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Mercedes-Benz CLS 500 4MATIC Shooting Brake: Elegant auf allen Vieren

 
 

Für den Urlaub zu Viert, plus Gepäck, plus Winter. Der CLS Shooting Brake mit 4MATIC ist ein sehr guter Begleiter und auch ein eleganter Transporteur. Das neue Allrad-System erweist sich auch auf Neuschnee als treibende Kraft.

Exclusive-Life hat den besonderen Mercedes bei Innsbruck durch den Winter geschickt.

 

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Wenn man ausgestiegen ist, dreht man sich noch mal um. Man will noch einmal überprüfen ob das Innere und das Äussere aus einem Haus stammt. Der lange Bogen von der A-Säule bis zur Heckklappe. Die leicht barock-traditionell geschwungene Skulptur von Mercedes erinnert natürlich an den CLS, jene Limousine mit der sich die S-Klasse nie so richtig anfreunden konnte. Ja, auch Autos können neidisch und eifersüchtig sein. Und wenn nicht, dann hat Mercedes alles getan um genau das heraus zu finden. Jedenfalls mus man über den Zusammenhang zwischen Innen und Aussen beim Shooting Brake nicht lange nachdenken, es passt zusammen und wirkt wie ein Jacket aus feiner Seide mit einem ebenso feinem Futter. Man fühlt sich wohl, wenn man es trägt und man freut sich, bevor man es anlegt. Nicht nur Kleider können Leute machen.

An einem recht kalten Tag im Dezember stehen verschiedene Shooting Brakes im kleinen Ski-Ort Hochgurgl vor dem Hotel im frisch gefallenen Schnee. Ein Wagen ist getarnt, er trägt weiss und hat sich gekonnt mit dem Hintergrund vereinigt. Seine Konturen sind verschwunden, nur die Scheiben verraten seine Art. Daneben sein Bruder in Rot, beide mit dem V8 und fast fünf Liter Hubraum bestückt. Beide mit dem modernsten Allrad-Antrieb den Mercedes-Benz zu bieten hat: 4MATIC 2013. Ein System mit reichlich Erfahrung und ab dem nächsten Jahr auch bei Modellen mit Frontantrieb wählbar. Die Stuttgarter sind motiviert, 13 Baureihen und fast 60 Modelle sollen bald mit dem Allrad-Antrieb zu kaufen sein. Wer hat da noch Angst vor der weissen Pracht? Winterurlaub wir kommen.

Die Wahl fällt auf den weissen Wagen. Einsteigen, Holz und Leder anfassen, nach hinten schauen, die wirklich schöne Ladefläche im Geiste mit sehr gutem Wein und feinen Reisetaschen füllen. Für vier Reisende und ihr Gepäck reicht der Platz allemal. Ansonsten ist noch Platz auf dem Dach, eine Box für alpines Sportgerät ist Teil der Zubehörliste, man reist mit allem Drum und Dran. Bequem, schnell, geräumig.

Der weisse Shooting Brake zündet sofort, minus 18 Grad werden nach dem Frühstück angezeigt. Der Wagen soll uns in Richtung Timmelsjoch seine Schnee-Kompetenz zeigen. Leider ist der komplette Anstieg gesperrt, Lawinen lauern am Berg. Gut eineinhalb Kilometer Wegstrecke hat man für uns reserviert, links geht es einen Kilometer steil bergab, rechts liegt Schnee, man sieht keine Konturen. Der Fotograf hat Mühe, den Bogen zwischen A-Säule und Heck in angemessener Schärfe einzufangen. Später ist der rote Testwagen an der Reihe.

ESP an, der Gasfuss erinnert sich an zwei Wintertrainings in direkter Nachbarschaft. Man lernte, dass Schnee und Hektik nie Freunde werden. Die Erfahrung ist hilfreich, allzu grosser Druck auf das rechte Pedal würde den Mercedes in einen lauten, sehr teuren und nutzlosen Apparat verwandeln, der zwar hübsch anzusehen wäre, aber mangels Verzahnung von Reifenprofil und Schnee keinen Jota vom Fleck käme. Die umstehenden Menschen wären irritiert ob der sinnlosen Verwendung von Energie und Kraft. Man hat gelernt und man streichelt das Gaspedal, der Wagen rollt zufrieden los, man freut sich über seine neue Technik und den Ausblick auf eine gute Turnstunde im Schnee.

Man könnte jetzt den Wagen die kurze Strecke rollen lassen, durch die Kurven mit Bedacht und am Ende in aller Ruhe die 180-Grad-Wende. Man hätte die 408 PS ignorieren können, den Allrad-Antrieb, das neue Gespann aus Getriebe, Traktionskontrolle und den neu entwickelten Prozessoren und der dazu gehörigen Software, die alle wichtigen Werte blitzschnell über Sensoren erfasst, berechnet und Befehle an den Antrieb und den Motor liefert. Man hätte. Aber genau dies war der Grund unserer Reise nach Innsbruck. Mercedes-Benz zeigte uns das neue System 4MATIC und wir haben es ausprobiert. Wir haben den Testwagen über den locker-flockigen Natur-Teppich geschickt. Wir haben am Anfang der Geraden das Gaspedal ruckartig nach unten gedrückt, wir haben kurz vor der Kurve ebenso ruckartig die Bremse aktiviert und in der Kurve haben wir eigentlich alles falsch gemach, was man nur machen kann: wir haben gebremst, heftig gelenkt, beschleunigt, also den Wagen aus der Ruhe gebracht. Was ist passiert? Das wichtigste zuerst: Wir blieben in der Spur. Die Elektronik war unser Retter, man kann von einem sehr aufmerksamen Beifahrer sprechen, der einem Fahrlehrer gleich über eine zweite Pedallerie verfügt. Dort, wo Entschleunigung angebracht war, wurde Moment genommen. Dort, wo Antrieb wegen Mangel an Grip überflüssig war, wurden Kräfte an Räder mit Grip umgeleitet. Kurz: Der Wagen wurde “Schnee-gerecht” mit Antrieb versorgt, oder anders der Antrieb wurde per Elektronik organisiert. Natürlich lenkt der Wagen nicht selbst, wer unbedingt im Graben überwintern will, schafft das noch immer.

Die Mitte im Schnee. Dritte Runde, ein wenig Dynamik, ein wenig Tempo, in der Spitze knapp 100 km/h, vor den Kurven Gas wegnehmen, durch die Kurve im sehr leichten Drift, wobei das schon überflüssig ist. Den Wagen rollen lassen, aus der Kurve mit Schwung auf die nächste Gerade, wieder beschleunigen und die nächste Kurve kommt uns entgegen. Der Wagen ist immer bei uns, er zickt nicht, er springt nicht, er fühlt sich auf Schnee recht wohl und zeigt deutlich, dass Allrad-Antrieb kein Allheilmittel ist. Und das beruhigt, denn der Fahrer sollte wissen, dass Haftung immer das A und O ist. Ob man nun Allrad-Antrieb als generellen Vorteil werten will, bleibt eine individuelle Haltung. Dass immer mehr Hersteller alle vier Räder antreiben, mag ein gutes Geschäft sein. Wenn, wie bei Mercedes-Benz nur 70 Kilo mehr Gewicht anfallen, ist das grundsätzlich sehr lobenswert. Der Aufpreis von 2.737,00 Euro ist da schon bemerkenswerter.

Abseits vom Schnee. Die Rückfahrt vom Hotel in Hochgurgl zum Flughafen nach Innsbruck war dem Gleiten und Beobachten gewidmet. Der V8 wurde hier und da zwecks Überholmanöver aus seinem Schlummer erweckt. Neben der beeindruckenden Kraft entfaltete der Mercedes natürlich ein etwas feineres Gebrüll als die üblichen V8-geschwängerten Autos. Wer CLS fährt wird vermutlich lieber ruhigere Power lieben. Ansonsten bleibt noch der Gang zum AMG-Händler, dort werden dann andere Töne angeschlagen. Nach den Fahrt bleibt uns das sehr bequeme, hochwertige und stilvolle Ambiente im Gedächtnis haften. Der Wagen lenkte und fuhr sich ausgesprochen einfach, die Instrumentierung ist modern, übersichtlich und Mercedes-like, was so viel bedeutet wie “man sieht und spürt, dass man in einem Mercedes sitzt”. Der Bogen zwischen Aussen und Innen ist gespannt, man reist bequem, stilvoll und auch ein wenig individuell. Bisher ist der CLS Shooting Brake ein Einzelkind, das auf echte Mitbewerber noch warten muss.

 

 

Text: Ralf Bernert

Fotos: Mercedes-Benz

Die technischen Daten (laut Hersteller):

Shooting Brake CLS 350 CDI 4-Matic:
Motor: V6 Diesel
Hubraum: 2.987 ccm
Leistung: 195 kW / 265 PS
Drehmoment: 620 Nm
Getriebe: 7 G-Tronic
Verbrauch kombiniert: 6,0 l/100 km
CO2: 169 g/km
Beschleunigung 0-100 km/h: 6,6 Sekunden
Höchstgeschwinigkeit: 250 km/h
Preis ab: 68.365,50 Euro

Shooting Brake CLS 500 4-Matic:
Motor: V8
Hubraum: 4.633 ccm
Leistung: 300 kW / 408 PS
Drehmoment: 600 Nm
Getriebe: 7 G-Tronic
Verbrauch kombiniert: 9,2 l/100 km
CO2: 214 g/km
Beschleunigung 0-100 km/h: 5,3 Sekunden
Höchstgeschwinigkeit: 250 km/h
Preis ab: 84.966,00 Euro