Drei mal Panamera, von 480 bis 630 PS, vom 126 Tausend bis rund 180 Tausend Euro. Alle drei sind schnell, sehr schnell und sie können langatmig und komfortabel. Wir haben den Test gemacht, auf der Rennstrecke und nebenan.

1) Porsche Panamera Turbo S – Die Kraft-Sport-Limousine

Porsche Panamera Turbo S
Porsche Panamera Turbo S
Porsche Panamera Turbo S
Porsche Panamera Turbo S

Wir fangen mal ganz oben an. Beim Preis, bei der Motorleistung und beim Tempo. Ihn überholt keiner. Wir lesen von 630 PS und die lassen wir los. Der Bilster Berg als kurviges, kerniges und bestens gezeichnetes Revier für dynamische Momente ist heute unser Freund.

Den starken, sehr starken Turbo S aus der Boxengasse auf die Strecke laufen lassen. Eine Runde zur Gewöhnung, schlendern, den V8, die Reifen, die Bremsen und den Fahrer einstimmen. Rund vier Kilometer Berg- und Talbahn, rauf, runter, schnelle und enge Kurven plus eine Mausefalle, die Dir die Innereien so richtig schön auf Vordermann bringen kann, es verdichten sich die Dinge, der Wagen rennt eine Steigung hinauf, vorher geht’s in eine kurze aber sehr heftige Talsohle, rauf und runter und der Turbo S leckt sich die Finger, weil er nicht nur schnell sondern auch präzise zur Sache geht. Das Fahrwerk, die Spreizung ist das Thema, auf Sport + gestellt, läßt dem Viertürer kaum eine Chance die eigenen vier Wände in irgendeiner Form aus der Fassung zu bringen. Keine Verwindung, keine Vibrationen, keine Unsicherheiten und vor allem, keine Traktionsdefizite spürbar.

Panamera Turbo S – Mit der Wucht von 820 Nm

Der Turbo S strahlt absolute Stabilität aus. Er tanzt auf dem Asphaltband durch die Landschaft und er hat Freude daran. Die Keramikbremsen, im Lieferumfang enthalten, kennen den Begriff Fading scheinbar nur aus Erzählungen. Wir schicken den Porsche x-mal über die Strecke und der Wagen reduziert die Geschwindigkeit ein ums andere Mal so präzise und standfest wie ein Uhrwerk, die Lenkung gibt den Musterschüler, auch, weil sie alle vier Reifen bewegt und damit, je nach Geschwindigkeit, den Wagen entweder in den Kurvenverlauf hinein zieht oder den Lenkradius bei engen Kehren spürbar verringert.

Wir verlassen den Track und erkunden Landstraßen, Orte und auch die Autobahn. Die Limousine läuft ruhig und sehr kommod durch die Landschaft, die Dämmung ist ein Segen, der Sound aus den Lautsprechern eine Ohrenweide. Hinten wie vorn, bequeme Sitze, wobei der Fahrersitz eben noch ein Musterschüler in Sachen Seitenhalt war und jetzt duftet er nach Langstrecke, Komfort und Ergonomie. Die 315 sind leider nicht drin, zu dicht der Verkehr, aber dafür das Thema Durchzug erlebt. Eine Limousine schafft es mit knapp 220 km/h dem Panamera am Heck zu kleben und der Turbo schlägt zurück. Mit der Wucht von 820 Newtonmeter verwandelt sich der Hintermann im Rückspiegel in ein Spielzeug, er verschwindet, rückt wieder auf, weil Tempolimit und er hält Abstand, weil er nun weiß, was der Turbo S so alles kann, wenn man ihm zu sehr auf die Pelle rückt.

2) Porsche Panamera 4S E-Hybrid – Für alle Fälle

Porsche Panamera 4 SE Hybrid
Porsche Panamera 4 SE Hybrid
Porsche Panamera 4 SE Hybrid
Porsche Panamera 4 SE Hybrid

Das Gütesiegel für Ausgewogenheit, das Lieblings-Produkt der Kundschaft und der Panamera für alle Fälle. Kein Verzicht, keine Fokussierung und keine Kompromisse. Hybrid steht für Kraft, Dynamik, Komfort und Effizienz. Zumindest nach unserer Erfahrung.

Die Rennstrecke lassen wir links liegen, zu viel Verkehr durch eine Gruppe Turbo S. Wie biegen rechts ab und erkunden das wunderbare Bergische Land am Vormittag. Wir treffen fröhliche LKW-Fahrer, die die schönsten Landstraßen mit 60 oder weniger bereisen und wir erleben den Antritt des V8 mit 480 PS. Nein, er stürmt nicht mit der enormen Wucht des Turbo S nach vorn, der Hybrid gibt den Flaneur, den Geniesser. Leise, fast schüchtern rollt er durch Ortschaften, die Bremssättel neonfarben lackiert künden vom E-Antrieb, der die Hauptrolle übernimmt, wenn man denn will. Es ginge auch per Kombinat aus beiden Maschinen oder eben nur der V6, dessen Sound über die Abgasanlage diese kernig, sportliche Note hat und der im Alleingang diesen Panamera sehr schnell bewegen kann, zusammen mit dem E-Antrieb sieht das dann doch ein wenig heftiger aus.

Ein PKW hinter uns will es wissen, er schiebt und drückt. Wir drücken den rechten Fuß nach unten, E- Und Verbrennungsantrieb reichen einander die Hände und der Schieber hinter uns reibt sich die Augen, er laß nichts von Turbo oder gar Turbo S, jetzt ist er schlauer und er sieht den Panamera mit dem E-Hybrid aus der Ferne und wir sehen wie die Landschaft rund um den Bilster Berg an uns vorbei zieht. Den Gasfuß wieder nach oben, auf Laden gestellt. Der V6 schaufelt Energie in den Aku, damit wir später wieder lautlos und sauber durch die Orte spazieren können. Porsche meldet beim Verbrauch um zwei Liter pro 100 Kilometer. Wir schaffen das nicht wirklich, was daran liegen mag, dass wir den Sportler im 4S E-Hybrid zu oft geweckt haben. Wer den Sparfuchs erleben will, fährt anders, im Hybrid-Modus mit sanftem Gasfuß, möglichst viel Rekuperation und den Aku an der Ladestation auffüllen.

Das Hammerteil: Panamera Turbo S E-Hybrid

Ein paar Daten haben wir noch: 560 PS Systemleistung, 750 Newtonmeter Drehmoment, Top Speed 289 km/h, 3,7 Sekunden bis 100 km/h, 2.300 Kilo Leergewicht und der Preis: ab 126.841,00 Euro. Wem die 560 PS nicht ausreichen, für den hat Porsche jetzt auch den neuen Panamera Turbo S E-Hybrid im Angebot. Der ist mit einem V8 ausgestattet und dann sitzt man in einem 700-PS-Panamera. Bestellen kann man sofort, überweisen auch: 185.537,00 Euro.

3) Porsche Panamera GTS

Porsche Panamera GTS
Porsche Panamera GTS
Porsche Panamera GTS
Porsche Panamera GTS

Der Dritte im Bunde hört auf den Namen GTS und wir wissen aus Erfahrung, dass GTS ein Gütesiegel bei Porsche ist. Es geht dabei um das Zauberwort: Spreizung. Reichlich Leistung, 480 PS und jede Menge Komfort plus rund zehn Liter Verbrauch auf 100 Kilometer.

Wieder die Landstraßen, die Kurven kennen uns schon, die Geraden auch. Der GTS läuft hinein, grüßt den Scheitelpunkt und rennt hinaus. Die Gerade danach ist die Startbahn für die nächste Biegung, diesmal etwas enger, langsamer und die Hinterradlenkung erfreut die Besatzung, weil der Porsche sich noch klarer, noch stabiler in die Kurve setzt. Das könnten wir jetzt stundenlang erleben und genießen. Weil unser Testwagen so viel sportliche Talente besitzt und man diese dann auch sehr präzise erleben kann. Es geht auf die Autobahn, kurz nur aber sehr intensiv, weil wir fast allein sind und ein Verkehrsschild die Lust auf Top Speed erlaubt. Rund 300 km/h soll der neue GTS können und wir legen los. Das Doppelkupplungsgetriebe fügt die acht Gänge nahtlos aneinander, Sport Plus liegt an und der V8 liefert und liefert und liefert. Die 300 auf der Anzeige erscheint und bleibt. Wir sind sicher, dass da noch mehr drin ist, aber der Spaß findet en Ende, weil zwei Spuren und reichlich Andrang. Genug der Freude an der 300. Wir lernen, der Neue kann schneller, präziser und vor allem länger, weil sie ihm beigebracht haben, noch cleverer mit der Energie umzugehen.

Wieder zurück auf der Landstraße, den Kurven und zwischendurch kleinen Orten. Parkplatz, Sprachsteuerung, Infotainment, Vernetzung. Der neue Panamera erfuhr ein Update, eine Optimierung, vor allem bei der Sprachsteuerung, die nun den Finger noch lieber vom Touchpad läßt. Man spricht, der Porsche hört zu und versteht. Es klingt einfach und das ist es auch.

Drei mal Panamera, kein Vergleich. Porsche hat alle Varianten der Limousine optimiert, verbessert oder einem Update unterzogen. Optisch ein wenig. Der Stoßfänger vorn, am Heck das Leuchtband und den Deckel, der Diffusor und im Innenraum ein neues Lenkrad plus die Lautstärkeregelung ist nun wieder mit einem Rollrad versehen. Das war´s zum Thema Design. Die Techniker habe sich dann noch die Motor- und Achslagerung vorgenommen. Damit´s weniger vibriert und der Wagen noch ruhiger, noch sauberer läuft. Ein paar PS mehr sind obligatorisch, weil der Nachfolger immer diesen spürbaren Tick stärker und schneller sein muss.

Der Vollständigkeit halber erwähnen wir noch, dass derzeit sieben Panameras zur Auswahl stehen. Ganz vorn der Panamera 4 mit V6, 330 PS für mindestens 91.345,00 Euro. Daneben der Panamera 4S, ebenfalls mit V6 und 440 PS. Der Preis: ab 126.841,00 Euro. Dann folgen GTS, 4S E-Hybrid, Turbo S und, das Hammerteil: Panamera Turbo S E-Hybrid.

Fotos: Porsche AG

Fotos: Hersteller