto: Porsche
Fotografie: Rossen Gargolov – www.rockyphotography.de
Postproduction: Wagnerchic – www.wagnerchic.com
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Wir fuhren ohne Hänger, Ski im Rücken oder sonst was. Wir fuhren zu zweit. Mit 550 PS vorne dran und 770 Newtonmeter Drehmoment, welche uns vor allem bei den Anstiegen eine große Hilfe waren. Die Frage nach dem Sinn dieses Wagens stellte sich eigentlich nur bis zu dem Zeitpunkt der ersten Kilometer oder schon vorher, weil man den Hintern dieses Porsches gerne anschaut. Und gleichzeitig darüber nachdenkt, ob der Cayenne eigentlich nur dann sinnvoll ist, wenn man hinten recht hohe Dinge hinein laden will. Die ästhetische Strahlkraft des Coupés ist jedenfalls zwei Nummern stärker.

Ohne Beladung fährt sich das Turbo Coupé wie ein Turbo von Porsche sich eben fährt. Er schiebt nach von, als wolle er unbedingt Erster sein. Dabei faucht der V8 über seine Lautsprecher am Ende der Karosserie schon recht markant. Auch das kennen wir vom Cayenne Turbo, was nicht überrascht, weil die Technik des Coupés natürlich mit der des Cayenne identisch ist. Die ruhige Kugel kann das Coupé natürlich auch schieben. Per Drehrad am Volant läßt sich das Komfort-Programm wählen und dann lehnt sich der V8 zurück, das Getriebe schaltet für hoch, damit die Drehzahl unten bleibt. Das macht den Wage deutlich leiser, deutlich sparsamer und die Federung wird spürbar weicher, was auf wirklich gut asphaltieren Strassen eine Wohltat ist. Vorausgesetzt man läßt den Porsche in Kurven einfach rollen. Denn der hohe Schwerpunkt ist nicht gerade hilfreich, wenn man in der Komfortstellung den Racer gibt.

Fahrbericht Porsche Cayenne Turbo Coupé – Und noch ein Extra

Sprechen wir über Unterschiede. Abgesehen von Heck. Da wäre das gigantische Panoramadach aus Glas. Natürlich nicht zu öffnen, weil irgendwo müsste das Dach dann hin. Im Preis inbegriffen, Sonne und Ausblick inklusive sozusagen. Wer lieber das leichtere Carbondach will, wählt das „Leichtbau-Sport-Paket“.
Darin enthalten ist:

– Konturiertes Carbondach 
– 22-Zoll GT Design Räder in Platinum (seidenglanz) 
– Sportabgasanlage mit Doppelendrohren 
– Sport Design Paket 
– Lufteinlassgitter in Schwarz (matt) 
– Airblades in Schwarz (matt) 
– Teillederausstattung in schwarz mit Sitzmittelbahn in Stoff mit klassischem Karomuster 
– Dachhimmel Alcantara 
– Multifunktions-Sportlenkrad mit Lenkradkranz in Alcantara® inkl. Lenkradheizung 
– Interieur-Paket Carbon 
– Diffusorblende in Sichtcarbon 
Der Preis: 10.579,10 Euro.

Und noch ein Extra: Ein Masseur in beiden Frontsitzen kostet 2.011,10 Euro. Im Preis inbegriffen ist dann auch die Belüftung der Sitze.

Unser Rücken wird massiert, mit frischer Luft versorgt, der Himmel springt mit aller Macht in den Wagen. Wir sitzen quasi in einem sehr, sehr schnellen Atrium. Auf das die Sonne jeden Quadrat-Millimeter des Coupés ausleuchte möge. Das kann wunderbar sein oder auch ein wenig zu viel des Guten, dann tritt das Rollo auf. Zack, die Sonne bleibt aussen vor.

Wir diskutieren mit Motorradfahrern über Kurven und Fahrbahnbegrenzungen. Drei mal stürzt sich ein Biker in wildester Schräglage auf unserer Spur an einem PKW vorbei. Als wolle er die Scheibe des Porsche vermessen, ein kurzer Ruck am Volant und der belederte Helmträger zwängt sich zwischen Porsche und PKW vorbei. Man freut sich ob der präzisen Lenkung des Schwaben. Den Schweiss auf der Stirn wischt man später weg. Bergab mit reichlich, erlaubtem, Tempo. Der 2,2-Tonner aus Zuffenhausen muss in seinem Kampf gegen die Schwerkraft Einhalt geboten werden. Vorn 415 mm hinten 365. Innenbelüftet, Grauguss, Wolframcarbid-beschichtet. Das meint: Kilometer-lange Abfahrten, ständiges Verzögern, kein Fading. Ein paar mal heftig in die Eisen, kein Problem. Der Wagen steht. Auch das ein wichtiges Thema. Wer 550 PS durch die Gegend laufen läßt, muss Vertrauen haben.

Die Sinnfrage stellt sich noch immer. Es gibt Hersteller, die haben ähnliche Produkte im Schaufenster. Sie machen offenbar gute Geschäfte damit. Der Mensch kauft große Coupés. Das Cayenne Coupé, ob mit sechs oder acht Zylindern, könnte dem Cayenne ein paar Kunden abjagen. Der Ästhetik wegen. Die Kunst bei Porsche ist die glaubwürdige Kombination aus Porsche-typischen Fertigkeiten und der aktuellen Interpretation des Begriffes „SUV-Coupé“. Nach gut 300 Kilometern im Cayenne Coupé steigen wir aus. Wir erinnern uns an viel, manchmal zu viel Kraft. Wir sehen im geistigen Rückspiegel einen großen Sportwagen mit einem noch größeren Glasdach plus permanenter Verbindung zum Internet, super bequemen Sitzen, einem Hintern, der aus einem SUV ein schickes Coupé macht und das man sogar auf sehr schlechten Strassen einigermassen sauber bewegen kann.

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Das Cayenne Coupé wird zum Marktstart in drei Varianten angeboten:
Cayenne Coupé – 340 PS – Preis: ab 83.711,00 Euro
Cayenne S Coupé – 440 PS – Preis: ab 99.657,00 Euro
Cayenne Turbo Coupé – 550 PS – Preis: ab 146.662,00 Euro

In Kürze soll auch ein Hybrid der Baureihe angeboten werden.

Fotos: Porsche

Die technischen Daten (laut Hersteller):
Porsche Cayenne Turbo Coupé

Motor: V8 BiTurbo
Hubraum: 3.996 ccm
Leistung: 404 kW / 550 PS bei 5.750 bis 6.000 U/min
Drehmoment: 770 Nm bei 2.000 bis 4.500 U/min
Antrieb: Allrad
Getriebe: 8-Gang Tiptronic S

Maße:
Länge: 4.939 mm
Breite (mit Spiegel): 1.989 mm (2.194 mm)
Höhe: 1.653 mm
Radstand: 2.895 mm
Gepäckvolumen: 600 bis 1.510 l
Leergewicht: 2.200 kg
zul. Gesamtgewicht: 2.915 kg
maximale Anhängerlast: 3.500 kg
zul. Dachlast: 75 kg
Tank: 90 l

Fahrleistungen/Verbrauch:
Top Speed: 286 km/h
0-100 km/h: 3,9 s
0-200 km/h: 14,6 s

Verbrauch Euro 6d-Temp EAVP kombiniert: 11,3 bis 11,4 l/100 km
CO2 kombiniert: 258 bis 271 g/km
Preis in Deutschland ab: 146.662,00 Euro

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