Fahrbericht Porsche Panamera 4 E Hybrid Sport Turismo

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Fahrbericht Porsche Panamera 4 E Hybrid Sport Turismo – Leinen los. In Hamburg gestartet, in Nizza angekommen, in Stuttgart eingetauscht und zwischendrin reichlich Zeit über Benzin und Strom als gemeinsame Energie-Lieferanten nachzudenken. Der Sport Turismo aus Zuffenhausen ist grundsätzlich ein sehr feines Auto, stünde da nicht die Ungeduld des Fahrers im Weg.

Fahrbericht Porsche Panamera 4 E Hybrid Sport Turismo – Foto: Ralf Bernert

Rund 600 Kilometer Reichweite werden angezeigt. Das klingt beruhigend und bis Wasserbillig in Luxemburg reicht das auch. Dort ist Benzin deutlich preiswerter als in Deutschland und das will was heissen. Knapp 90 Euro kostet eine Tankfüllung, pro Liter 1,21 Euro. Der Akku ist schon lange leer. Kurz vor Lüneburg war der Saft weg. Rekuperation war kaum möglich, auf dem flachen Land bremst man eher selten. Man segelt lieber und das kann unser Testwagen wirklich sehr gut. Unterwegs aufladen ist nur sinnvoll, wenn man übernachtet oder einen Termin hat. Minimum 2,5 Stunden, so lange steht niemand wegen 50 Kilometer E-Reichweite an einer Stromtheke.

Wir fuhren also mit trockenem Stromtank weiter nach Metz, die erste Übernachtung auf dem Weg an die Sonnenküste. Keine Ladestation in der Nähe, rund 1,2 Kilometer vom Hotel entfernt und dann sollte man auch noch einen Vertrag abschliessen. Unpraktisch, umständlich, dann lieber morgen auf dem Weg zur nächsten Station den Akku per Verbrenner aufladen. Der V6 als Reichweiten-Sponsor. Das ist teuer erkaufte Energie, aber es macht eben so viel Spaß, das „Lautlos-durch-Orte-Fahren“.

Fahrbericht Porsche Panamera 4 E Hybrid Sport Turismo – Foto: Corinna Keller

Überhaupt Spaß. Der Panamera ist auch auch dank des Motoren-Kollektivs ein wunderbares Auto. Bequem, sehr komfortabel, technisch ganz oben auf der Skala, ästhetisch eine Augenweide, auch von aussen, die Sitze bequem, der Kofferraum plus umlegbare Rücksitze groß genug Und er läuft wie ein Uhrwerk, die Motoren, das Getriebe, die komplette Mensch-Maschine-Verbindung ist eine Freude. Man tippt, man spricht, man schiebt und zieht, man schwebt mit dem Finger über einer Taste und es tut sich was. Future.

Fahrbericht Porsche Panamera 4 E Hybrid Sport Turismo – Wirklich gut

Wir sind in Nancy. Es wird sehr historisch, sehr französisch. Gestern feierten die Franzosen das Ende des letzten Krieges. Blumen liegen auf Plätzen, Statuen sind noch ergriffen von Reden. Der Porsche in sehr strahlendes Blau gehüllt, steht auf dem Place de la Carriere. Dahinter Säulen, heller Stein und die Sonne als Beleuchter. Ein paar Leute drehen sich um und denken über Deutsche in Frankreich nach und der Panamera sieht gut aus, wirklich gut.

Der Wagen parkt, wir kümmern uns um Nancy und seine Geschichte. Den Place de la Carriere haben wir schon gesehen und wir sind mitten im Leben Nancys. Hundert Meter weiter, der Place Stanislas, vier goldene Tore, in der Mitte Stanislaus I. Leszczyński, jener Adlige, der König von Polen war und im 18. Jahrhundert das Stadtzentrum von Nancy maßgeblich gestalten liess. Wir wandern weiter, ein paar Meter nur, und stehen in der wunderbaren Altstadt, die uns verführt, die uns fesselt und die eine kulinarische Reise durch Lothringen ist. Man reibt sich den Bauch, der Gaumen spielt verrückt. Später dann, ein erholsamer Spaziergang durch den Pépinière, einen Park mit Mini-Zoo und einem herrlichen Pavilion.

Fahrbericht Porsche Panamera 4 E Hybrid Sport Turismo – Grafik: Porsche

Übernachtet haben wir auch. Ein Hotel der besonderen Art, weil mitten drin, super ruhig, sehr gastfreundlich und mit reichlich Charme ausgestattet. Das Hotel de Guise ist eine kleine, mitten in der Altstadt gelegene Oase der Ruhe. Die Zimmer sind recht groß, das Frühstück ein Genuss und die Preise sind eine Erholung für die Urlaubskasse.

Fahrbericht Porsche Panamera 4 E Hybrid Sport Turismo – Foto: Corinna Keller

Die zweite Etappe unserer Reise steht an. Direkt runter nach Nizza, der Akku ist voll und damit läßt sich dann auch wieder der Sport+-Modus betreiben, was soviel heisst wie „volle Möhre“ oder „Boost“ und das meint, der Porsche rennt wie vom Blitz getrieben nach vorn und er verbraucht dann auch reichlich Strom und Benzin. Das Thema 2,5 Liter pro 100 Kilometer ist ein spannendes. Wir rechnen nach und stellen fest: Nur unter ganz speziellen Umständen ist die Zahl 2,5 erreichbar. Genau dann, wenn man 50 Kilometer rein elektrisch fährt und die letzten 50 Kilometer mit einem Schnitt von 5 Liter pro 100 Kilometer fährt. Und das ist schwierig.

Der Panamera Sport Turismo wiegt leer 2.170 Kilo plus Gepäck, plus Insassen kommen da leicht 2.350 Kilo zusammen. Der Gasfuß ist voll konzentriert, wann immer es geht, hebt er sich und der Drehzahlanzeiger senkt sich auf die Null. Der V6 stellt die Arbeit ein, null Verbrauch, die Schwerkraft wirkt. Jeder Bremsvorgang streut ein klein wenig elektrische Energie in den Akku und irgendwann freut man sich, wenn der Wagen läuft und der Verbrenner erst dann wieder arbeitet, wenn der Stromspeicher so trocken ist wie die Wüste Gobi. Wir haben in einem Abschnitt ganze 57 Kilometer geschafft, ein Rekord?

Fahrbericht Porsche Panamera 4 E Hybrid Sport Turismo – Ein starkes Lockmittel

Das Tempolimit in Frankreich rettet uns vor weiteren Tankstopps. Die 600 Kilometer ins mondäne Nizza schafft der Schwabe. Und dann heisst es ab in die Garage. Zwei Tage Ruhe im Keller. Der Panamera läßt sich leichter als gedacht in der Tiefgarage zwischen den Pfeilern und geparkten Autos hin und her bewegen. Trotz über fünf Meter Länge und hübscher Felgen mit Pirellis drauf, die man nur ungern an den hohen Kanten auf Robustheit überprüft.

In Nizza ist nur die halbe Hölle los und das trotz der Filmfestspiele in Cannes. Wir übernachten wieder mitten in der Altstadt. Diesmal mit kleiner Terrasse und ganzen fünf Fußminuten zum Meer. Zwischen dem Hotel und dem Strand überqueren wir eine wirklich lange Futterstelle. Ein Restaurant nach dem anderen, es duftet nach allem. Dann folgt eine Piazza und ein paar Meter dahinter das Labyrinth, die eigentliche Altstadt. Und genau hier pulsiert das Leben in Nizza. Die wunderbarsten Restaurants, winzige Obst-Gemüse-Fleisch-Fisch- und Mitbringsel-Stände in Hülle und Fülle. Und das alles in engsten Gassen. Und weil wir einen Tick vor der Hauptsaison hier unten sind, ist die Menge der Menschen, die uns auf die Füße treten, noch halbwegs erträglich. Was wir alles erlebt haben, schreiben wir in einem separaten Bericht an dieser Stelle später auf.

Interieur Panamera 4 E-Hybrid Sport Turismo. – Foto: Porsche

Der Porsche ist wieder an der Reihe. Die Küstenstrasse ist ein starkes Lockmittel. Das Blau des Panamera streitet sich mit dem Blau des Mittelmeeres, die Windungen der M607 in Richtung Èze sind wie gemacht für den Sport+-Modus. Das alte und beliebte Rein-Raus-Spiel, der V6 trommelt gut, er singt und brüllt auch mal, vor allem, wenn wieder die berühmte Durchfahrt durch den Fels ansteht. Als wäre der Wagen schon mal hier gewesen. Die TV-Serie „Die Zwei“ läßt schön grüssen, Sinclair und Wilde sind hier durchgekommen und haben dieser Ecke ihren Stempel aufgedrückt.

Die Côte der Siebziger brennt dir halt immer noch ein Loch in den Pelz, da helfen die besten Cremes nix. In 2018 ist noch der Flair des Mondänen spürbar, man fährt kurz rechts ab. Saint-Jean-Cap-Ferrat zum Beispiel, ein Ort der untrennbar mit einem Grand Hotel verbunden ist. Angeblich kostet hier ein Quadratmeter Grund so viel wie neuer 718 Cayman. Die unglaubliche Aussicht allein wird es nicht sein, die den Preis in den Himmel der Superreichen getrieben hat. Man will hier her, koste es was es wolle.

Fahrbericht Porsche Panamera 4 E Hybrid Sport Turismo – Drei Tage gebremster Rummel

Drei Tage gebremster Rummel, Düfte, kulinarische Highlights und wunderbares Wetter. Der Panamera wird wieder beladen. Das Sport-Turismo-Heck wird kurz vor der Abfahrt gelobt, unser nächstes Ziel: Beaune, die Hauptstadt des Burgunder-Weines. Was wir dort erleben konnten, wollen wir zu einem späteren Zeitpunkt aufschreiben. Nur soviel jetzt: unbedingt hinfahren und mindestens zwei Tage verweilen.

Auf Beaune folgt Strassburg, die Metropole der EU und die Heimat eines Kirchengebäudes, das dich von aussen wie innen umhaut. Der Dom zu Strassburg, die Altstadt, die Kulinarik, das bunte Treiben. Auch das werden wir aufschreiben und mit Fotos anreichern.

Die Reise endet in Stuttgart. Werk 1, der Blaue kommt zurück zu seiner Geburtsstätte. Wir fahren bis Hamburg im Macan GTS, hier der Fahrbericht zum Roten:

Fahrbericht Porsche Macan GTS

Ein Fazit zum Panamera 4 Hybrid Sport Turismo. Er ist derzeit wohl der beste Porsche, wenn es um Ästhetik, Komfort, Langstrecken-Ausdauer und modernste Bedienung geht. Dass er seine Hybrid-Kompetenz wegen fehlender Lade-Infrastruktur und der zu langen Ladezeit nicht wirklich ausspielen kann, ist schade. Aber wer fährt auch alle einhundert Kilometer an die Ladesäule und wartet mindestens 2,5 Stunden bis der Strom wieder für die nächsten 40 bis 50 Kilometer ausreicht.

Was uns besonders beeindruckt hat, war die ausgesprochen simple und praktische Nutzung aller Antriebsvarianten. Vom Sport+-Modus mit seiner eindrucksvollen Leistungsschau, über den Hybrid-Modus, der den Wagen je nach Bedarf mal rein elektrisch, mal per V6 Turbo nach vorn treibt, bis zum Laden des Akkus durch den Benzinmotor, was uns immer wieder lautlos durch kleine Orte geführt hat. Und das ist, trotz des höheren Benzinverbrauchs, eine Wohltat, nicht nur für uns.

Nach den fast 2.500 Kilometern können festhalten: der Bordcomputer zeigte uns einen Benzinverbrauch von rund 8.5 l/100 km an. Was zeigt, dass man 2,5 Tonnen Moderne aus Zuffenhausen durchaus moderat bewegen kann.

Reisebericht Hamburg-Nizza Teil 1

Unsere Hotels während der Reise:

Nancy: Hotel Guise https://www.hoteldeguise.com/fr/
Nizza: Hotel Nice Riviera
Beaune: HOSTELLERIE LE CEDRE
Strassburg: Hotel Suisse

Und wir danken “ATOUT FRANCE” für die freundliche und sehr professionelle Unterstützung.

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Fotos: Porsche / Ralf Bernert

Die technischen Daten (laut Hersteller) / Panamera Sport Turismo 4 Hybrid:

Motoren:
Verbrenner:
V6 Biturbo
Hubraum: 2.894 ccm
Leistung: 243 kW / 330 PS bei 5.250 bis 6.500 U/min
Drehmoment: 450 Nm bei 1.750 bis 5.000 U/min

E-Motor:
100 kW Synchronmotor
Leistung: 136 PS bei 2.800 U/min
Drehmoment: 400 Nm bei 100 bis 2.300 U/min

Systemleistung: 340 kW / 462 PS bei 6.000 U/min
Systemdrehmoment: 700 Nm bei 1.100 bis 4.500 U/min

Maße:
Länge: 5.049 mm
Breite: 1.937 mm (2.165 mm mit Spiegel)
Höhe: 1.423 mm
Radstand: 2.950 mm
Gepäckkapazität: 405 bis 1.215 Liter
Leergewicht: 2.170 kg
zul. Gesamtgewicht: 2.710 kg

Fahrleistungen:
System: 0-100 km/h in 4,6 Sekunden / 278 km/h Top Speed
elektrisch: 0-100 km/h in 5,7 Sekunden / 140 km/h Top Speed

Plug-in-System
Traktionsbatterie: Lithium-Ionen-Batterie mit Temperatursteuerung
Energie-Inhalt: 14 kWh
Nennspannung: 382 V
Ladegerät: Onboard-Lader mit 3,6 kW (optional 7,2 kW

Kraftstoff und Emissionen
Kraftstoffart: Super Plus (98 ROZ)
Kraftstoffverbrauch: 2,5 l/100 km
CO₂-Emissionen: 56 g/km
Stromverbrauch: 15,9 kWh/100 km
Abgasnorm: Euro 6
Effizienzklasse Deutschland: A+
Tankinhalt: 80 l
elektrische Reichweite: 25 – 51 km

Preis in Deutschland ab: 112.075,00 Euro inkl. MwSt.

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1 Comment

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