Goodwood Revival 2013 – Das Finale der Legenden
Es gibt Events, die sollte man als Oldtimer-Fan mindestens einmal im Leben besucht haben. Das Goodwood-Revival ist sicher eines davon. Unser Gastautor Martin Stürmer und der Hamburger Fotograf Knut Gielen haben sich für Exclusive-Life für ein Wochenende das beeindruckende Spektakel im südenglischen Goodwood angeschaut.

 

Foto: Knut Gielen - www.engel-gielen.de
Foto: Knut Gielen – www.engel-gielen.de

Dem geneigten Leser sei vorweg angemerkt, dass der Besuch des Goodwood Revivals zum ersten Mal erfolgte. Von daher sind die folgenden Ausführungen davon geprägt, welchen Eindruck das Event hinterlassen hat. Soviel kann bereits vorweg gesagt werden: obwohl bereits einige Oldtimerveranstaltungen in der Vergangenheit besucht wurden (national wie bspw. Retro Classic meets Barock als auch international u.a. mehrmals Pebble Beach sowie naheliegend The Quail), ist das Revival in Goodwood etwas ganz anderes, etwas ganz besonderes. Dies hat mehrere unterschiedliche Gründe: an erster Stelle ist das ganze Ambiente bzw. die Aufmachung zu nennen. Sämtliche – und zwar nahezu sämtliche – Gäste /Aussteller als auch Teilnehmer sind entsprechend der Zeit aufgemacht sowie gekleidet.

Da der relevante Zeitraum die Jahre von ungefähr 1930 bis 1966 abdeckt (jedenfalls ist das Jahr 1966 Maßstab für die Meldung von Fahrzeugen, dessen maximales Baujahr 1966 betragen darf. Wobei Meldung einzuschränken ist – es gibt nur die Möglichkeit der Teilnahme auf Einladung von Lord March), ergibt sich ein Gefühl der Zeitreise zurück in die Vergangenheit. Hinzu kommt, dass neben Ausstellungen, Verkaufsständen auch teilweise musikalische Unterhaltung dargeboten wird, die mit in diesen Zeitrahmen fällt. Alles in allem ein – auch durch die Gäste – sehr ansprechender Rahmen.

Des Weiteren handelt es sich bei der Veranstaltung um eine Motorsportveranstaltung, d.h. es werden Trainings und Rennen gefahren auf dem Rundkurs in Goodwood. Und Rennen heißt auch Rennen, nicht ein zur Schau stellen von Fahrzeugen. Besucht wird eine Motorsportveranstaltung aus der Zeit zwischen 1930 bis 1966 – mit all dem was die dementsprechende Zeit zu bieten hatte: u.a. diverse Lotus Formel 1 und 2, eine grössere Anzahl von Ferrari Formelfahrzeugen, unterschiedlichste Aston Martin der betreffenden Baujahre, einige Mercedes 300 SL Gullwing, eine größere Anzahl von Ford GT 40 sowie viele lokale Fahrzeuge.

Nicht dabei waren allerdings Fahrzeuge „unserer“ Marken Bentley und Rolls – Royce. Gleichwohl war es überwältigend eine dementsprechend große Anzahl von historischen Fahrzeugen nicht nur zusehen, sondern auch die Nutzung dieser Fahrzeuge entsprechend ihrem ursprünglichen Sinn (Rennen zu fahren) erleben zu dürfen. Da erfreulicherweise Zugang zum Paddock-Bereich bestand, gab es auch die Möglichkeit Vorbereitung sowie Wartung der Fahrzeuge aus nächster Nähe zu begutachten.

Ein Fest für die Augen und Ohren (wenn man denn die notwendigen und empfehlenswerten Ohrenstöpsel auch nutzte)! Hinzu kommt das der Bereich Paddock noch etwas Familiäres anhaftete. Obwohl die gesamte Veranstaltung als sehr gut besucht beurteilt werden kann (manch einer könnte sogar meinen es wäre überfüllt gewesen), war der Bereich Paddock sowie Rennvorbereitung zwar gut besucht, aber nicht überfüllt. Neben diesen Aspekten, sind es auch die Fahrer, die der Veranstaltung Ihren Reiz geben. Zu nennen u.a. Jacky Ickx, John Surtees, Jochen Maas, Jean Alesi, Stefan Johansson sowie „jüngeren“ Datums Christian Horner. Wo sonst wird es heute noch möglich sein bspw. Jacky Ickx bei der Fahrt in einem Lotus Formel 1 zu bewundern?
Neben dem Rundkurs / Rennen, gibt es natürlich all das was auch bei ähnlichen Veranstaltungen angeboten wird: Essen, Trinken sowie Zubehör als auch nützliches und weniger sinnvolles. Aber eben alles im Stil der Zeit. Dies heißt bspw. ein Supermarkt im Stil der 50er mit Produkten aus den 50ern.
Außerhalb der eigentlichen Anlage besteht noch ein weiteres (kostenfreies) Highlight: ein Besucherparkplatz ausschließlich für Oldtimer! Obwohl die Wetterverhältnisse dieses Jahr nicht dazu motivierten sich uneingeschränkt an der frischen Luft aufzuhalten, hat es doch ungefähr einen halben Tag gedauert sich einen ersten Eindruck zu verschaffen um überhaupt nur annähernd einen Überblick zu erhalten. Unterschiedlichste Produkte der folgenden Marken waren anwesend: Alvis (u.a. Coupe als auch Cabriolets vom TD 14, TB 14, TC 21), Bristol (u.a. Blenheim, obwohl nicht Oldtimer), Aston Martin (eine sehr grosse Anzahl von DB 2, DB 5 und DB 6 = und gross meint mehr als 10 pro Typ!), Bentley (diverse (!) Continental R, 1 Blower, mehrere 6,5 Liter und weitere Open Tourer), Ferrari (Dino, Daytona, 308er), MG (in unterschiedlichster Form, Farbe und Ausstattung) und Panhards, Triumphs, Fords, Corvettes, Jaguar, Porsche, Mercedes, Morris, Land Rover als auch Fahrzeuge von Rolls – Royce unterschiedlichster Colour (Phantom I, Silver Wraith, Clouds etc.). Wie gesagt, keinerlei Haftung für Vollständigkeit; es war einfach ob der Vielfältigkeit und Anzahl der Fahrzeuge quasi erschlagend.
Summa summarum lässt sich festhalten, dass ein Besuch der Veranstaltung sehr zu empfehlen ist, soweit Interesse an der Epoche und den Fahrzeugen besteht.
Für Interessierte ein paar praktische Hinweise: Tickets für die Veranstaltung können nur online im Voraus bestellt (und bezahlt) werden. Es gibt keine Möglichkeit Tickets an einer Kasse vor Ort zu beziehen. Die Anreise kann bspw. sehr einfach über London Gatwick (Easyjet) erfolgen, gleichwohl waren auch einige deutsche Besucher mit ihrem eigenen Wagen angereist. Über die Hotelsituation ist aus eigener Erfahrung bekannt, dass auch die Hoteliers und Gastronomen mittlerweile von dem Event profitieren und daher „Messepreise“ verlangen. Wir haben dieses Jahr als Alternative mit einer Gruppe von Enthusiasten ein Haus gemietet und so ein wenig länger Urlaub gemacht, auch um sich beispielsweise Brooklands anzusehen. Aber das ist ein anderes Thema.

 

Foto: Knut Gielen - www.engel-gielen.de
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Text: Martin Stürmer
Fotos: Knut Gielen
www.engel-gielen.de

Alle wichtigen Informationen zu den Goodwood-Motorsport-Events findet man hier: www.goodwood.co.uk

Der Fotograf Knut Gielen aus Hamburg hat nicht nur die beeindruckenden Fotos zu diesem Bericht geliefert, er hat auch eine ganz besondere Form der Präsentation für seine Arbeit gestaltet. In einem eBook präsentiert er eine feine Auswahl seiner Fotos: Dieses eBook funktioniert auf dem iPad oder iPhone