Mazagan Beach Resort: Der Duft des Luxus

Der Atlantik klopft an den Strand, direkt dahinter ragt ein Palast aus dem Sand, der neben einem Spitzenhotel auch einen exzellenten Golfplatz beherbergt. Das junge Mazagan Beach Resort gilt als aussichtsreicher Kandidat für einen Spitzenplatz auf der Rangliste der besten Hotels in Afrika.

Exclusive-Life war vor Ort, hat die Nase in diverse Gewürztöpfe gesteckt, das 5er Eisen auf dem spektakulären Golfplatz geschwungen und vielen freundlichen Menschen bei der Arbeit zugesehen.

 

mazagan-startfoto

 

Der Teppich ist nicht rot, er ist grau, gut 120 Kilometer lang und aus Asphalt. Am Flughafen in Casablanca liegt das eine Ende, das andere schlängelt sich bis zum Portal des Mazagan Beach Resort, einem gigantischen Luxus-Hotel unweit der kleinen Stadt El Jadid an Marrockos Atlantikküste. Für Gäste des Mazagan beginnt der Aufenthalt bereits am Airport, dort wo Humphrey und Ingrid niemals waren, dort wo der graue Teppich seine kleinen Franzen hat und dort wo man im Normalfall ein wenig länger auf ein Taxi warten muss. Gäste des Mazagen müssen das nicht, sie werden erwartet, von ihrem Gepäck befreit, das sicher und bequem im Kofferraum der schwarzen Limousine landet, deren Tür von Rachd dem Chauffeur geöffnet wird. Rachid hat immer vier oder fünf Flaschen Wasser im Auto, er fährt sicher und niemals zu schnell. Er öffnet den Aschenbecher im Fond, er hält den Mund oder er erzählt Geschichten über seine Heimat. „Du bist der Boss und ich bin Rachid.“

Vor dem Hotel gibt es einen Parkplatz, dessen Ausmasse einen ersten Eindruck von der Größe des Hotels vermitteln. Vor allem Nachts, wenn nahezu jede Parkbucht von einer eigenen Laterne beleuchtet wird, könnte man schnell auf die Idee kommen, dass erstens elektrischer Strom alles andere als teuer ist und zweitens in diesem Hotel für jedes der 500 Zimmer mindestens zwei Autos vorgesehen sind. By the way, Benzin  ist in Marrocko nicht viel preiswerter als in Deutschland. Die Dichte an Luxus-Autos auf dem Mazagan-Parkplatz ist dem Niveau des Hotels angemessen, deutsche Premiummarken sind an dieser Stelle in der Überzahl.

Ein gigantischer schwarzer Monolith, von Wasser umspült. trennt das Vordach mit Anfahrzone von der Eingangshalle. Links und rechts des Steines kann man heimische Handwerkskunst bewundern. Die Decken der beiden Durchgänge sind mit feinsten Holzarbeiten verziert, die Kacheln an den Wänden glänzen in den schönsten Farben. Weiter vorn, nach etwa zwanzig Metern, breitet sich die Empfangshalle mit ihren enormen Säulen aus Stein aus. Die Rezeption auf der rechten Seite erinnert auf den ersten Blick an einen Check-In-Bereich auf einem Flughafen. Wer zum Schalter will, muss sich durch eine Gasse an Gittern bewegen. Vielleicht will man auf diesem Wege ein Gewirr an Menschen vor dem Tresen verhindern. Jedenfalls läuft der Check-In wie am Schnürchen, ob in englischer oder französischer Sprache ist einerlei. Die Visitenkarte des Hotels erfüllt die hohe Erwartung, die man an ein Hotel der obersten Kategorie stellt.

Die Eingangshalle mit zwei Bars und den nach allen Himmelsrichtungen verlaufenden Gängen zu den Restaurants, dem Casino, den Zimmern und dem Eventbereich kann man als Zentrum des Hotels bezeichnen. Eingerahmt von hohen und sehr beeindruckenden Säulen aus Stein, kann man im Mittelpunkt des hohen Raumes bei einem Tee oder Kaffee die Architektur der Anlage in Ruhe erahnen. Überall wimmelt es von Menschen, die zahlreichen Service-Mitarbeiter sind permanent unterwegs, tragen Tabletts mit Getränken oder Snacks zu den Tischen. Dabei herrscht doch eine deutlich spürbare Ruhe in dem gesamten Raum. Das Mazagan scheint ein Ort der Entspannung zu sein, trotz zahlreicher Menschen im Business-Outfit, hier ist Entschleunigung kein leeres Schlagwort.

Zweimal links abbiegen, dann in den Aufzug, der sich nur bewegt, wenn ich die Schlüsselkarte an den Scanner halte. Vierter Stock, vorbei an kleinen Innenhöfen mit Springbrunnen und Treppenhäusern. Im Zimmer läuft die Klimaanlage, 19 Grad, draussen wird man eher 35 Grad messen. Die Sonne hat sich schon lange verabschiedet, aber ein Wind aus der Sahara trägt die Bullenhitze bis vor die Haustür. Die Fenster des Zimmers sind als Schiebetür zu bedienen, nach dem Öffnen trifft Klimaanlage auf Wüstensturm, ein Schlag vor die Stirn und man weiß wo man ist. Ein Gast relativiert dieses Ereignis, diese Hitze in der Nacht sei eine Ausnahme. Der Wind aus West treibe im Normalfall die kühle Atlantikluft ins Hotel. Am nächsten Abend bestätigt sich die Vorhersage aus dem Zimmer nebenan.

Doppelbett mit Aussicht. Das Foto oben links täuscht nicht, die Einrichtung ist geschmackvoll, von sehr hoher Qualität und nicht überladen, bzw. zu sehr auf Luxus getrimmt. Das Bad ist groß, sehr modern und mit allen Wassern gewaschen, also für den Europäer mit hohen Ansprüchen bestens geeignet. Das Bett wiegt auch den anspruchsvollsten Gast sanft in den Schlaf, der Flachbildschirm an der Wand ist mit mehr als 150 TV-Kanälen aus aller Herren Länder gefüttert. Gegen Aufpreis steht eine Videothek auf Abruf bereit.

Essen und Trinken. Die Marokkaner lieben ihre Kinder und auch ihr Essen. Der Gourmet wird im Mazagen auf allerlei Art und Weise mit Nahrung versorgt. Die Bar in der grossen Halle bietet kleine Snacks am Stehtisch oder in der Sitzgruppe, gegenüber werden auch warme Gerichte serviert. Das „Casablanca-Pils“ schmeckt vorzüglich. Im „Morjana“ isst man traditionell und auch international auf hohem Niveau, natürlich lassen sich an dieser Stelle besonders gut Fischgerichte geniessen. Im „Sal de mer“ stehen Grill-Gerichte im Vordergrund, im Golfclub erfreut man nicht nur den Gaumen sondern auch das Auge. Mit Meerblick speist es sich dann doch besonders gut.

Bälle schupsen für Profis und solche, die es werden wollen und können. Gary Player hat an den 18-Loch-Platz Hand angelegt und das merkt man dem Platz an an. Vor allem den Bunkern sieht man die Handschrift des Südafrikaners an. Sehr hohe und steile Kanten machen dem Golfer das Leben im Sand schon arg schwer, die Abschläge sind recht lang, der Rasen ist ausserordentlich gut gepflegt und die kleinen Villen am Rand des Platzes sehen im Moment noch nicht zu viele Golfer. Wir hätten während der drei Tage unseres Besuches im Grunde jederzeit den Platz spielen können, unser Urteil über die Qualität und das Layout des Platzes teilt auch der Chefredakteur des Golfmagazines „golfparadies.com“, Klaus O. Braun, der diesen Kurs als einen der besten in Afrika bezeichnet.

Baden, Fahren, Reiten und Springen. Wäre da nicht der recht kühle Atlantik, man könnte die zahlreichen Angebote an Aktivitäten am Strand oder auf dem Meer vernachlässigen. Jedenfalls lässt sich an dem gut sieben Kilometer langen und fast fünfzig Meter breiten Strand recht gut relaxen, die Sonnenliegen sind in ausreichender Zahl vorhanden, Hotelmitarbeiter kümmern sich um Getränke, Handtücher und Sonnenschirme. Das Unterhaltungsprogramm kann sich sehen lassen, Dromedare ziehen am Strand entlang, entweder mit oder auch ohne Besatzung. Hier und da springen ein paar Jetski von Welle zu Welle. Motorsportler hetzen entweder ein Quad oder einen Buggy durch die Dünen und wem der ganze Atlantik dann doch zu gross ist, der wechselt an den etwas kleineren Pool und lässt sich dort mit dem gesamten Bar-Programm versorgen.

Abreise mit Hindernissen. Nach drei Tagen, einem recht üppigen Programm und dem besten Eindruck den ein Resort dieser Kategorie hinterlassen kann, treten wir die Heimreise an, die uns durch die staatliche  Royal Air Maroc deutlich vermasselt wurde. Mehr als acht Stunden durften wir am Gate des Airports in Casablanca verbringen, ohne dass auch nur eine verlässliche Information an die Passagiere gelangte. Erst nachdem einige Personen das Bürp der Airline zwecks Beschwerde besuchten, wurde reagiert. Zehn Flaschen Wasser und ein paar Sandwiches wurden als angemessene Reaktion angeboten. Dass viele Passagiere ihre Anschlussflüge verpassten war für die Mitarbeiter kein Thema, sie schickten stattdessen Polizeibeamte an das Gate, vielleicht als Warnung oder Beruhigung. Unbeachtet dessen, fällt das Fazit unseres Besuches im Mazagan Resort und auch der kleinen Stadt El Jadid sehr positiv aus. Wer seinen Urlaub oder auch einen Golftrip auf sehr hohem Niveau in Marokko verbringen will, kann mit dem Mazagan keinen Fehler machen.

 

Foto: Ralf Bernert
Foto: Ralf Bernert
Foto: Ralf Bernert
Foto: Ralf Bernert
Foto: Ralf Bernert
Foto: Ralf Bernert
Foto: Ralf Bernert
Foto: Ralf Bernert
Foto: Ralf Bernert
Foto: Ralf Bernert
Foto: Ralf Bernert
Foto: Ralf Bernert
Foto: Ralf Bernert
Foto: Ralf Bernert
Foto: Ralf Bernert
Foto: Ralf Bernert
Foto: Ralf Bernert
Foto: Ralf Bernert

 

Text: Ralf Bernert

Fotos: Hotel/Ralf Bernert