Exclusive-Life driven by exception

Jaguar F-Pace

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Model: F-Pace P400e

Motor 4-Zylinder Reihe PlugIn

Systemleistung: 404 PS

Drehmoment: 400 Nm

Hubraum: 1.997 ccm

Antrieb: Allrad

Getriebe: 8-Gang ZF-Automatik


Leergewicht: 2.189 kg

0-100 km/h: 5,3 s

Top Speed: 240 km/h

Verbrauch kombiniert: 2,4 kWh/100 km

Preis in Deutschland: 70.600,00 Euro

Fahrbericht Jaguar F-Pace P400e – Mitten drin

Mitten im Anstieg, die Preise pro Liter lösten sich und sprangen nach oben. Wie pubertäre Bergsteiger, die nur eins wollten: ganz schnell den Gipfel stürmen. Und da sitzt du nun in einem Ü-2000er und betest, dass dein Gasfuß mitspielt.

P400 steht hinten drauf, der Jaguar F-Pace ist die absolute Nummer Eins im Jaguar-Universum, wenn es um die Figur geht und auch um Gewicht. Der E-Motor, als Gehilfe des Vierzylinders integriert soll plötzlich die Hauptrolle spielen, das Konto des Fahrers vor dem finanziellen Gau retten. 2,50 Euro pro Liter und es geht aufwärts. Mitten in der Nacht, auf der A7 südlich von Hamburg. Eine Tankstelle, im Normalfall eine Apotheke des mobilen Lebens, jetzt eine Champagner-Bar. Und sie trinken. Weil sie müssen oder können. Vermutlich beides. Die Pistolen werden aktiviert, der Saft strömt. Meist nur kurz. Vielleicht hat der Spuk bald wieder ein Ende. 30 Liter bis nach Hause oder zwischendurch runter von der Rekord-Theke. Autohöfe, das Navi wird zum Hoffnungsträger, Pfadfinder der verlorenen Cents. Und kann nicht helfen. Vielleicht ist da eine Tankstelle auf dem Lande, der Pächter hat den Preisanstieg verpennt, schläft noch. Am Automat noch einmal die 1 ganz vorne sehen. Nein, keine Chance.


Der Jaguar ist voll. Beide Tanks laufen fast über. 69 Liter Super plus 59 Kilometer rein elektrisch. Die Zeiten an der Uni tauchen wieder auf. Ständig pleite, mit den letzten Scheinen den Mietwagen von Hamburg ins Rheinland schleichen lassen. Bergab den Gang raus. Mit einer funktionierenden Glaskugel hätte man sich einen E-Wagen bestellt. Tausche I gegen P. Die Kreditkarte wäre happy.


Also los. Den Modus „Hybrid“ entdeckt, was so viel heisst wie: Beide Maschinen wirken, auf dass die Energie so effizient wie möglich genutzt wird. Es sei denn, der Gasfuß ist ein sturer Hund und klebt auf dem rechten Pedal. Dann ist Holland in Not oder nur mit Pedalen erreichbar, weil der Brite dann soviel trinkt, wie er kann. Zweistellig kann´s werden. 


Ganz versunken in den best möglichen Fahrmodus sitzt du also in diesem großen Wagen, der allein wegen seines Gewichtes kein Naturtalent in Sachen Energieeffizienz sein kann. Gute 2,2 Tonnen Masse auf vier Rädern dahin rollend, der Vierzylinder soll so wenig wie möglich arbeiten, der E-Motor zieht seinen Saft aus dem Akku und ab und an arbeiten beide Motoren zusammen. Jede Steigung ist ein Ärgernis, jedes Gefälle eine Wohltat, weil Rekuperation. Als sollte man jedes Fitzel an Strom am Strassenrand einsammeln. Die Fahrerei wird zur Aufgabe, das Ziel: Benzin im Tank ist kostbar. 


Wäre die Fahrt Teil eines Wettbewerbs, man würde unterwegs anhalten, die Rückbank plus diverse andere Dinge aus dem Wagen werfen. Das Gewicht drücken, Abnehmen für den Geldbeutel. Die Umwelt wäre entzückt. Aber wir lassen das Mobiliar in Ruhe, weil es sehr hochwertig, sehr komfortabel und ästhetisch ansprechend ist. Ein Jaguar in ungewohnter Form zwar, aber ein echter Jaguar. Edel, sportlich und verry britsh. 


Der Blick klebt auf dem Reichweitenanzeiger und auf der Grafik, die anzeigt, wenn der Akku geladen wird. Meter für Meter an Reichweite werden in den Akku geladen. Per Hand. Und der Gasfuß tritt sie wieder raus. Der Benzintank scheint bei Tempo 120 seinen Inhalt nur per einzelne Tropfen zu leeren. Ständig fliegen Kombis mit Minimum 200 an uns vorbei. Als wären sie auf der Flucht, oder sie haben einen Tipp bekommen: Benzin für 1,80. 


Der F-Pace ist brav, der Akku leer. Aufladen an einer Station. 30 kWh laufen rein und das Auge sieht, wie die Gesamtreichweite steigt und steigt. Nochmal los, Hybrid-Modus, 120, Musik aus, Klima aus, könnte man doch blos´ die Sitze per Muskelkraft verstellen. Wie früher. Die Scheiben kurbelnd nach unten bewegen. Überall Stellmotoren, die vom Strom leben. Der Akku wird wieder schneller leer, Steigung. Wir wollten eigentlich den SVR testen, 550 PS ohne Akku. Dann wäre der Bausparvertrag jetzt fällig.


Das Ende dieser Testfahrt klärt auf. 2,4 Liter auf 100 Kilometer sind möglich. Wenn der Mensch es schafft, dass der E-Motor tatsächlich 59 Kilometer mit Strom versorgt wird und dann der Vierzylinder in Leerlaufdrehzahl antreibt. Jedes Fahrrad wäre dann schneller. Also lesen wir 4,8 Liter Verbrauch und wir sind zufrieden. Es ginge auch deutlich verschwenderischer. Mit Musik, Heizung, Navi, Massage am Po und einem warmen Lenkrad.