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driven by exception

KIA Ceed Sportswagon PHEV im Test

Es passt was rein, man kann ihn laufen lassen und man kann ihn tatsächlich sparsam fahren. Kia, seit Jahren auf dem Vormarsch in den deutschen Markt, setzt den Ceed unter Strom und wir sind angetan wie lässig der Koreaner seine beiden Motoren unter Kontrolle hat.


Langstrecke ist seine Sache nicht, denn er ist ein PlugIn-Hybrid und diese Gattung will weder im Sprint noch beim Marathon bewegt werden. Es sei denn, man ignoriert die Prinzipen des Kombinats aus Verbrenner und Elektriker. Beide sind als Partner nur dann sinnvoll, wenn man den Stromspeicher regelmäßig auffüllt. So um 100 Kilometer hin und zurück und die Nacht gehört der Ladestation. Morgens dann den Gasfuß auf Relax justieren und die 3 vor dem Komma ist machbar. 1,2 Liter auf 100 Kilometer halten wir für wenig bis gar nicht realistisch.


Wesentlich klarer ist die Antwort auf die Frage, wie sich der Sportswagon denn so bewegen läßt und was er zu bieten hat. Von Kia wissen wir aus Erfahrung, dass die Ingenieure außergewöhnlich viel Wert auf perfekte Technik legen. Und sie enttäuschen eher selten. Das fängt bei der Verarbeitung an. Egal ob Aussen oder Innen, man sucht die kleinen Mängel und man findet sie nicht. Ob Lackierung, Rostschutz, Spaltmaße oder generell Passgenauigkeit. Es passt. Im Innenraum das gleiche Spiel. Kein billiges Material, ob Leder und Kunststoff. Alles wirkt und ist hochwertig.


Die Lust auf umkomplizierte Kommunikation mit dem Wagen und der Außenwelt ist bei unserem Testwagen recht stark ausgeprägt. Auf den ersten Blick wirkt das Cockpit doch recht konservativ. Der Wahlhebel sitzt da wie der Chef im Ring auf der Mittelkonsole. Der Monitor darüber ist nicht der Größe aber auch nicht der Kleinste. In ihm wohnt so ziemlich alles, was man so unterwegs braucht. Navi, Musik, Infos zum Auto und das alles läßt sich per Fingertip leicht und schnell finden und bedienen. Am Lenkrad ein paar Knöpfe plus Stellräder. Unter dem Monitor das Thema Klima und die Winterausrüstung, also Sitz- und Lenkradheizung. Man findet sich schnell zurecht, man kann schnell los.


Weiter hinten das rollende Gepäcklager. Bis zu 1.500 Liter passen da rein, wenn man die hinteren Lehnen nach vorn klapp, was sehr einfach und getrennt funktioniert. Zu Viert in Urlaub klapp auch, wenn man mit 437 Liter hinten und einer Dachbox für´s Gepäck zurecht kommt.


Gefahren sind wie den Koreaner auch. Und zwar auf allen Wegen, abgesehen von schwerem Gelände. Das wollten wir dem Sprtswagon und uns nicht zumuten. Der einen Tick über 4,5 Meter lange Kombi ist praktisch und vielseitig, aber nicht für den Morast gebaut.

Kia Ceed Sportswagon PHEV – Kein Stinger oder Sorento

Im Stadtverkehr freuen wir uns dank der guten Übersichtlichkeit auch über enge Parkplätze. Die Einkauferei ist ein Klacks, nicht nur wegen der niedrigen Ladefläche, sondern auch, weil der PHEV ganz schön weit rein elektrisch fahren kann, man also dem Tankwart auf dem Weg zum Markt fröhlich zuwinken kann. Aber bitte nicht zu abwertend winken, wir brauch ihn dann doch noch. Zum Beispiel wenn wir auf Langstrecken-Tour gehen. Es wäre auch ziemlich uncool, wenn man den 4-Zylinder nie anlassen würde, weil man ihn nicht braucht. Dann stellt sich die Frage wozu einen PlugIn-Hybrid. Umgekehrt genau das gleiche Spiel. Beides kostet Geld und ist auf der Waage nicht zu übersehen. Deshalb schätzen wir den Ceed Sportswagon PHEV auch. Er ist ein sparsamer Kollege, die elektrische Reichweite kann bis zu 60 Kilometer betragen. Wer also pro Tag 100 Kilometer unterwegs ist, wird mit 40 Benzin-Kilometer belohnt. Das sind dann so um 5 Euro pro 100 Kilometer. In die Hände klatschen ist angesagt, das schaffen nur sehr sehr wenige Autos.

Und wie fährt er sich? Unkompliziert, fast unspektakulär. Er ist kein Stinger und auch kein Sorento. Er ist der moderne, schicke Alltagswagen für recht wenig Geld. Das Fahrwerk ist neutral eingestellt. Man rollt auch der Autobahn mit 130 dahin, man kann auf der Landstraße den Kurvenswing erleben, aber nicht zu heftig und man ist an der Ampel ganz gut dabei, wenn es um Beschleunigung geht. Der E-Motor macht´s möglich. Das Thema Durchzug reisst der E-Motor wieder raus, was aber den Verbrauch nachhaltig negativ beeinflusst. Und laut ist er auch nicht, nur wenn man den Verbrenner in ungeahnte Drehzahlgebirge schickt, wird’s ein wenig laut. Man hört dann, wie sich der Mechaniker quält und das will niemand. Der Ceed PHEV ist also ein Allrounder mit der Lieblingsdisziplin Alltag für überschaubare Kosten.


Die technischen Daten (laut Hersteller):

Motor: 4-Zylinder Reihe TwinTurbo

Hubraum: 1.580 ccm

Leistung: 77 kW / 105 PS bei 5.700 U/min

Drehmoment: 147 Nm bei 4.000 U/min

E-Motor Leistung: 44 kW / 60 PS

E-Motor Drehmoment: 170 Nm

Systemleistung: 104 kW / 141 PS bei 5.700 U/min

System-Drehmoment: 265 kW bei 1.000 bis 2.400 U/min

Akku: 8,9 kW/h

Ladezeit: 120 Minuten

Antrieb: Frontantrieb

Getriebe: 6-Gang DKG

Maße:

Länge: 4.605 mm

Breite (ohne Spiegel): 2.005 mm (1.800 mm)

Höhe: 1.465 mm

Radstand: 2.650 mm

Leergewicht: 1.519 kg

Tank: 37 l

Ladevolumen: 437 bis 1.506 l

Fahrleistungen/Verbrauch/Co2:

Top Speed: 193 km/h 0-100 km/h: 9,5 s

Verbrauch kombiniert: 1,1 – 1,2 l/100 km

CO2 kombiniert: 29 – 31 g/km

Reichweite elektrisch: max 60 km

Preis in Deutschland ab: 34.990,00 Euro