Exclusive-Life

driven by exception

KIA Sorento PHEV im Test

Mit zwei Herzen auf große Fahrt, den E-Antrieb immer dabei und ist da ja noch die staatliche Prämie. Der Sorento PHEV ist ein interessanter Wagen. Schnell, komfortabel und hochmodern.


Zwei in der Garage, beide rot. Beide Serie I, mit und ohne Moss-Box. Einer als Coupé, der andere ein Roadster. Reihensechszylinder, einmal 3,8 Liter, einmal 4,2. Jeweils 269 PS und 353, bzw. 384 Newtonmeter. Beide so unvollkommen und beide so vollkommen britisch.


Über die Qualität der Verarbeitung, die Fertigkeiten und die Zuverlässigkeit aller technischen Dinge an Bord müssen wir eigentlich kein Wort verlieren. Die Koreaner wissen, wie man gute, sehr gute Autos baut und sie tun es mit großer Leidenschaft. Unser Testwagen, ein Siebensitzer, steht in Perlweiß vor der Tür. Allradantrieb, 265 PS für knapp 2,2 Tonnen. Das duftet nach Kriechgang den Berg hinauf und reichlich Bremskraft den Berg hinab. Plus viel Anlauf vor dem Überholen. Dachten wir.

Und dann drückten wir den Knopf, das digitale Leben im Sorento erwacht und wir sehen, wie Zahlen, Grafiken, Anzeiger und andere Dinge in Bewegung geraten. Morgengymnastik im Kia, egal zu welcher Tageszeit. Der Anblick all´ dieser Dinge, die im Sorento leben und arbeiten ist eindrucksvoll und auch ein Ausblick, was wir in Zukunft zur Normalität erklären werden. Bis dann, in einigen Jahren, das Thema Sprachsteuerung in unser Leben einziehen wird. Aber bis dahin werden wir weiter die Finger nutzen. Drücken, drehen, rollen, wischen und was auch immer man noch tut, damit der Wagen etwas tut. Und der Sorento ist ein Refugium für Nutzer-orientierte Bedienung. Man findet schnell, was man sucht. Man erinnert sich schnell an die wichtigsten Plätze wo der Mensch genau den Schalter, den Knopf oder das Drehrad findet, der gesucht wird.

Die erste Steigung, von der leichten Art, ist dem Gasfuß eine herzliche Einladung. Der Koreaner holt tief und lässig Luft und rennt nach vorn, nach oben, als hätte er 1600 Kilo im Gepäck. Wir sind überrascht und erfreut zugleich. Über den Hügel nach unten, den Gasfuß in Lauerstellung, den Bremsfuß ebenfalls. Die Grafik vor uns zeigt, wie elektrische Energie von links nach rechts läuft. Der Akku füllt sich, schlägt sich den Bauch voll, auf dass er später wieder, Hand in Hand mit dem Verbrenner den Wagen wieder beschleunigt. Eine schöne Gerade, kein Limit, nur der Kia hat eines. 193 steht auf dem Beipackzettel und wir lesen: 197. Auch gut.

Das Getriebe begnügt sich mit sechs Gängen, was irgendwie ein wenig altbacken klingt und sicher auch zwei weitere verkraften würde. Zwecks feinerer Abstimmung und für ein wenig weniger Benzinverbrauch. Denn die 1,6 Liter pro 10 Kilometer halten wir für sehr optimistisch. Uns wäre ein Wert um sechs Liter lieber, weil realistisch. Der Sorento als Vollhybrid ist mit 5,4 Liter deutlich realistischer bewertet. Das Prinzip des PlugIn-Hybrid wird, vor allem in Deutschland, leider nicht optimal umgesetzt. Es ist die Besatzung, welche den Akku zu selten auflädt oder den Wagen auf Langstrecken nutzt und dort sind Ladestation zeitlich ein Hindernis. Es geht also um das Nutzungsprofil. Und die staatliche Prämie verwandelt dann einen PlugIn-Hybrid ganz schnell in einen adäquaten Dienstwagen. Wir fuhren lange Strecken, kurze Weg und im Mittelfeld. Schnell, sehr oft sogar. Auf Landstraßen haben wir den Testwagen in Kurven hinein und wieder hinaus gejagt. Er folgte brav und sportlich unseren Anweisungen, der Allradantrieb wurde unser Freund. Der tiefe Schwerpunkt war von Anfang an uns Kumpel und der Vierzylinder im Kombinat mit dem 91-PS-E-Motor ist ein sehr agiler, sehr kraftvoller Bursche. Auch wenn er bei hohen Drehzahlen deutlich meckert, was ihm nicht angelastet werden sollte. Er ist nicht das Herz eines Rennpferdes und auch nicht die Pumpe eines Profiboxers. Er ist ein zuverlässiger Langstrecken-Kollege, der auch mal hurtig oder zackig kann.

Im Baumarkt, dem Paradies der Pandemie. Eine Arbeitsplatte gekauft und verladen. Dann zum Transport diverser Nachbarskinder antreten. Alle rein, alles gut. Ein paar USB-Steckdosen wären prima. Das Navi ist super-schnell, die Soundanlage läßt diverse Chartbreaker in den Wagen und alle Füße wippen mit. Der Hintern mit den vier aufrechten Leuchtstäben sieht cool aus, mein ein Steppke aus der Nachbarschaft. Klar. Und das Cockpit findet Gefallen, weil da so viel Tec zu sehen ist. Auch cool. Ein Fazit: Den Sorento kann man als Diesel ohne E-Motor, als Vollhybrid oder als PlugIn kaufen. Langstrecken-Profis werden den Diesel bevorzugen, den Vollhybrid wählt, wer sich nicht über die teils haarsträubende Ladestation-Situation und deren Strompreis-Chaos aufregen will und den PlugIn ordert, wer tatsächlich das perfekte Nutzerprofil, also 100 km pro Tag und des nachts an der Garagen-Tanke. Dann macht die Prämie doppelt Sinn.

Die technischen Daten (laut Hersteller):

Motor: Vierzylinder Reihe

Hubraum: 1.598 ccm

Leistung: 132 kW / 180 PS bei 5.500 U/min

Drehmoment: 265 Nm bei 1.500 bis 4.500 U/min

Max. Systemleistung: 195 kW / 265 PS

Max. Systemdrehmoment: 350 Nm

Antrieb: Allrad

Getriebe: 6-Gang Automatik

Maße:

Länge: 4.810 mm

Breite ohne Spiegel: 1.900 mm

Höhe: 1.695 mm

Radstand: 2.815 mm

Leergewicht: 2.174 kg

Fahrleistungen/Verbrauch/Co2:

Top Speed: 193 km/h

0-100 km/h: 8,7 s

Verbrauch kombiniert: 1,6 l/100 km

CO2 kombiniert: 36 g/km

Ausstattung und Preis unseres Testwagens:

Sorento 1.6 T-GDI PlugIn Hybrid AWD AT

Ausstattung: Platinium

Dritte Sitzreihe

Lack: Snow White Pearl Metallic

Preis: 63.850,00 Euro