Mercedes-Benz A-Klasse: Umwerfend modern. Eigentlich interessiert man sich bei neuen Autos für das Design, die Motoren und deren Leistung und natürlich auch für den Preis. Bei der neuen A-Klasse sieht das anders aus. Man interessiert sich für die Bedienung und genau die haben bei der Weltpremiere ausprobiert. Hey Mercedes!

“Hey Mercedes” Der Elch als Wappentier der A-Klasse. Foto: Mercedes-Benz

Die erste A-Klasse war umwerfend. Robert Collin, ein schwedischer Motorjournalist, hat das am eigenen Leib erlebt und dafür gesorgt, dass der neue Mercedes umgehend mit einem ESP-System ausgerüstet wird. Das war Ende 1997. Die erste Generation der A-Klasse war also erstmal in aller Munde und das nicht im positiven Sinne. Trotzdem wurden 1,1 Millionen A-Klassen verkauft. Mit der dritten Generation, intern W176 genannt, wandelt sich die A-Klasse. Flacher, dynamischer und vor allem jugendlicher. Die Vorgänger waren zwar erfolgreich, begeisterten aber vor allem ältere Menschen. Das sollte sich mit dem W176 ändern. War der Vorgänger noch wegen seiner guten Übersicht, der erhabenen Sitzposition und des eher ruhigen Designs bei den über 40-Jährigen beliebt, setzte beim Nachfolger 2012 ein Wandel ein. Die neue A-Klasse ist ein voller Erfolg.

Und nun ist die vierte Generation auf dem Markt. Der W177 folgt dem Beispiel des Vorgängers. Die Karosserie ein wenig sportlicher, vor allem die Fronthaube zeigt mehr Kontur, die Seitenlinien sind noch klarer gezeichnet und dann ist da noch der Innenraum, an dem man deutlich erkennt, dass wir uns in einer neuen Phase des Automobilbaus befinden. Das Thema lautet „Kommunikation“.

Mercedes-Benz A-Klasse – Hey Mercedes

Zwei Monitore sitzen auf der Instrumententafel. Sie erinnern an die S- und E-Klasse. Sie sind riesig, sie dominieren den Innenraum, zumindest optisch. Hinter der Screen-Wand arbeiten unzählige Prozessoren, Unmengen an Daten werden bewegt, nahezu der gesamte Wagen wird über diese beiden Bildschirme verwaltet. Natürlich Touchscreen, natürlich Gesten- und Schalter-Steuerung und dann ist da noch die Sprache.

Amsterdam, 2. Februar 2018. Es ist 19.00 Uhr und Dr. Dieter Zetsche betritt die Bühne. Der CEO der Daimler AG spricht mit einem Mercedes. „Hey Mercedes“. Mercedes antwortet, ein wenig mechanisch aber deutlich erkennbar. Ein paar Sätze werden ausgetauscht, ein Scherz über den Humor deutscher Ingenieure und dann rollte die vierte Generation auf die Bühne. Das Kürzel MBUX wird erwähnt und genau das ist das Herzstück der neuen A-Klasse. MBUX steht für „Mercedes-Benz User Experience“ und das steht für ein neues Bedienkonzept.

Im Mittelpunkt von MBUX steht die Verbindung zwischen Mensch und Maschine per Sprachsteuerung. Man kann natürlich immer noch mit der Fingerspitze direkt am Monitor Einstellungen vornehmen, ausser dem sitzt am Steuer ein Stellrad, dass verschiedene Einstellungen ermöglicht, aber die Laufrichtung ist eindeutig. Die Sprache ist der Knopf zum Auto. Was wir seit ein paar Monaten aus der TV-Werbung und seit den 70ern aus dem Raumschiff Enterprise kennen, ist nun auch im Auto möglich.

Mercedes-Benz A-Klasse – umwerfend modern. Hinten sitzen zwei Erwachsene sehr bequem und vor allem mit ausrecheichend Bein- und Kopffreiheit.

Sprachsteuerung ist kein neues Ding. Seit den 60er Jahren arbeiten Informatiker intensiv und anfangs erfolglos an der Entwicklung der automatischen Spracherkennung. Mitte der 80er Jahre wurden erste funktionierende Systeme vorgestellt. Der Rechner konnte ein paar tausend Worte erkennen. Den endgültigen Durchbruch konnte der US-Konzern Apple 2011 melden. Mit dem System „Siri“ war die Unterhaltung mit dem Smartphone nun endlich in freier Sprache möglich. Das Smartphone kann nun nicht nur Befehle verstehen und dann ausführen, es konnte auch in deutlicher Sprache antworten.

In der neuen A-Klasse soll man nun per Sprachsteuerung die wichtigsten Einstellungen verbal vornehmen können, bzw. man kann in ganz normalen Sätzen Kommandos oder Fragen an den Wagen richten. Wer die Heizung nach oben regulieren möchte, sagt einfach „mir ist kalt“ und schon wird die Temperatur im Wagen nach oben korrigiert. Das Prinzip kennen wir bereits von Steuersystemen, die in unserem Haus, unserer Wohnung, die Heizung regulieren, das Licht ein- und ausschalten, Fensterläden schliessen und den TV-Sender wechseln. Nun ist das Auto an der Reihe und das kann nicht nur Sprachbefehle ausführen, sondern auch SoftwareUpdates empfangen, die Navigation aufgrund vergangener Fahrten optimieren und ein Fahrziel punktgenau ansteuern.

Mercedes-Benz A-Klasse – umwerfend modern. Die Steuerzentrale erinnert stark an die S- und E-Klasse.

Die neue A-Klasse macht den Anfang. Alle anderen Modellreihen werden nachziehen. Interessant ist dabei, dass Mercedes mit der kleinsten Baureihe startet und dann nach und nach die anderen Reihen aufrüstet. Was uns interessiert? Wie lange wird es dauern, bis die alternativen Steuersysteme, also Knöpfe, Touchscreen und Gesten in den Hintergrund treten, weil die Sprachsteuerung weitaus bequemer, umfangreicher und schneller ist.

Was die A-Klasse der Generation 2018 noch alles kann, wollen wir nach einer ersten Testfahrt aufschreiben.

Was kann die A-Klasse sonst noch? Sie wird mit einem neu entwickelten 4-Zylinder Benzinmotor angeboten. Zum Verkaufsstart im Sommer diesen Jahres stehen drei Motorisierungen zur Auswahl:

Angaben des Herstellers:

A 200 (120 kW/163 PS, 250 Nm); mit 7G‑ DCT-Doppelkupplungs getriebe (Kraftstoffverbrauch kombiniert 5,1  l/100  km, CO2-Emissionen kombiniert 120  g/km) oder Sechsgang-Schaltgetriebe (Kraftstoffverbrauch kombiniert 5,6  l/100  km, CO2-Emissionen kombiniert 133  g/km)

A 250 mit 7G-DCT-Doppelkupplungsgetriebe (165  kW/224  PS), 350  Nm; Kraftstoffverbrauch kombiniert 6,0  l/100  km, CO2-Emissionen kombiniert 141  g/km)

A 180 d mit 7G-DCT-Doppelkupplungsgetriebe (85  kW/116  PS), 260  Nm; Kraftstoffverbrauch kombiniert 4,1  l/100  km, CO2-Emissionen kombiniert 108  g/km)

Im Innenraum hat man die Wahl zwischen drei Monitor-Varianten:

mit zwei 7-Zoll-Displays (17,78 cm),
mit einem 7- und einem 10,25-Zoll-Display (26 cm) und
mit zwei 10,25-Zoll-Displays

Preise hat Mercedes-Benz noch nicht genannt. Die ersten Fahrzeuge sollen ab April bei den Händlern stehen.

Fahrbericht Mercedes-Benz S-Klasse Cabriolet

Fotos: Mercedes-Benz