Exclusive-Life driven by exception

Lexus LC500h

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Motor: V6 plus E-Motor

Systemleistung: 264 kW / 359 PS 

Drehmoment gesamt: 750 Nm


Leergewicht: 2.015 kg

Fahrleistungen:

0-100 km/h: 5,0 s

Top Speed: 250 km/h


Verbrauch:

nach EWG: 6,7 l / 100 km

CO2 kombiniert: 153 g/km


Preis in Deutschland ab: 104.250,00 Euro 

Fahrbericht Lexus LC 500h – Effizienz auf die elegante Art

Den V8 Sauger haben wir erlebt. Im Coupé und im Cabriolet. Jetzt folgt der sparsame Vollhybrid, der uns lehrt, dass man Dynamik plus Komfort durchaus effizient und sparsam erleben kann. Und wenn Benzin zum kostbaren Gut wird, macht dieser Lexus besonders viel Spaß. 

Tempo 120, der V6 wirkt und ruht gleichzeitig. Keine Drehzahlorgie, keine Benzinleitung, in der sich der Lebenssaft des LC in Richtung Brennräume stürzt. Er fliesst und läuft, weil ein E-Motor den Durst des V6 nachhaltig bremst. Organisiert durch clevere Technik, ein Vollhybrid reinsten Wassers organisiert die Leistungsflüsse, einem Disponent gleich, der mittels ausgiebiger Kompetenz, die beiden Motoren dirigiert, was nachhaltiger, cleverer und deshalb effizienter ist, als alle Gasfüsse auf unseren Straßen zusammen. 


Langstrecke ist seine Sache nur mit kontrolliertem Gasfuß und wer diesen Lexus mittels Bleifuß durch die Lande hetzen will, sollte lieber auf das kleine h hinter der 500 verzichten. Dann erlebt man einen V8 Saugmotor, dass einem das Herz aufgeht. Der Vollhybrid aus Japan dagegen ist ein effizienter Gentleman mit der Ästhetik eines Individualisten. Ecken und Kanten, provokante Linien, ein Vergleich mit Wettbewerbern ist kaum möglich, da nicht vorhanden. Die Kombination aus Ästhetik und Technik ist bemerkenswert, weil mutig, ungewöhnlich und die Neugier weckend. Umso spannender und interessanter unser Ausflug zu einer Zeit, in der ein Liter Benzin so kostbar wie nie ist. Die Tankstelle mutiert zum Luxus-Shop, die Zapfpistole sollte verkorkt sein und der Tankwart schaut noch mehr auf die Bildschirme der Aussenkameras. Rund 50 Liter Benzin verlassen den Tankstellen-Behälter und wandern hoch motiviert in den Tank des Lexus. Wie lange dieser Vorrat reicht, werden wir erproben.


Das dankbarste Revier des japanischen Vollhybriden ist die Landstraße, Mittelstrecke. Auf dem Weg dorthin, die Stadt. Stopp and Go, Rekuperation am laufenden Band. Der V6 sitzt auf dem Startblock und sitzt und sitzt. Und freut sich wie ein Sprinter auf den Schuss aus der Startpistole. Dann endlich das ersehnte, runde Schild. 100 km/h sind erlaubt und erwünscht. Der Gasfuß senkt sich, zeigt dem E-Motor, dass dieser jetzt pausieren soll. 


Und dann laufen die sechs Kolben los, nahezu ohne Vibrationen, mit dem Sound eines Motors, der kerngesund, voller Vitalität und Mechanik steckt. Das große Coupé hebt den Vorderwagen kurz an, bis die maximal erlaubte Geschwindigkeit erreicht ist, dann hebt sich der Fuß, der Disponent übernimmt den Taktstock und der Elektriker greift ins Geschehen ein. Auf dass die Kräfte möglichst nachhaltig genutzt werden. Von da an greifen beide Motoren ins Geschehen ein, treiben die hinteren Räder an. Hier und da legt der V6 eine Pause ein, meldet sich dann wieder zum Dienst. Der kleine Akku wird immer wieder mit Strom beladen, das Kombinat wirkt und wirkt. Das Coupé läuft mit seiner Länge von 4,7 Meter durchaus sportlich bis zackig durch alle Kurven, die Ausgänge nimmt der Asiate sportlich bis elegant. Das Fahrwerk kann sehr komfortabel oder spürbar hart wirken, wobei der Zweitürer kein Sportler sein will oder muss. 


Der LC, als Hybrid, ist eher das klassische Coupé, als lange Nase, kurzes Heck. Dazu feudal bis luxuriös eingerichtet. Plus die Ästhetik der Hülle, die unverändert den beiden Geschwistern gegenüber, das Thema Design, Charakter, Identität so klar und deutlich in unsere Augen wirft, dass dem ersten Eindruck ein zweiter folgen muss. Diesen Wagen sieht man sich gerne ein paar mal an. Alle Ecken, Kanten, Formen und Schatten sind derart typisch, so eindeutig Lexus und seinen hohen Anspruch auf Handwerk, Tradition und Moderne ausdrückend. Innen wie Aussen, ein Schmuckstück und ein glasklarer Beleg für mutiges Design. Auch deshalb, weil man die jüngsten Auswüchse, vor allem die teutonischen, so langsam nur noch in China oder auf Poser-Festival-Strassen sehen will. 


Und zum Schluss die Antwort auf die Frage nach dem Benzin-Verbrauch. 5,8 Liter hat er getrunken, der V6. Nach gut 750 Kilometern, im Mix. Also Autobahn, auch mal über 200. Landstraße mit diesen kleinen Ausflügen in den sportlichen Kosmos des LC und dann die Stadt, als Refugium der Entschleunigung. Wir haben den Japaner laufen lassen, den Vollhybrid in ihm gefüttert mit reichlich Fuß vom Gas. Wir haben die großen Seitenscheiben nach unten fahren lassen, den Fahrtwind gespürt und gelernt, dass ein Luxus-Coupé kein Schluckspecht sein muss. 

Fotos: Lexus