Exclusive-Life driven by exception

Maserati Levante Hybrid

Motor: 4-Zylinder Reihe

Turbolader plus E-Booster

Hubraum: 1.995 ccm

Leistung: 243 kW / 330 PS

Drehmoment: 450 Nm


Antrieb: Allrad

Getriebe: 8-Stufen-Automatik


Fahrleistungen und Verbrauch:

0-100 km/h: 6,0 s

Top Speed: 240 km/h Verbrauch kombiniert: 10,0

Preis in Deutschland ab:81.158,00 Euro

Maserati Levante Hybrid – Mit Strom für mehr Zunder

Zwei Zylinder raus, ein Verdichter rein. Was im Ghibli Hybrid bereits wirkt, ist jetzt auch im Levante wirksam. Diesel adé, Vierzylinder mit Verdichter rein. Wir haben den Wechsel an der Côte d’Azur erlebt. 

Der Dreizack ist blau unterlegt und genau das soll uns sagen, dass wir den elektrifizierten Levante sehen. Wir hören ihn auch und wir erleben, später, dass dies kein Hybrid der üblichen Art ist. Keine Kollektion an Ladekabeln im Kofferraum, keine Anzeige der elektrischen Reichweite, kein 1,8 Liter pro 100 Kilometer Schmu und kein lautloses Dahinrollen auf den ersten Kilometern. Der Zweiliter-Vierzylinder ist permanent zu Diensten und er läßt sich vom Turbolader und eben vom Verdichter unter die Arme greifen. Der Diesel im Levante-Programm ist perdu, der Verdichter im Kombinat mit dem Vierzylinder deutet den Weg in die Zukunft und die kennt keine Hybrid-Brücke. Schnurstracks in Richtung Vollelektriker, Rolls-Royce denkt in die gleiche Richtung. Und wir denken über Verdichter und ihre Wirkung nach.

Die ersten Meter, direkt vor dem touristisch extrem beliebten „Polizei-Revier“ des Gendarm von St. Tropez, lassen wir den 330-PS-Italiener von der Leine. Im Komfort- und Erkundungs-Modus. Wir kennen den Levante von einer Testfahrt im letzten Jahr. Den GTS mit V8 mit reichlich Vortrieb und entsprechendem Durst. Und jetzt die halbe Portion. Mit der Inneneinrichtung freundet sich der Mensch schnell an, weil sehr bequem, sehr hochwertig und sehr grandezza. Maserati fühlt sich seiner Tradition verpflichtet und erfüllt sie auch. Das kleine Kunststück, Luxus eben nicht protzig oder bräsig erscheinen zu lassen, gelingt den Leuten bei Maserati ein ums andere Mal. Er funktioniert. Einsteigen, vorher Jacke an den Haken, ein paar Sekündchen den Monitor plus externe Knöpfe und Schalter auf wichtige Funktionen überprüfen, den Wahlhebel nach hinten und los.

In der Stadt sind SUV und Crossover erstmal lang, breit, hoch und diesen Tick unübersichtlich. Hauswände rücken näher, es piept. Und nach drei Straßen hat man den Wagen im Griff. Doch übersichtlich, nicht so lang und schon gar nicht breit. Es passt. Und das Fahrwerk kümmert sich wie eine Nanny um unser Wohlergehen. Auch das ist italienisch. Vielleicht, weil Italiens Straßen früher eher schlecht behütet wurden. Früher. Heute liegt der Asphalt wie ein feiner Teppich auf dem Untergrund, der Levante schreitet darüber hinweg und wir erleben eine Soundanlage, die sich hören lassen kann.

Der Verdichter hat offenbar Pause. Aber wir werden auch später nicht merken., was er gerade tut. Das Pfeifen alter Turbolader hört man nicht mehr, der Vierzylinder brummt, wenn man ihn in höheren Drehzahlen laufen läßt. Und die Dämmung des Wagens ist vorzüglich. 

Auf der ersten Landstraße, alles leer. Kurven und Geraden sorgfältig nacheinander aufgereiht, locken mit feinen Versprechen. Gas geben, vorher runter schalten, noch früher den Sportmodus wählen. Also die Federwege ein wenig kürzer, die Lenkung straffer, das Gaspedal sendet den Druck des Fusses noch direkter an den Motor und irgendwie ist auch der Fahrer deutlich konzentrierter unterwegs. Das, was Autos mit hohem Schwerpunkt gerne tun, wanken, ist dem Levante offenbar fremd. Schnelle, enge Kurven werden sauber und sehr gerade genommen. Lange, noch schnellere Kurven sind auch kein Problem. Wenn Lenkeinschlag und Geschwindigkeit nicht so recht zusammen passen, kümmert sich die Elektronik um eventuelle Ausbruchsversuche. Früher, sehr viel früher waren sehr motivierte Menschen am Steuer eines Maserati oder ähnlicher Mobile schnell überfordert. Heute grenzen Unfälle durch überhöhte Geschwindigkeit meist an Vorsatz. 

Es geht bergauf, bergab, die längsten Kurven nimmt der Levante mit einer feinen Mischung aus Drang und Lässigkeit. Die Sitze halten den Mensch, der Vierzylinder spürt jetzt den heissen Atem des Verdichters, es ginge immer noch einen spürbaren Touch schneller, 450 Newtonmeter Drehmoment mischen sich ein in diese Tour. Es hagelt Lenkmanöver, Querbeschleunigung plus Wankausgleich. Der Wankstabilisator gewinnt ein ums andere Mal. Und das Auge staunt über den Hybrid, der später an der Tankstelle den Geizhals gibt. Um die zehn Liter, nach einer Fahrt, die bei anderen Autos die Marke 15 locker genommen hätte. Wieder einsteigen und mit Davide Grasso, dem CEO von Maserati über die Zukunft des Dreizack sprechen. Mit Blick auf die untergehende Sonne und als Vorspeise ein paar Geschichten über Corona und seine Reiseüberraschungen. Und dann schafft Davide die Abgasanlagen aller Maserati ab. Zukünftig. Ohne Ausnahme, was wir dann bedauern. Den MC20 haben wir erlebt, mit Abgasanlage plus V6. Aber darüber schreiben wir noch was auf.