Exclusive-Life

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Fahrbericht Volvo XC40 Recharge – Schwedens nächster Coup


Die beiden Polestars haben wir bereits erlebt. Beide eindrucksvoll, beide außergewöhnlich. Jetzt ist Volvo an der Reihe, also die Muttermarke von Polestar. Mit dem XC40 Recharge schicken sie ihr erstes rein elektrisch angetriebenes Auto. Natürlich mit Polestar-Technik und natürlich auch mit dem typischen Volvo-Charme.


Ganz vorn sehen wir die Kühlermaske mit Abdeckung. Auf das die Luft nicht den Schrunk zu heftig kühlt. Wir kennen das Prinzip von einem Spezialist aus den USA. Dort, wo einst ein Verbrenner wirkte, ist nun ein, wenn auch kleiner, Raum für allerlei Dinge, die man mal schnell hinein wirft und die den Teppich im Kofferraum nicht verschmutzen sollen. Gummistiefel, Regenschirme, nasse Jacken oder den Fußball nach dem Matsch-Match. Die Luft, welche Kühlung verspricht und liefert wird an den Unterboden gelenkt. Dort sitzt ein Paket an Akkus, die die beiden Motoren mit Energie beliefern. Sie werden heiß und sie brauchen ständig Kühlung. Das Gleiche gilt für beide Motoren, die vorn und hinten an den Achsen sitzen.


Wir lesen den Beipackzettel und lernen, dass dieser Volvo, wie alle anderen auch, bei 180 km/h die elektronischen Zügel spürt. Schneller geht nicht. Dafür springt der neue Schwede blitzschnell aus den Startlöchern, knapp fünf Sekunden vergehen bis Tempo 100. Und weil dieser XC40 mit Allradantrieb und schweren Akkus im Boden unterwegs ist, müssen wir uns um das Thema Traktion keine Sorgen machen. Er sitzt auf der Straße und es macht reichlich Spaß, wenn man ihn in und aus Kurven laufen läßt. Er kann sogar bis zu 45 Zentimeter tiefes Wasser oder andere Flüssigkeiten durchfahren. Bitte auf die Bugwelle achten.


Im Innenraum geht es Volvo-typisch zu und das heisst: klare Linien, sauberes Design. Alles hat seinen Platz, der zentrale Monitor auf der Mittelkonsole kümmert sich um alle Infos, die man braucht. Und dann das Design. Die gute, moderne Stube mit Das Google-System arbeitet gewohnt professionell, also schnell und zuverlässig. Man fragt sich, weshalb so viele Hersteller ein eigenes System entwicklen lassen. Es würde die Autos nicht teuer, sondern zuverlässiger machen.


Und sonst? Man sitzt gut, man kann alles, was einem wichtig ist, vom Fahrersitz aus erreichen. Man schaut gut raus, die Materialien sind von sehr guter Qualität, die Verarbeitung ist exzellent. Premium halt. Und praktisch kann der Volvo aus. Vorn gibt’s ein kleines, sehr nützliches Gemach für nasse Gummistiefel, kurze Regenschirme, Hundeleinen und den Schneekratzer nach dem Einsatz. Kurz, es nennt sich Shrunk, nicht Shrek. Unten ist ein kleines Löchlein, damit der Regen vom Schirm auf die Straße laufen kann und nicht als kleiner See im Wagen bleibt. Bootsfahrer kennen das. Der Shrunk wartet unter der ehemaligen Motorhaube, die man immer noch automatisch ansteuert, wenn man den Ölstand prüfen will. Kein Öl, kein Peilstab. Nur Regenschirm, dreckige Putzlappen und zwei Gummistiefel.


Weiter hinten der Gepäckraum, den man auf über 1.200 Liter erweitern kann, wenn man die Rückenlehen der hinteren Sitze umklappt. Dann wird aus dem SUV-Elektriker ein kleiner Transporter mit einem leisen Antrieb. Man kann nun die Zeitung am Morgen ausliefern und die Nachbarschaft schlummert friedlich weiter. So sind sie, die Schweden. Immer einen Billy dabei.


Die elektrischen Säfte fliessen, auch ohne Knopfdruck. Sobald der Schlüssel in der Hosentasche des Fahrers im Auto weilt, ist der Recharge bereit. Den einzigen Vorwärtsgang einlegen und dem Gaspedal eine leichte Rückenmassage verpassen. Der Nordländer rollt los und führt uns ohne Umschweife durch Pöseldorf, dem Geburtsort einiger Deutschrocker und eines blonden Komödianten. Onkel Pö´s Tresen ist schon lange in Rente. Wir fahren weiter durch die Innenstadt Hamburgs. Die Speicherstadt hüllt uns ein, roter Backstein, daneben die neue Hafencity. Die Speicherstadt in neu und als Wohnquartier noch im Bau. Der Schwede mit seiner reduzierten und klaren Ästhetik passt hier wunderbar rein. Dass der Volvo hier durch die historischen Häuserschluchten und über alte, eiserne Brücken rollt, kann man als Kontrastprogramm betrachten. Zukunft trifft Herkunft.


Das Alte Land südlich der Elbe lockt mit langen Kurven, dem Deich als Auslaufzone und kleinen Orten, die mit allerschönsten Obsthöfen locken. Hier könnte man jede Menge frisch von Baum gepflückten Äpfeln in den Wagen laden. Leider mangelt es an akzeptablen Ladestationen für den Volvo, wobei die Reichweitenanzeige deutlich über 70 Prozent anzeigt. Wir spielen mal den Gasgeber und lassen den Wagen seine Sprintfähigkeit ausleben. Er kann´s und auch das Spiel 60 bis 100 kann er.


Autobahn A1, zurück nach Hamburg. Ein paar Kilometer nur, aber die 180 schaffen wir spielend. Jedesmal, wenn sich der Fuß vom Pedal entfernt, spüren wir den starken Drang zur Rekuperation.


Wir fassen mal zusammen. Ein Volvo, wie er moderner und typischer nicht sein könnte. Einfach in der Handhabung, sportlich und dynamisch in der Charakteristik. Bestens verarbeitet, Das Design, Innen wie Aussen, spricht eine klare Sprache. Verwechslung ausgeschlossen. Der Preis um 60.000,00 Euro ist hoch, aber berechtigt. Immerhin haben wir einen Vertreter der Premiumklasse erlebt.




Die technischen Daten (laut Hersteller):

Volvo XC40 P8 Recharge

Motor: 2 Synchronmotoren

Leistung je Motor: 150 kW / 204 PS

Drehmoment: 660 Nm gesamt

Antrieb: Allrad

Getriebe: je 1 Gang pro Richtung


Maße:

Länge: 4.425 mm

Breite: 1.863 mm

Höhe : 1.651 mm

Leergewicht: 2.188 kg

Akku: 75 kW

Kofferraum: 414 bis 1.290 l

Fahrleistungen und Verbrauch

:0-100 km/h: 4,9 s

Top Speed: 180 km/h

Reichweite: 400 bis 500 km

Preis in D ab: 60.427,00 Euro