Fahrbericht Range Rover Evoque Cabriolet: Freiheitskämpfer

Fahrbericht Range Rover Evoque Cabriolet: Freiheitskämpfer mit dem Hang zum Abenteuer
Fahrbericht Range Rover Evoque Cabriolet: Freiheitskämpfer mit dem Hang zum Abenteuer – Foto: Ralf Bernert

Ja, er kämpft. Tapfer und mutig. Gegen Schubladen und dumme Sprüche am Strassenrand. Dieser Range Rover hat schon mit festem Dach eine klare Position bezogen. Nun geht die Reise weiter. Mit Stoffverdeck und dem Versprechen, dass man den Hut von jedem Kopf ziehen kann. Und das Cabriolet von Range Rover kann das besonders gut.

Geben wir diesem Cabriolet eine Chance. Es wird sie nutzen. Als besonderes Cabriolet, als cooles Teil und als Spaßmobil. Die Ästhetik spielt eine große Rolle, der Name Range Rover ist wichtig und das Image der Marke. Spleenige Ideen aus Groß Britannien kommen vor allem auf dem Kontinent immer gut rüber. Es duftet also nach Kult oder zumindest nach einem Trend und die Engländer haben ihn erfunden. 1983 wurde bereits ein offener Range Rover gesichtet. In nahezu jedem Kino weltweit.

James Bond saß auf dem Beifahrersitz und kletterte nach hinten, dort hinten an der Anhängerkupplung ein Anhänger in dem ein winziger Jet mit eingeklappten Flügeln wartete. James rettete die Welt und der Range Rover ging in die Geschichtsbücher ein.

Und heute? Wieder ein Range Rover, mit Stoffverdeck, ohne Anhänger und neben mir kein James. Ein Kollege. Wir sind im Bergischen Land unterwegs, es nieselt. Das Dach muss runter, unbedingt. Ein Waldstück, das Orange des Range Rover schaut auf dem Wald heraus, Tarnfarbe im Gewirr der Metropolen oder Rettungsboje für Verirrte im Grün? Der Evoque fällt auf, das Cabrio weit mehr. Später, in einem Steinbruch, sehen wir ein graues Exemplar. Die Wirkung fällt vielleicht nicht so krass aus, aber es wirkt trotzdem. Auffallen, dabei sein im Rennen um Wirkung. Erst mal optisch.

Gefahren wird auf ganz normalen Strassen. Das Bergische Land ist nicht London, nicht New York oder Kalifornien. Man dreht sich schon mal um, bleibt stehen, schaut fragend und geht weiter. Vermutlich würde der F-Type in gelber Lackierung die gleiche Wirkung erzielen. Vielleicht ist es auch die Tatsache, dass da zwei Erwachsene bei leichtem Regen in einem offenen Auto durch die Gegend fahren. Egal, es wirkt.

Fahrbericht Range Rover Evoque Cabriolet: Der Freiheitskämpfer mit guten Manieren

Vorher einsteigen wie immer. Die Türen nicht zu lang, der Ausblick sehr gut. Das Verdeck kann bis 48 km/h bewegt werden. Der Stoff bewegt sich schnell genug, eine Ampelphase reicht aus. Ist der Verdeck geschlossen, werden Außengeräusche sehr gut abgehalten. Man kann also in aller Ruhe mit diesem Cabrio unterwegs sein. Hinten passen 251 Liter rein, egal ob offen oder geschlossen. Lange Dinge reicht man durch. Wintersport geht also auch mit Gepäck. Der Antrieb ist ein Range Rover Antrieb, ihn hält fast nichts auf, wir erfahren das dann später im Steinbruch.

Unser Testwagen ist mit einem der beiden Dieselmotoren unterwegs. Er leistet 180 PS und ist mit einem Preis ab 54.100,00 Euro ausgezeichnet. Dass er gut nach vorn läuft ist nicht überraschend, ein Rennwagen will er nicht sein. Er kann knapp unter 200 km/h schnell sein und die 430 Newtonmeter Drehmoment liegen ab 1.750 Umdrehungen pro Minute an. Das reicht allemal und passt mit dem sehr sauber arbeitenden 9-Gang-Automat wunderbar zusammen. Man kann also mit diesem Cabriolet locker durch die Gegend rollen, auf der Autobahn halten sich die Außengeräusche in Grenzen, nur bei offener Fahrt ist das Cabrio halt ein Cabrio. Der Wind pfeift, die Haare fliegen und man sollte kein loses Papier auf den Rücksitzen liegen lassen. Außerdem gibt es auch ein Windshot und das funktioniert sehr gut.

Foto: Ralf Bernert
Foto: Ralf Bernert

Am Handling, der Bedienung, dem ganzen Drum und Dran hat sich natürlich wenig geändert. Der Evoque wurde und wird wegen seiner Ästhetik nicht nur geliebt. So ist das halt, wenn man anders ist. Das Cabriolet ist da auf dem gleichen Pfad unterwegs. Im Normalfall werden aus Coupés eben Cabriolets. Ein SUV bleibt ein SUV. Meistens jedenfalls. Das Stoffdach steht dem Evoque jedenfalls sehr gut zu Gesicht, es ändert nichts an der Charakteristik.

Fahrbericht Range Rover Evoque Cabriolet: Der Freiheitskämpfer für viele Gelegenheiten

Dass Range Rover dem Cabriolet die Gelände-Talente mit gegeben hat, ist ein Plus. Auch wenn man in Deutschland lange suchen muß, bis man ohne schlechtes Gewissen ins offene Gelände fahren darf und kann. In Wülfrath hält Land Rover ein Reservat für Geländeautos bereit. Der ehemalige Steinbruch ist die Spielbude für Offroad-Freunde und dort haben wir das Cabriolet von Range Rover durch Geröll, recht tiefe Wasserlöcher und einen eindrucksvoll steilen Abhang hinab geschickt.

Der Brite hat das alles recht locker und leicht gemeistert. Gewundert hat uns das nicht wirklich, wenn Land Rover einen Wagen baut, dann ist er nicht nur auf Asphalt souverän unterwegs, er kann auch abseits aller Strassen ohne Probleme bewegt werden. Die technischen Daten zum Thema Offroad sind alles andere als theoretischer Natur.

Ein Fazit:
Der Range Rover Evoque ist ein Alleskönner. Er kann ein Trendsetter in der Metropole sein, ein ganz normales Cabriolet, ein Gelände-tauglicher Viersitzer und eben ein trendiger Metropol-Gelände-Cabrio-Range-Rover. Er ist kein billiges Auto, kein Rennwagen oder Sparfuchs. Er kostet und er hat bei uns den Eindruck hinterlassen, als wäre er sein Geld wert.

Der Verkauf des Cabrio ist bereits gestartet. Derzeit bietet Land Rover den Wagen in drei Motor- und zahlreichen Ausstattungsvarianten an.

TD4 Diesel 150 mit 150 PS, 380 Nm Drehmoment ab: 51.200,00 Euro
TD4 Diesel 180 mit 180 PS, 430 Nm Drehmoment ab: 54,100,00 Euro
Si4 Benziner 240 mit 240 PS, 340 Nm Drehmoment ab: 55.100,00 Euro

Fahrbericht Range Rover Evoque Coupé

Text: Ralf Bernert
Fotos und Video: Land Rover / Ralf Bernert

Die technischen Daten (laut Hersteller):
Range Rover TD4 Diesel 180
Motor: 4-Zylinder Diesel Reihe
Leistung: 132 kW / 180 PS bei 4.000 Umdrehungen
Drehmoment: 430 Nm bei 1.750 Umdrehungen
Getriebe: 9-Gang Automatik
Antrieb: Allradantrieb

Maße:
Länge: 4.370 mm
Breite mit Spiegel: 2.085 mm
Breite mit eingeklappten Spiegeln: 1.980 mm
Höhe: 1.609 mm
Radstand: 2.660 mm
Wendekreis: 11,3 m
Leergewicht: 1.967 kg
Tank: 54 Liter
Böschungswinkel von : max. 17,5 Grad
Böschungswinkel hinten : max. 31,0 Grad
Rampenwinkel: 20 Grad
Wattiefe: 500 mm

Fahrleistungen:
0-100 km/h: 10,3 Sekunden
Top Speed: 195 km/h

Verbrauch kombiniert: 5,7 l/100 km
CO2: 149 g/km