Exclusive-Life

driven by exception

Jeep Renegade 4ex

Motor: 3-Zylinder Reihe Turbo + E-Motor

Hubraum: 1.332 ccm

Systemleistung: 140 kW / 190 PS


Antrieb: Allradantrieb

Getriebe: 6-Gang-Automatik

Leergewicht: 1.845 kg

Tank: 36,5 l

Ladevolumen: 330 – 1.277 l

Top Speed: 182 km/h

0-100 km/h: 7,5 s

Verbrauch (NEFZ) kombiniert: 1,9 /100 km

CO2 (NEFZ) kombiniert: 44 g/km

Preis in Deutschland ab: 38.200,00 Euro


Er trägt die Maske eines legendären Jeeps, sein Name ist ein Symbol und mit dem E-Motor an Bord ist der kurze Geländegänger nun auch einen deutlichen Tick sparsamer unterwegs.


Der Renegade 1.3 T-GDI schafft mit seinen 150 PS den Sprint von 0 auf 100 in rund zehn Sekunden, Top Speed um 200 km/h. Den Verbrauch gibt der Hersteller mit fast 6,5 Liter pro 100 Kilometer an und weil der 3-Zylinder-Renegat keinen Allradantrieb nutzen kann, sind Gelände-Touren eher ein seltenes Vergnügen. 


Und jetzt sitzen wir im 4ex PlugIn und geniessen zuerst mal die Ruhe. Strom fliesst, Fahrstufe D ist eingelegt, der Jeep rollt los und wir hören immer noch nichts. 45 Kilometer Reichweite werden angezeigt und der Benzintank ist halb voll. Macht zusammen 204 Kilometer. 1,9 Liter auf 100 Kilometer sollen es offiziell sein. So steht es geschrieben und es geht dabei natürlich um den Verbrauch auf 100 Kilometer nach dem WLTP-Verfahren. Das heisst, runde 50 Kilometer rein elektrisch und dann mit ganz sanftem Gasfuß den Verbrenner dirigieren, damit dieser dann 3,8 Liter pro 100 Kilometer verbraucht. Ein Unterfangen, das uns nicht gelingen will. 


Wir lassen den kleinen Jeep lieber laufen, nicht ganz so streng an der Leine und wir lesen nach gut 1.000 Kilometer Fahrerei: 6 Liter Benzin pro 100 Kilometer Fahrt. Plus die elektrische Energie, die wir verfahren haben. Und wir gestehen, dass wir auf einer längeren Tour den Stromvorrat nicht nachgefüllt haben. Es ging nicht, weil keine Futterstelle zur Verfügung stand. Und alle 50 Kilometer raus auf den Rastplatz, das war dann doch zu nervig. Auch wenn die App uns brav alle Stationen aufzeigte, aber sie zeigte eben nicht an, ob eine Steckdose frei verfügbar war. 


Was auf der technischen Basis des Fiat 500X im Renegade angeboten wird, ist ein auffälliger, besonderer Wagen. Auch deshalb passt der Name Renegade recht gut, immerhin ist ein Renegat laut Definition kein Konformist. Und die konsequente Kastenform, die Kühlermaske, welche schon sehr deutlich an den Willys Jeep erinnert. Form follows function und praktisch ist er auch noch. Bis zu 1.277 Liter kann der kurze Viertürer mitnehmen, plus zwei Erwachsene auf den Vordersitzen. Dass der 3-Zylinder-Verbrenner dann recht schnell an seine Leistungsgrenzen stösst, überrascht nicht. Auch, weil der im italienischen Melfi gebaute Allradler ohne Ladung und Besatzung schon mehr als 1,8 Tonnen auf die Waage bringt. Die 44 kW an E-Leistung sind da schon sehr, sehr hilfreich. 


Die Rücksitze bleiben leer, der Laderaum ebenfalls. Der Akku ist geladen, bis an den Rand voll mit elektrischer Energie. Wir lesen 49 Kilometer und sehen das Ikon einer Ladesäule. Der Benzintank ist ebenfalls randvoll. Die Anzeige meldet eine Gesamtreichweite von 657 Kilometer. Unser Vorgänger hat demnach den optimalen Wert nicht geschafft. Der Finger wählt auf dem großen Touchscreen das Wort „Hybrid“ und drückt drauf. Darunter sehen wir den begriff „eco“ und drücken drauf. Der Jeep rollt los. Elektrisch und munter wie ein Fisch im Wasser. 


Unser Renegade steht in der Limited-Edition auf 17-Zoll-Rädern, im Innenraum erwartet uns keine Luxus-Ausstattung. Eher rustikal und bodenständig kommt das Interieur daher. Der Mensch findet schnell und ohne Handbuch die wichtigsten Einstellungen. Für 1.280 Euro steht dann auch ein Wagen mit sehr gutem Sound aus einer Kennwood-Ablage, plus Navi, DAB-Radio Apple CarpPlay und Android-Auto in einem 8,4-Zoll-Screen vor der Tür. Die Stoffsitze sind ungewöhnlich bequem und müssen nicht unbedingt gegen Teilleder-Sitze ausgetauscht werden. Es sei denn, der Mensch will gerne mittels Stellmotor den Stuhl in alle möglichen Positionen und Einstellungen justieren lassen. 


Und dann sind da noch einige Einstellungen, mit denen sich der kleine Italo-Amerikaner auch auf unbefestigten Wegen sehr lässig bewegen läßt. „Snow“, „Mud“, „Sand“ oder „Auto“ stehen zur Auswahl. Wem das zu zivilisiert ist, greift zum Trailhawk, der dann noch den „Rock“-Modus und mit dem kann man dann auch mittelschweres Gelände erkunden. 


Unsere Testfahrt führt uns hier und da auch auf Schotter durch die Gegend. Der Allradantrieb kommt damit spielend zurecht. Auf einer nassen Wiese hat der 4Xe keine Probleme, es sei denn, der Mensch tritt zu ambitioniert auf´s Gaspedal. 


Kommen wir zum Thema Alltag und Energieeffizienz. 

Für einen kleinen SUV mit reichlich Hartplastik im Innenraum, fährt sich der 4xe sehr kommod und sogar sportlich. Wenn man den Verbrauch außer acht läßt. Der Dreizylinder dreht sehr gerne hoch, brummt dann ein wenig mehr als man mag, aber die insgesamt 190 PS schicken den 1,8-Tonner dann doch recht forsch nach vorn. In Kurven sind die Themen Wank und Schaukel eher Randerscheinungen. Die Elektronik kümmert sich erfolgreich um den aufrechten Gang des Viersitzers. An der Ampel springen wir, einen Tick zu pubertär, recht flink nach vorn. Und auf der Autobahn rollt unser Allradler mit 120 am effizientesten von A nach B. 


Grundsätzlich gilt: der Mensch am Steuer hat den Verbrauch in den Füßen und im Finger. Wer „Hold“-Druckschalter auf dem Display wählt, sorgt für einen sehr hohen Benzinverbrauch, weil der Verbrenner dann nicht nur den Wagen antriebt sondern auch den Akku indirekt mit Strom versorgt. Den wirklich effizienten Umgang mit dem PlugIn-Jeep erreicht man mit dem Ladekabel und einem besonnenen Gasfuß. Aufgeladen sind die 50 Kilometer nach gut drei Stunden, weshalb die optimale Nutzung beider Motoren nach maximal 100 Kilometern und anschließendem Aufladen erreicht wird. Wie bei allen PlugIn-Hybriden sind lange Touren keine gute Idee, weil der Mensch ja nicht immer nach hundert Kilometern an die Stromzapfsäule rollt und dort vier Tassen Kaffee plus drei Zigaretten zu sich nimmt. 


Ein Fazit ganz am Ende. Der Jeep Renegade 4xe Limited ist ein praktischer, ungewöhnliche aussehender und sehr amerikanischer Gelände-SUV. Er ist einfach gestrickt, einfach zu fahren und bestens ausgestattet. Man kann ihn als Lastesel nutzen, zu Viert durch die Gegend fahren und leichtes Gelände ohne Mühe durchqueren. Für knapp unter 40.000 Euro sitzt man hinter dem Steuer eines PlugIn-Hybriden, der sparsam sein kann, wenn der Fahrer es wirklich will. Die Themen Sport und Luxus bleiben weitestgehend aussen vor, dafür wäre dann der Jeep Grand Cherokee zuständig.

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