Exclusive-Life driven by exception

Lexus LC Cabriolet

Motor: V8 Saugmotor

Hubraum: 4.969 ccm

Leistung: 464 PS

Drehmoment: 530 Nm

Antrieb: Hinterräder

Getriebe: 10 Gang Automatik

Trockengewicht: 2.110 kg

Fahrleistungen und Verbrauch:

0-100 km/h: 5,0 s

Top Speed: 270 km/h

Verbrauch kombiniert: 12,6 l/100 km

Preis in Deutschland ab: 114.976,00

Fahrbericht Lexus LC 500 Cabriolet – Der Sonne entgegen

Ja, der Sauger sitzt auch im Cabriolet. Fünf Liter Hubraum, acht Zylinder in V-Formation. 464 PS und 270 Spitze. Es duftet nach Frühling und wir erleben das nagelneue Cabriolet an der schönen Mosel inklusive feinster Kurven.

Das Dach muss runter, zumindest für eine Moment. Damit die Nase den frischen Wind einfangen kann, das Cabrio-Feeling sich ausbreitet und der Mensch das Radio ausschaltet, weil da vor ihm ein V8-Sauger sein Lied singt und die Melodie nach hinten durch vier glänzende Öffnungen schickt. 15 Sekunden vergehen, bis der Vorhang verschwunden ist, sich zurückzieht in sein Refugium. Sie haben dem Verdeck einen Raum geschaffen, der die Silhouette des Cabrios noch eleganter erscheinen läßt. Die Heckklappe sitzt nun eine Tick höher als beim Coupé und schon verbindet sich das Heck harmonisch mit dem Rest des Japaners. 


Unter der schicken Hülle verbergen sich, neben dem V8-Sauger, die üblichen Technik-Helferlein. Da wäre zum Beispiel der Klima-Concierge, dessen Aufgabe recht einfach scheint, die aber einen sehr exakten Sinn für klimatische Begebenheiten erfordert. Einmal die Temperatur eingestellt, überwacht der Klima-Experte jede Änderung. Das Dach hebt sich und entschwindet in seinem Refugium, schon eilt der Klima-Profi herbei und reguliert die Einstellungen, damit es bei den 19 Grad im Innenraum bleiben möge.


Gegen Aufpreis spendiert Lexus ein Performance-Paket und dann ist der offene LC mit einem Torsen-Sperrdifferenzial, besonders leistungsfähigen Dämpfern, Einstiegsleisten aus Carbon und als Krönung 21-Zoll-Räder plus Speziallack in Stratosblau ausgerüstet. Der LC dürfte damit dann den Status Sportcabrio locker verdienen. Wobei der V8 als Selbstatmer schon sportlich genug daher kommt. 


Der Einstieg über die, für Coupe´s und Cabrios typisch, langen Türen eröffnet einen emotionalen Moment, der mit der Musik des V8 wirklich sportlich kraftvoll beginnt und der dann die Welt der Cabriolets mit Leben füllt. Das Verdeck, welches sich in 15 Sekunden bis Tempo 50 öffnet oder schließt, verschwindet hinter den Köpfen der Insassen, die Luft strömt fast ungehindert in den Innenraum und nur die tiefer geneigte Frontscheibe und die warme Luft aus den Kopfstützen können das Frischluft-Fahrgefühl ein wenig relativieren. Es hilft der Gasfuß und die komplette Technik des LC500, welchen wir schon als Coupé mehr als genossen haben. Die Mosel ruft, die Weinberge ringsum grüßen und links locken feine, kleine Straßen, die hinauf führen ins Paradies für sportlich ambitionierte Autofahrer. 464 PS plus Frischluft plus Saugmotor plus Pirellis mit maximaler Traktion. 


Ein Schlenker nach links, eine Abbiegespur und der LC ohne Verdeck verschwindet im Gewirr einiger enger, sehr verwundener Kurven. Und wer dem Wagen nachschaut, wird sich über zwei Dinge freuen können: Den Sound der acht Zylinder und das sehr harmonische, elegante Hinterteil des Wagens. 




Vor uns erscheint eine Gerade, aus 20 km/h werden 100, der V8 und seine vier Lautsprecher verkünden unsere Ankunft im Kurvenwald. Es klingt nach Kraft, nach der Lust auf den lebenswichtigen Sauerstoff, der Motor saugt und verbrennt, das Cabrio verwandelt sich mühelos in ein Sportcoupé. Das Thema Steifigkeit streift dieser Lexus so lässig ab, wie eine Winterjacke in der Sauna. Er läuft durch die Kurven, die Lenkung so präzise wie ein Uhrwerk mit Prädikat, das restliche Fahrwerk ist auf Sport eingestellt und der komplette Wagen weigert sich beharrlich mit Wankbewegungen jedweder Art aufzuwarten. 


Lexus LC Cabrio – Steif wie ein Brett


Das Ding ist steif wie ein Brett und wäre da nicht die Physik, wir würden den Gasfuß noch ein paar Zentimeter weiter nach unten drücken. Allein die Musik aus den Endrohren begeistert immer mehr, die Sitze umarmen den Körper, halten und massieren, wenn es denn erwünscht ist. 


Oben angekommen, ein paar Kilometer Landstraße ohne grosse Lenkbewegungen. Wieder diese Mühelosigkeit, mit der der Lexus nach vorn läuft, das Dach vorher geschlossen und die Dämmung ausgiebig erlebt. Ruhe und der Luxus, den man bei Lexus so ausgiebig und mit handwerklicher Tradition pflegt. Bestes Leder, noch besser verarbeitet, dazu das Design im Innenraum, das nicht allen gefallen muss, aber in sich stimmig und durchdacht ist. 


Später auf der Autobahn, man könnte ihn bis 270 laufen lassen. Bei 220 dreht uns der Verkehr den Hahn ab, dafür diverse Male die wunderbare vertonte Beschleunigung. Und diese saubere Mischung aus Sport und Komfort, wie man sie in offenen Coupés dieser Kategorie eigentlich nicht mehr findet. Der Markt zu klein, zu sehr auf Zweisitzer orientiert. Nur der 8er BMW kann da mitspielen. Und der Lexus läuft trotzdem in seiner eigenen Liga umher, weil er diesen sehr speziellen Lexus-Charme in sich trägt. Handwerk, Tradition und natürlich der V8-Sauger, dessen Musik kein Turbo auch nur im Ansatz nachspielen kann. 



Fotos: Lexus