Fünf Stück werden gebaut und die sind vermutlich schon vergeben. Bevor der Battista dann mit 145 Exemplaren den Markt betritt. Mit dem Anniversario kündigt sich eine kleine Revolution auf Parkett der Hypercars an. Dass der Wagen mit 1900 PS unterwegs sein wird, gerät dabei fast zur Normalität.

Den Battista haben wir schon gesehen und beschrieben. Das Design eine Offenbarung, weil die Leute bei Pininfarina ihre Begabung genutzt und dieses Hypercar in einen Form gegossen haben, die des Namens Pininfarina würdig ist. Wir reden hier von der klassischen Sportwagen-Ästhetik, wir reden von Form und Funktion, die sich nicht gegenseitig auf die Füße tritt. Wir reden auch von Hightech im Gewand eines eleganten Sportwagens und wir reden von der puren Gewalt, die man eben nicht zwangsläufig wie den dritten Entwurf eines Filmautos einer Lowbudget-Produktion aussehen lassen muß. Der Battista und auch der Anniversiaro sind schlicht typisch italienische Sportwagen, nur eben untypisch stark und untypisch leise.

Was Battista und Anniversiaro gemein haben, steht weiter unten. Beim Preis ist der Battista ein klein wenig günstiger. Bei der Fahrleistung gehen wir mal schwer davon aus, dass beide die 1900 PS und die 2300 Newtonmeter sauber auf die Straße bringen können. Ein paar Fakten stehen noch aus. Bei der Reichweite ist man im E-Auto-Geschäft immer ein wenig unpräzise, was mit dem Thema Fahrweise zusammenhängt. Man kann den Battista sicherlich über 300 Kilometer weit fahren, aber der Gasfuß liegt dann vermutlich im Koma. Unter zwei Sekunden bis 100 km/h werden den Energieverbrauch sicher deutlich nach oben treiben und jenseits der 300 km/h sind Informationen über die nächste Ladestation ungemein hilfreich. Da sind Battista und Anniverario gemeinsam mit anderen Schwergewichten der E-Sportwagen-Liga auf einer Ebene unterwegs. Bewegung kostet.

Pininfarina Battista Anniversario – Summerdreaming

Die Informationen von Pininfarina zum Anniversario lesen sich wie eine Hommage an bestes Handwerk, die hohe Kunst der Individualisierung und eine sehr stark ausgeprägte Kompetenz zum Thema: „Wie bringe ich sehr vermögende Leute dazu, für 2,6 Millionen eines meiner fünf Autos zu kaufen?“ Die Lösung Der Anniverario trägt ein „Jubiläumskleid“, was im Grunde auch als Sonderlackierung verstanden werden könnte. Aber genau das macht den Unterschied. Sonderlackierung klingt nach der „wenig Aufwand für viel Geld“ Nummer und genau das werden sie bei Pininfarina nicht machen. Sie werden drei Farben auf tragen: Bianco Sestriere, Grigio Antonelliano und Iconica Blu, so die Namen der Lacke. Und dann werden sie ihm Nadelstreifen verpassen. Per Hand, was bedeutet, dass sie die Karosserie so weit wie möglich zerlegen und wieder zusammensetzen werden. Das klingt aufwändig und das ist es auch. Luca Borgogno, Chefdesigner von Automobili Pininfarina spricht in diesem Zusammenhang von der Schaffung eines Kunstwerkes, das eben nicht nur elegant und schön sein wird, sondern auch verflixt schnell.

Im Unterschied zum Battista werden die fünf Kunden des Anniversiario einige besondere Anbauteile erwerben, die man beim Battista extra bestellen muß. Ein Frontsplitter, Seitenschweller und ein Heckdiffusor aus Karbon. Natürlich zweifarbig und mit Nadelstreifen. Nur für den Anniversiario gibt es den besonderen Heckflügel, den wir auf den Fotos sehen, plus Luftleitbleche am Heck und weitere Details.

Im Innenraum erkennt man auf den ersten Blick das Thema Purismus. Schwarz und Blau, wobei die Farbe Schwarz klar dominiert. Die Sitze sind aus nachhaltig gefertigtem Leder plus Alcantara. Zwei Monitore umrahmen eine kleineren, in der Größe eines Smartphones. Das Lenkrad ist mit ein paar Schaltern versehen, auf der Mittelkonsole erkennt man links den Hebel für die Feststellbremse, rechts daneben wird dann wohl der Wahlhebel sitzen plus einem kleinen Drehschalter, der vermutlich für die Lautstärke des Musikanlage verantwortlich ist. Ansonsten wirkt alles sehr übersichtlich, was auch nicht wundert. Ein 1900 PS Sportler ist kein Spielkasino.

Pininfarina Battista

Bis man den Battista oder den Anniversiario dann fahren kann, wird es noch dauern. Nick Heidfeld ist als offizieller Testfahrer mit den Prototypen unterwegs. Im Sommer sollen erste Kunden den Wagen erleben dürfen, später dann folgt die Auslieferung.

Fotos: Pininfarina

Die technischen Daten (laut Hersteller):
E-Motor: 4 Motoren (je einer pro Rad
Gesamtleistung: 1.900 PS
Drehmoment: 2.300 Nm
Antrieb: Allrad
Akku: 120 kWh

Fahrleistungen:
0-100 km/h: < 2,0 s 0-300 km/h: 12 s Top Speed: 350 km/h Reichweite: 500+ km Preis: 2.600.000,00 Euro Produktion: 5 Stück Lieferung: Ende 2020