Exclusive-Life driven by exception

Motor: 4-Zylinder Reihe + E-Motor

Hubraum: 2.487 ccm

Leistung: 309 PS

Drehmoment: 540 Nm

Antrieb: Allrad

Getriebe: stufenlos

Trockengewicht: 2.050 kg

Fahrleistungen und Verbrauch:

0-100 km/h: 6,3 s

Top Speed: 200 km/h

Verbrauch kombiniert: 1,1 l/100 km

Preis in Deutschland ab: 60.300,00 Euro

Fahrbericht Lexus NX 450h AWD

Das Leben im Lexus, was meint, dass man sich über Themen Qualität oder Zuverlässigkeit keine Gedanken macht.

Wenn dieser Japaner noch mehr Konturen hätte, man könnte ihn glatt für ein Kunstwerk halten. Egel wo, das Auge bleibt hängen. Ein optischer Rundgang um diesen NX dauert wirklich lange. Dass die Kühlermaske einen anschreit, ist mittlerweile obligatorisch. Links und rechts davon zwei mächtige Lufteinlässe, wie Eingänge zu einem geheimen Bunker und darüber diese sehr, sehr schmalen Leuchten, die dem Hybrid ein Gesicht geben, das man ernst nehmen sollte. Kein Spielkram aus Japan.


Die Radläufe, vorn wie auch hinten, als Ansage nicht zu übersehen. Kraft und Dynamik versprechend, dazwischen von der A-bis zur C-Säule, Linien, scharf geschnitten, Schatten und Farbwechsel, je nach Blickwinkel und Lichteinstrahlung. As lebe dieser Corpus. Hinten dann, volle Kante, nüchtern, symmetrisch, streng und technisch. Die Spange in der Mitte als Verbindung beider Leuchten. Mittlerweile obligatorisch.


Das gesamte Fahrzeug, seine Figur, seine Erscheinung, ein Statement, eine Ansage. „Wir sind Lexus und wir wissen, wo rechts und links ist.“ Klar, das wisst Ihr schon lange.“


Der Innenraum. Vollgepackt mit Qualität. Leder, Kunststoff, Metall und Glas. Das Alles zu einem Raum der Technik und der japanischen Tradition erklärt. Wohnlich, irgendwie. Komfortabel, unbedingt. Hochwertig, ganz klar. Lexus kann das schon lange. Früher eher unaufgeregt, fast spießig. Jetzt, japanische Avantgarde. Mehr als Premium, am Sockel des Luxus und darüber hinaus. Diesen Tick mehr, als die Mitbewerber, vor allem aus Deutschland. Unverkennbar, typisch und mit dem Suchtfaktor versehen. Man will dieses Angebot an Komfort und Lifestyle nicht abgegeben. So schafft man Kiundenbindung. Mit Qualität.


Und unter dem Blechkleid? PlugInHybrid? Wo doch Lexus mit seinen Vollhybriden das Thema „Verbrauch und Realität“ auf eine sehr stabile Ebene gesetzt hat. Wo 5,4 Liter pro Hundert Kilometer drauf steht, sind auch 5,4 Liter drin. PlugIn versprechen ein oder zwei Liter und wehe, du läßt den Wagen laufen, wehe du füllst den Akku nicht regelmäßig auf. Oder noch schlimmer, Du lädst den Akku per Verbrenner. Dann wird’s schnell zweistellig. Die staatliche Konjunkturspritze bleibt dann als einziges Kaufargument.


Der NX verspricht 1,1 Liter auf 100 Kilometer. Kann er das wirklich? Klar, theoretisch. Also jeden Abend den Akku im Carport aufladen und am Tage maximal 100 Kilometer fahren. Langsam und mit Bedacht. Rekuperation hilft. Also den Gasfuß im Griff haben. Dann, aber nur dann funktioniert es.


Er kann maximal 200 km/h und er kann 6,3 Sekunden bis 100 km/h brauchen. Dann sind die 1,1 Liter ein Traum. Also in der Stadt gaaaanz sachte von Ampel zu Ampel, auf der Landstraße in aller Ruhe beschleunigen. Das Thema lautet: „Fixierung“. Die höchste Rekuperationsstufe ist Teil des heiligen Grals verbrauchsoptimierter Fahrerei. Vor allem in einem PlugIn.


Fast 70 Kilometer schaffen wir, rein elektrisch. Das ist bemerkenswert, weil wir die Hoffnung auf einen sehr niedrigen Benzinverbrauch noch nicht begraben. Den Vierzylinder, der leider ein wenig zu arg brummt, lassen wir, so es geht, in Ruhe. Der schnittige Viertürer rollt dahin und am Ende der Testfahrt schreiben wir auf: runde zwei Literchen auf 100 Kilometer. Das nennen wir mal beachtlich. Dass andere PlugIn-Hybride diesen Wert nicht schaffen, liegt sicher auch daran, dass die Konkurrenz mit kleineren Stromtanks unterwegs ist. 50 Kilometer sind der staatlich verordnete Mindestwert, nur dann werden Prämien fällig. Und in Deutschland entwickelt sich exakt deshalb der PlugIn-Hybrid zum Automobilen Grundnahrungsmittel.


Was fällt uns sonst noch zum NX ein? Ganz einfach, ein typischer Lexus. Sehr komfortabel, sehr gut verarbeitet. Das Touchpad auf der Mittelkonsole nervt noch immer, die Kommunikation mit dem Wagen per Stimme funktioniert einwandfrei. Die komplette Bedienung ist einfach strukturiert, was der Wagen kann, zeigt er auch her. Dass die Bedienflächen, die Monitore, die Sitze und Ablagen wie aus einem Guss wirken, liegt sicher daran, dass sie es auch sind. Das Thema Tradition fährt mit. Handwerkskunst aus Japan, das, was einen in einem Lexus immer begleitet, ist Normalität. Für den Europäer vielleicht nicht immer sichtbar, spürbar.




Fotos: Lexus