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BMW M1

Grand Prix de Monaco Historique

2022 13.bis 15.05

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Grand Prix de Monaco Historique – Slalom de Luxe

Im Zwei-Jahres-Rhythmus werden sie wieder losgelassen. Lotus, March, BRM, Bugatti T35, Ferrari Dino 246 schreien, kreischen und flanieren durch die Legende Monaco. Zwei Wochen vor dem F-1-Zirkus.

In Monaco stehen die Tribünen schon bereit, die Eintrittskarten sind verkauft und man wartet auf die erste Startflagge. Wir waren vor Ort und hatten unseren Spaß.


Vorbei am Casino, in Richtung Tunnel, durchqueren ihn schneller als je zuvor, begeistern das Publikum am Hafen, ignorieren die schicken Yachten, passieren La Rasscasse auf dem Weg zur Start-Ziel-Geraden und anschließend der Aufstieg zum Casino, der die Kräfte der teilweise 80 Jahre alten Motoren noch einmal fordert. Die Zuschauer erinnern sich an schlimme Unfälle, Helden mit Koteletten, Piloten ohne elektronische Helfer aber dafür mit Lorbeeren belohnt.


Die Gäste auf der Terrasse des Hotel de Paris sehen die Rennwagen der 30er bis 70er Jahre zwar nur durch den Maschendrahtzaun, aber auch sie werden das Öl, den Gummi und den Schweiß der Fahrer bemerkt haben. Sie sehen sie auf dem Weg hinunter zur Mirabeau verschwinden, sie hören die Motoren aufheuen, wenn bis zum zweiten Gang hinunter geschaltet wird. Dies wiederholt sich zwar pro Klasse nur ein paar Mal, aber es fasziniert immer wieder. Zwei Rennwagen der 60er sind besonders um Achtung bemüht, sie driften gekonnt am Casino vorbei, nutzen alle Energie der Kurve und steuern dem Klassensieg entgegen. So kann es früher gewesen sein. Heute sind WM-Punkte nicht wichtig, die Faszination der Mechanik, die Kunst der Disziplin und die Erinnerung lebt, wenn auch nur für ein Wochenende.


Die Vorkriegszeit. Giganten der Rennbahn oder auch winzige Wägelchen. Aus heutiger Sicht. Die Reifen würde heute kein Motorrad tragen, der Bugatti T35 als rollender Brandbeschleuniger. Die Männer hinter den schmalen Volants waren früher Helden, einer davon ist als Büste im Hafen hier unten verewigt. Sein Name Louis Chiron, einer der erfolgreichsten Rennfahrer. Ist es Mut, Begeisterung oder die einmalige Chance hier durch die Leitplanken-Schlucht zu hetzen? Ohne nennenswerte Auslaufzone, ohne Kiesbett und vor allem ohne echtes Training.


Für Peter Wünsch, im Wolf WR1 unterwegs, ist die Vorbereitung nur digital möglich. „Die Strecke ist die gefährlichste weltweit. Wer hier auch nur eine Sekunde nicht aufpasst, landet an der Leitplanke. Ich übe am Simulator, damit ich wenigstens die Kurven im Kopf habe.“ Wir zählen mehr als ein Dutzend eingedrückte Nasen, abgerissene Räder und diverse Heck- oder Frontflügel, die sich auf der Strecke verselbständigt haben. Die Streckenposten hatten ausreichend Gelegenheit den Ernstfall zu üben. Die aktuelle Formel-1 wird in zwei Wochen durch Monaco toben und sicher auch diverse Schrammen in den Leitplanken hinterlassen.

Die 60er Jahre mit Lotus, Cooper und den anderen Briten. Ferrari fuhr mit dem 246 Dino vorne mit, Jim Clark«s Charme und sein fahrerisches Können strahlen noch heute. Wir platzieren uns vor der Rechtskurve zum Tunnel und freuen uns über eine wunderbare Aussicht auf das blaue Meer mit seinen unzähligen Schaumkronen. Die Piloten haben dafür keinen Sinn. Sie werden mit mehr als 200 km/h durch den Tunnel rasen und hoffen, dass die Schikane danach keine unvorhersehbaren Hindernisse parat hält. Hier wird das Feld zu oft kräftig verdichtet. Front trifft auf Heck, Kunststoff trifft auf Gummi, die Boxencrew ist hier besonders fleißig.


Drei Achsen, sechs Räder. Das fällt auf. Gleich zwei Tyrrell P34 sind am Start und machen den Gegnern besonders in den Kurven zu schaffen. Traktion und Luftwiderstand waren Ende der 70er schon extrem wichtig. 1976 siegte Niki Lauda im Ferrari 312T2, Jody Scheckter und Patrick Depailler im P34 kurz dahinter. Es ist die Zeit der Crosworth-Motoren. Ferrari siegt dank Lauda, die britischen Ingenieure dominieren die Formel 1 und zwei Rennfahrer bereiten die Deutschen auf die Neunziger vor. Jochen Maas und Hans Joachim Stuck erreichen sehr gute Ergebnisse in Monaco. Man mag kaum glauben, dass diese Rennwagen mehr als 40 Jahre alt sind. 


Mein roter M1 rennt und rennt, die leicht hakelige Schaltung war nur am Anfang ein kleines Problem. Jetzt läuft der Schalthebel fast von selbst durch die Kulisse. Der Motor ist in seinem Element, die Drehzahlsprünge werden mit dem Sound des Treibwerks bestens untermalt. Man wird so langsam eins mit dem M1 und der Sportler aus München hat seine Freude. Vielleicht stammt der Claim „Aus Freude am Fahren“ genau aus solchen Momenten. Die letzte Runde, abkühlen. Für Mensch und Maschine. Schaufensterbummel in der Eifel. Jetzt weiß ich, weshalb so viele Menschen, jedesmal wenn BMW einen Sportwagen ankündigt, einen neuen M1 herbei sehnen. 


In zwei Wochen werden wieder die Ferraris von den BMWs und McLarrens gejagt. Die Fahrer stecken in nahezu unverwundbaren Monocoques, die Zuschauer werden den Lifestyle der Monegassen erleben. Die Oldtimer mitsamt ihrer Besatzung sind bereits wieder auf einer anderen Strecke unterwegs und begeistern viele Menschen. In zwei Jahren werden sie wieder hier unterwegs sein. Vorbei an beeindruckenden Fassaden und beeindruckten Menschen.