Jumeirah Beach Hotel Dubai: Auf Sand gebaut

Das Meer klopft ständig an die Tür, die Wüste lebt im Hintergrund und drum herum jede Menge Geld, Öl und Wolken, an denen permanent gekrazt wird.
Exclusive-Life war in Dubai und hat sich die Pyramide genauer angesehen.

Jumeirah Beach Hotel
Jumeirah Beach Hotel

Man steigt aus dem Flieger, wartet ein paar Viertelstunden vor einem Schalter zwecks Kontrolle der Reisepapiere und schaut sich dann die lebendige und bunte Welt vor dem Flughafengebäude an. Der Parkplatz sieht aus wie ein Auslieferungsgelände von Toyota. Überall stehen weisse Über-SUV  der japansichen Marken Toyota und Lexus umher. Wie Kamele stehen sie in Reih und Glied, viele Motoren laufen, der Sprit kostet hier nur 40 Cent pro Liter.

Der kleine Bus, gefüllt mit gut 30 Journalisten, rollt auf die Autobahn Richtung Dubai-City und recht schnell gewinnt man den Eindruck, dass man in einem Deutschand unterwegs ist, dessen Staatskassen gut gefüllt sind. Der Asphalt ist glatt und sauber, die Verkehrsdichte ist nicht der Rede wert und man kann sich sehr gut vorstellen, wie in den 60er Jahren in Deutschland im eigenen Auto von A nach B gereist wurde. In den Arabischen Emiraten wird per Tempomat gefahren, es schaut aus, als würden alle Autos von einer grossen Schnur gezogen. Am Horizont tauchen Lichter auf, Dubai-City zeigt sich.

Nach gut einer Stunde gleiten Hochhäuser vorbei, sie sind laut unserem Reiseführer um die einhundertfünfzig Meter hoch und bilden die Vorhut. Sie stehen zusammen wie eine Gruppe Menschen, die sich gegenseitig wärmen und vor allzu viel Wind schützen will. Später werden wir an weiteren Haus-Gruppen vorbeifahren, in einer steht die Speerspitze, der Burj Khalifa ist derzeit das höchste Gebäude der Welt. Mit 828 Metern überragt der gewwaltige Turm alles, was bisher von Menschen geschaffen wurde. Mehr und mehr wird deutlich, weshalb Dubai als das Mekka der Wirtschaftswelt gesehen wird. Hier wird Wettpinkeln mit gigamtischem Aufwand betrieben. Höher, weiter, teurer, schneller und für den Provinzler aus Hamburg irgendwie seltsam. Man erinnert sich an Las Vegas.

Das Jumeirah-Viertel taucht auf. Hier leben Menschen mit viel Geld, die Regierung oder genauer die Familie des Scheichs Chalifa bin Zayid Al Nahyan hat dieses Viertel am Strand mit netten Villen, einem nachgebauten historischen Dorf und diversen Hotels bestückt. Eines davon werden wir nun besuchen.

Jumeirah Bech Hotel bei Nacht
Jumeirah Bech Hotel bei Nacht

Vor den Toren dieser Skulptur aus Ecken und Kanten wuseln Mensch und Maschine um die Wette. Gepäckwagen, Hotelgäste, Mitarbeiter in Uniform und natürlich Automobile in jeder Preisklasse sind unterwegs. Rein – Raus. Die Drehtür kommt nicht zur Ruhe, das Jumreih Beach ist Urlaubs-Tagungs-Arbeits- und Sightseeing-Stätte zugleich. Man sieht Nachtschwärmer, die in die Bar im 25. Stock pilgern, junge Damen mit Henkeltasche, hohen Absätzen und Label-Kleidung schreiten in Bekleitung junger Herren/Männer in einen der vier Aufzüge. Man sieht die Stadt bei Nacht, die Lichterketten, den dunklen Schatten des Burj al Arab, das bedrohlich wirkt und auf den erstBlick wie ein notgelandetes Raumschiff wirkt. Man trinkt Wein, die Schale mit Nüssen und Chips wird permanent aufgefüllt und für ein paar Momente kann man vergessen, dass Dubai keine Stadt sondern eher ein Zustand ist.

Das Jumeirah Beach Hotel ist der feine Bruder des Burj al Arab

Fenster bleiben geschlossen, die Klimaanlage läuft hörbar und der dunkle Schatten vor dem Fenster bleibt regungslos. Jeder Gast sieht ihn und weiß, dass man sich gegenseitig beobachten kann. Vom Burj al Arab zum Beach Hotel und umgekehrt. Mit einem starken Fernglas könnte man den Fernseher ignorieren. Kultivierte Menschen tun das nicht, dann lieber das riesige Bett belegen und unzählige Sender auf guten Content überprüfen.
Zwischen dem sehr guten Frühstücksbuffet und dem letzten Drink in der Bar kann der Gast den gesamten Tag auf der Hotelanlage verbringen. Kinder sieht man hier selten, was entweder an der guten Betreuung in Sindbad´s Kids Club liegt oder an der Tatsache, dass das Beach Hotel eher von Menschen bewohnt wird, die dem Drang nach Vermehrung noch nicht nachgegeben haben. Wie dem auch sei, man kan den Strand besuchen, den üppigen Garten bewandern, den Körper von Fetten befreien und im Internet surfen. Ein W-Lan ist natürlich kostenlos verfügbar.

Suite im Jumeirah Beach Hotel
Suite im Jumeirah Beach Hotel

Ausserhalb des Hotels lockt Dubai mit sehr hohen Häusern, einer nachgebauten Altstadt, einer U-Bahn, die im Guinness-Buch steht, weil sie die grösste fahrerlose Bahn der Welt ist. Shopping geht in Dubai auch, man kann in zahlreichen Mals seine Kreditarte zum Glühen bringen. Preisbewusste Menschen kaufen in Dubai nicht ein. Wintersportler, die gern ein Dach über dem Kopf haben, werfen sich in der grössten Skihalle der Welt ins Tal. Golfspieler werden den Emirates Golf Club kennen und wer seine Kondition testen will, bucht einen Ausflug in die nahe Wüste. Dort werden Kreisläufe und Schweisdrüsen auf Haltbarkeit getestet.

Ein Fazit
Das Juneirah Beach Hotel ist ein gutes Hotel. Das Gebäude ist stattlich und beeindruckend zugleich. Eine Bindung zum Standort kann man dem Gebäude nicht nachsagen, es könnte überall stehen. Der Ausstattung der Zimmer, die Freundlichkeit der Mitarbeiter und die sehr ruhige Atmospähre im Inneren des Hotels sind bemerkenswert. Ein Makel trifft den Kern des Hotels und auch seine Umgebung: Sterilität. Dubai ist keine gewachsene Stadt, das Beach Hotel wie auch seine Kollegen sind ohne Historie, ohne Tradition und Geschichten gewachsen oder eher vom Himmel gefallen. Wer Grand Hotels und ihre Ecken und Kanten mag, sollte um Dubai und seine Hotels einen gediegenen Bogen machen.

Preisebeispiel:

6 Übernachtungen im Doppelzimmer DeLuxe inklusive Flug ab Düsseldorf: 1.303,00 Euro

Text: Ralf Bernert
Fotos: Jumeirah Hotels Resorts