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Fahrbericht Maserati Levante Trofeo – Feinkost mit Biss
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Fahrbericht Maserati Levante Trofeo – Feinkost mit Biss 

Der Levante, jener SUV, den man eigentlich so nicht nennen sollte, kommt mit Wucht und neuen Feinheiten auf die Strasse. Wir haben den 580-PS-Italiener ausgiebig und bis zum Anschlag getestet. Bravo Maserati.

Fahrbericht Maserati Levante Trofeo – Foto: Maserati

Als der erste Levante 2016 erschien, waren wir angetan. Positiv. Weil der Italiener kein Poser mit der Stirnfläche eines Flugzeugträgers war und, weil er auch beim zweiten Hinsehen ein eleganter und sehr italienischer Wagen ist. Grandezza gepaart mit der vita di campagna sozusagen. Und nun, drei Jahre nach dem ersten Auftritt, sitzen wir im nagelneuen Trofeo, der stärksten Ausprägung des Levante und wir stehen mit dem Italiener auf einem Flugplatz. Zwei Piper beobachten uns, gleich werden wir die Sprintfertigkeiten des 580-PS-Wagens erleben. Auf dem Taxiway zur Startbahn, bis ans Ende rollen, dann U-Turn und hinter einem weißen Streifen halten.

Zwei mal kurz nacheinander die Schaltwippe zeihen, der linke Fuß drückt das Bremspedal mit Nachdruck in Richtung Bodenblech, der rechte Fuß treibt die Drehzahl des V8 nach oben. Sobald die Zahl 3000 erreicht wird, Bremse loslassen und der Viertürer aus Modena stürzt sich nach vorn, als wolle er schnellst möglich abheben und ein paar Runden über dem Flugplatz drehen. Die beiden Piper schauen weiter zu und üben sich in Gelassenheit. Ihre Lufthoheit ist nicht gefährdet, der Maserati bleibt am Boden, schafft aber die 100 km/h in vier Sekunden. Das schafft keine Piper, noch nicht mal im Traum. Der Trofeo rennt weiter, die Verzögerung ist mehr als sehr gut. 2100 Kilo plus Fahrer und Beifahrer werden sauber und blitzschnell bis zum Stillstand abgebremst. Auch das kann der jüngste Spross der Maserati-Familie sehr, sehr gut.

Fahrbericht Maserati Levante Trofeo – Wenn der Fahrer mitspielt

Vorher ein paar Fingerübungen im Gelände. Rauf, runter, kreuz und quer. Eine Kiesgrube gewährt uns Einlass. Der Levante ist natürlich keine Bergziege, er ist ein bequemer und souveräner Geländegänger mit Allrad, den üblichen Assistenten und einer sehr guten Balance. Man kann ihn ins Gelände schicken und, wenn der Fahrer kein kompletter Ignorant ist, kommt man nahezu jede Steigung hoch, die Wattiefe liegt bei 40 Zentimeter, der Levante ist mit reichlich Drehmoment ausgestattet, was ihn grundsätzlich zu einem ausdauernden Langstrecken-Steiger macht. Man drückt das Pedal durch und der Viertürer trägt seine Masse recht lässig den Berg hinauf. Vorab sollte man den Gelände-Modus eingestellt haben, wie gesagt der Fahrer muß mitspielen.

Fahrbericht Maserati Levante Trofeo - Foto: Maserati
Fahrbericht Maserati Levante Trofeo - Foto: Maserati
Fahrbericht Maserati Levante Trofeo - Foto: Maserati
Fahrbericht Maserati Levante Trofeo - Foto: Maserati
Fahrbericht Maserati Levante Trofeo - Foto: Maserati
Fahrbericht Maserati Levante Trofeo - Foto: Maserati
Fahrbericht Maserati Levante Trofeo - Foto: Maserati
Fahrbericht Maserati Levante Trofeo - Foto: Maserati
Fahrbericht Maserati Levante Trofeo - Foto: Maserati
Fahrbericht Maserati Levante Trofeo - Foto: Maserati
Fahrbericht Maserati Levante Trofeo - Foto: Maserati
Fahrbericht Maserati Levante Trofeo - Foto: Maserati
Fahrbericht Maserati Levante Trofeo - Foto: Maserati
Fahrbericht Maserati Levante Trofeo - Foto: Maserati
Fahrbericht Maserati Levante Trofeo - Foto: Maserati
Fahrbericht Maserati Levante Trofeo - Foto: Maserati

Im Landstrassen-Leben ist man im Levante dank seiner fünf Meter Länge nicht in der Spezialisten-Liga unterwegs, obwohl der V8 Biturbo schon genau weiß, wie man Durchzug buchstabiert. Er nimmt auch enge Kurven sehr knackig, kann die Leute auf den hinteren Sitzen ordentlich durchschütteln und Kurvenausgänge nimmt er, so man denn unbedingt will, mit der sportlichen Eleganz eines etwas schweren Sportwagens. Das kann er, weil man bei Maserati den Sportwagenbau und seine Geheimnisse nie wirklich vergessen hat. Ein Maserati sollte immer, wirklich immer, auf sportlich motivierte Piloten gefasst sein.

Wir wechseln das Revier. Die Autobahn ist das dankbarste Revier. 299 km/h soll der Trofeo können und wir haben das nicht ausprobiert, weil wir unseren Führerschein schon recht gern haben und weil man die übrigen Gäste der italienischen Autobahn nicht ins Unglück stürzen will. Alle fahren brav so um 130 und dann stürzt ein recht deutlich sichtbarer Kühlergrill, inklusive Dreizack an einem vorbei und verschwindet recht fix im Sonnenuntergang. Der guten Ordnung halber erwähnen wir noch, dass wir vor ein paar Monaten einen Levante V6 BiTurbo mit 430 PS sehr lässig auf 260 km/h beschleunigt haben. Kleinigkeit. Die 150 Mehr-PS dürften die fehlenden 39 km/h locker schaffen.

Und dann ist da die Stadt, welche unseren Testwagen zum Catwalk einlädt. Also flanieren, vor Ampeln stehen und glänzen. Man sitzt mal hinten und der Blick läuft durch den großzügigen Innenraum, die Schuhe ruhen auf dem Teppich und die Hände inspizieren Leder, Nähte und alle anderen Materialien, welche im Innenraum sehr fein verteilt wurden. Es duftet nach der berühmten Grandezza, also jener Stimmung, die man immer dann spürt, wenn der Luxus Lusso heisst und man den Eindruck hat, dass ein Tick mehr davon schon zu viel wäre und ein Tick weniger, den Begriff Mangel zum Leben erweckt. Es passt, es funktioniert und die 155.000,00 Euro, die man hierzulande in die offene Hand des Händler zählen soll, sind kein Zeichen von Übermut, sondern eher eine Selbstverständlichkeit. Anderswo zahlt man mehr und der Gedanke an Grandezza bleibt dort eher ein Wunsch.

Maserati bietet den Levante natürlich auch mit einem V6-Diesel an und wem die Trofeo-Variante dann doch zu kraftvoll daher kommt, wird der GTS für mehr als ausreichend Freude sorgen. Unter der Fronthaube arbeitet dann ein V8 BiTurbo mit 550 PS. Und dann ist da noch eine Info, die wir während eines grandiosen Abendessens im Werk in Modena inhaliert haben. Maserati wird bald einen Supersportler präsentieren. Mit reichlich Pfeffer plus elektrischer Energie. Mehr wissen wir nicht, aber es soll spektakulär werden.

Fotos: Maserati

Die wichtigsten Fakten (laut Hersteller):
unser Testwagen: Maserati Levante Trofeo
Motor: V8 TwinTurbo
Hubraum: 3.799 ccm
Leistung: 427 kW / 580 PS bei 6.250 U/min
Drehmoment: 730 Nm bei 2.500 bis 5.000 U/min
Antrieb: Allrad
Getriebe: 8-Gang Automatik

Maße:
Länge: 5.003 mm
Breite: 1.968 mm
Höhe: 1.679 mm
Radstand: 3.004 mm
Leergewicht: 2.170 Kg
Tank: 80 l

Fahrleistungen:
0-100 km/h: 4,1 s
Top Speed: 299 km/h

Verbrauch kombiniert: 13,5 l/100 km
CO2 kombiniert: 313 g/km
geprüft nach: Euro 6d-Temp EVAP

Preis in Deutschland ab: 155.000,00 Euro inkl. MwSt.

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