Exclusive-Life

driven by exception

Jaguar F-Type Coupé 2021

Jaguar F-Type 300 im Test

Im Jahr 2021. Viel haben sie nicht geändert. Gott sei Dank. Vor allem der feine Hintern des Coupés blieb unangetastet. Vorn haben sie ein wenig gedrechselt, die Leuchten sind nun schmal und hipp. Und sonst? 

Die Software wurde verbessert, damit´s bei der Bordelektronik besser flutscht. Wir haben uns den 300er zur Brust genommen. Also vier Zylinder plus Turbo. 


Drei Varianten gibt es noch. Der 6-Zylinder ist raus. Also vier oder acht Töpfe. Die Leistungs-Breite reicht von 300 bis 575 Pferdestärken und das macht sich bei der Beschleunigung schon recht deutlich bemerkbar. Ganze zwei Sekunden ist der F-Type 575 dem 300 voraus. Das kostet dann auch 61.400 Euro Aufpreis. Aber man kauft auch 227 Kilo mehr Auto, was vor allem am Motor liegt. Vier Zylinder mehr wiegen eben auch mehr und dann sind da noch ein größerer Tank (sieben Liter), Allradantrieb, größere Bremsscheiben und deutlich mehr Fahrspaß und der ist keine Last, sondern Lust. 

Nun steht der Brite in der Parklücke, der Hintern schaut ein wenig keck aus dem Einerlei der anderen Autohecks heraus und er findet immer wieder ein paar Augen, die dem Kopf sagen, er möge doch bitte dem Mund ein oder zwei Komplimente entlocken. Auf dass der Besitzer seinen Kauf bestätigt sehe, auch wenn dieser noch keine halbe Stunde vorher abgeschlossen wurde. Der Wagen steht und der Mensch freut sich. Genau das müssen sich die Verantwortlichen bei Jaguar auch gesagt haben, weshalb das Facelift eben nur im Face zu Tage tritt und wir hier nicht über ein Backlift schreiben müssen. 


Im Inneren, ob nun Coupé oder Roadster, sehen wir auf den ersten Blick kaum Neues. Das Ambiente spricht den Purist eher an als den Knopf-Schalter-Cockpit-Fan. Die sehr breite Mittelkonsole ist noch immer sehr breit. Der kräftige Steg rechts an der Konsole thront da noch immer, der Wahlhebel sitzt in der Mitte und schaut auf drei mächtige Einstellräder, die das Klima im Wagen steuern. 


Darüber der Monitor mit dem neuesten Innenleben, also schneller, umfangreicher und stabiler als beim Vorgänger. Android Auto und Apple Carplay spielen mit. Die analogen Druckknöpfe links und rechts des Screens wurden gegen digitale ausgetauscht oder anders ausgedrückt, der Monitor füllt nun die komplette Breite der Konsole aus, was dem Ganzen etwas mehr Modernität verleiht. Die klassischen Rundinstrumente sind passé, man blickt nun auf ein komplett digitales Bild. Auch das verstehen wir als eine Message an die Kundschaft. 


Was bleibt ist ein puristisch anmutender Innenraum im Stile einer modernen Mönchszelle. Nicht ganz so extrem wie in einem McLaren oder Lamborghini, aber das Prinzip des reinen Sportwagens ist deutlich spürbar. Und wir erinnern uns an die alten Tage im XK, E-Type und auch danach. Holz, Aluminium und Connolly-Leder, die besten Kumpane eines echten Jag-Piloten. Dazu der unwiderstehliche Gesang aus der Abgasanlage, der uns allen für immer in den Ohren liegt. Nostalgie, Du stures, teures, wunderbares Anhängsel, einer Kette um den Hals nicht unähnlich. Leise glitzernd, immer ein Augen-Ohrenschmaus. Und doch so lästig, weil teuer, zuweilen kompliziert und dem Zeitgeist mitten ins Gesicht grinsend. Wir wollen ihn nicht, weil er uns verführt. Und der F-Type 2021? No Nostalgie. Just Sportsgeist. 


Ein paar Runden drehen mit den 300 PS, die sich mit 1.600 Kilo plus 75 kg Mensch und 10 Kilo Gepäck herumschlagen muss. Der Antrieb hinten, die 400 Newtonmeter ab 1.500 Touren, bereit zum Kurventänzchen. Modus Sport als Ankündigung, straffer die Federung, direkter die Gasannahme, einen Tick lauter die Abgasanlage und der Mensch möchte fast automatisch die Hemdsärmel krempeln, ganz weit nach oben. 


Auf der Landstraße dann, dem Ampel-Stopp-Marathon der Stadt entlaufen, die ersten Fingerübungen. Noch ohne manuelle Schaltversuche. Ein wenig Anlauf, ein wenig zu ambitioniert bremsen, ohne rechten Schwung durch die Kurve, auch zu spät der Gasfuß im Niedergang. Der ganze Wagen wabert dann eher durch die Biegung, er schlurft fast lustlos zur nächsten Kurve und man könnte meinen, er ist nicht nicht wach, will mehr Kaffee, mehr Lockstoff und lieber diesen Tritt ins feine Heck. Also weiter im Text. Einen Tick schneller in den Eingang der Kurve, kurz vor Übersteuern den Fuß eine Millisekunde vom Gas, den linken Fuß nach unten, Bremsen oder reduzieren. Der Scheitel ist Wechselpunkt, runter von der Bremse, den Gasfuß nachhaltig senken, die Abgasanlage ist unser Freund, nicht hysterisch, aber für einen Vierzylinder schon recht musikalisch. Die 300 PS geben ein kurzes Gastspiel und die nächste Ungerade taucht auf. So langsam spüren wir den Rhythmus, den der Brite sucht und will. 


Und wir lernen, dass es nicht immer Leistung im Überfluss sein muss, es ist meist nicht weniger als die Essenz aus Qualität, Charakter, Ästhetik und die Verbindung zwischen Fahrer und Gefährt. 



Die technischen Daten (laut Hersteller):

F-Type 300 Coupé

Motor: 4-Zylinder Reihe Twin Scroll Turbo

Hubraum: 1.997 ccm

Leistung: 221 kW / 300 PS bei 5.500 U/min

Drehmoment: 400 Nm bei 1.500 bis 4.500 U/min



Antrieb: Hinterradantrieb

Getriebe: 8-Gang Quickshift-Automatik


Maße: 

Länge: 4.470 mm

Breite (ohne Spiegel): 2.042 mm (1.923 mm)

Höhe: 1.311 mm

Radstand: 2.622 mm

Leergewicht: 1.628 kg

Tank: 63 l

Ladevolumen: 509 l


Fahrleistungen/Verbrauch/Co2:

Top Speed: 250 km/h

0-100 km/h: 5,7 s

Verbrauch kombiniert: 8,2 /100 km

CO2 kombiniert: 188 g/km




Preis in Deutschland ab: 64.250,00 Euro

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