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Fahrbericht Lexus UX Hybrid – Der japanische Europäer
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Fahrbericht Lexus UX Hybrid – Der japanische Europäer 

Ok, er sieht nicht nach Europa aus und er funktioniert auch nicht wie ein Europäer. Er ist im Grunde ein Japaner mit dem Innenleben eines Japaners. Also technisch ganz weit vorn, ästhetisch in seinem eigenen Kosmos unterwegs und mit reichlich Handwerkskunst versehen. Auf Mallorca haben wir ihn erlebt.

Der UX heisst so, weil man Urban und X-Over zusammen gesetzt hat. Also ein Stadt-Indianer, der alles kann, was so ein Indianer können soll und der sich in der Stadt wohl fühlt. Im Parkaus warten, den Einkauf für´s Wochenende transportieren, lange Reisen ohne lange Pausen absolvieren und die Insassen mit Ruhe, Komfort und schöner Aussicht verwöhnen. Wir haben uns für den Tag den Hybrid UX genommen und erlebt. Mit ein wenig mehr als 180 PS, Allradantrieb und der Farbe Blau als Kontrast zum grauen Asphalt.

Natürlich läuft man erstmal um den neuen Wagen herum. Er ist knapp 4,5 Meter lang und ganz weit vorn, sitzt die Kühlermaske á la Lexus, ein Grill, so mächtig wie ein Tor, auf dass die Luft in Massen hinein ströme. Dazu noch ein Gitter aus lauter schwarzen Waben. Geht´s noch auffälliger? Wohl kaum. Links und rechts die beiden Lufteinlässe für die Räder und Bremsen. Darüber dann die Leuchten, schlank, hoch modern. Das alles passt zusammen, wirkt nachhaltig. Keine Verwechslung möglich. Ein Lexus.

Fahrbericht Lexus UX Hybrid – Gut sichtbar, gefühlter Luxus

Hinten ein ähnliches Spiel, nur ruhiger. Das rote Leuchtband weiter oben verbindet die Rückleuchten, man kennt das von anderen Herstellern. Was uns besonders gefällt, sind die unteren Hälften der Leuchten, etwas dunkler. Bei schwarzer Lackierung verschwinden die Leuchten zur Hälfte. Wer den Trend gesetzt hat? Wir wissen es nicht. Aber es wirkt, macht schlank. Darunter das grosse L umgeben von starken Linien und Kanten. Der Hintern ist also eher ruhig, klassisch und modern zugleich.

Im Innenraum dann die Fortsetzung oder besser der Übergang. Lexus nennt das „Engawa“ und damit ist eine traditionelle Form der japanischen Architektur gemeint. Ein Engawa ist eigentlich ein überdachter Holzbalkon und der Übergang vom Wohnhaus zum Garten. Beim UX dürfen wir also von einer Verbindung zwischen Innen und Aussen sprechen, was dann auch recht klar zutage tritt, wenn man diesen Lexus mit der entsprechenden Aufmerksamkeit betritt.

Da sind die gewohnten Dinge. Das Touchpad, dessen Beherrschung uns immer noch nervt, weil wir nicht die notwendige Sensibilität an den Tag legen. Grobmotoriker sind da klar im Nachteil. Und das Lautstärkerädchen direkt an der Unterarmauflage. Die Finger suchen immer noch nach einem Drehknopf. Man wir älter, will alles einfacher haben. Ein Smartphone mit dicken, fetten Knöpfen. Und sonst? Alles wunderbar. Gut sichtbar, gefühlter Luxus. Die Nähte am Leder, echtes Handwerk. Als hätten tausend geschickte Hände in Japan die Häute bearbeitet.

Der Hang zur Perfektion, die Liebe zur Ingenieurskunst ist den Japanern irgendwie in die Wiege gelegt worden. Sie verbessern fortwährend, Kaizen ist überall und ein Talent zur professionellen Tüftelei ist auch nicht zu übersehen. Die Entwickler haben das Thema Aerodynamik nicht nur mit den üblichen Methoden, also Spoiler am Heck und Luftführung an der Front, bearbeitet. Sie haben die Felgen, die Radhäuser und die Gehäuse der Rückleuchten derart gestaltet, dass die Luft besonders wenig Luftwiderstand erzeugen. Das erfreut den Fahrer, weil das Fahrzeug deutlich ruhiger unterwegs ist und es erfreut den Geldbeutel, weil der Entzug von Zahlungsmitteln deutlich verringert wird.

Wir sind also in unserem 250h F-Sport unterwegs. Die 184 PS, also die Zusammenarbeit aus Vierzylinder und zwei E-Motoren, arbeiten erstaunlich leise und vor allem sehr laufruhig. Der gesamte Wagen schwebt quasi. Fahrkomfort nennt man das und die Leute bei Lexus nehmen diesen Begriff und die damit verbundenen Erwartungen sehr ernst. Tritt man das Gaspedal mit dem Fuß etwas härter zu Boden, stürzt sich der Wagen nicht gleich in die Schlacht um den Sieg beim Ampelrennen. Er beschleunigt deutlich schneller, er kann auch bis Tempo 100 mit den meisten anderen SUV mithalten, aber es ist eher die komfortable Fahrt, die den UX auszeichnet und in dieser Preisklasse ist er, das behaupten wir nach gut 350 Kilometern, der Beste.

Eine andere Disziplin zählt zu den Lieblingen des UX. Wir meinen den intelligenten Umgang mit Energie. Wir wissen aus eigener Erfahrung, dass der Akku eines Hybrid-Fahrzeuges meist schneller entladen ist, als es der Hersteller verspricht. Das liegt an der Neigung, vor allem deutscher Autofahrer, beim Anblick des „Kein Tempolimit“-Schildes auf der Autobahn den Gasfuß nachhaltig in Richtung Bodenblech zu drücken. Vollgas nennt man das und es leert den Stromspeicher oft in wenigen Minuten. Was dann folgt, ist die berühmte Benzin-Verbrennungs-Arie. Die 250 Kilo E-Technik, also E-Motor plus Akku, werden zum Ballast, der Verbrenner muss schleppen und verbraucht entsprechend viel Treibstoff. Aus 2,5 Liter pro 100 Kilometer werden dann schnell 8 oder 10 Liter.

Beim UX läuft das Spiel in eine andere Richtung. Der Akku ist deutlich kleiner als beim PlugIn-Hybrid. Er kann den Wagen maximal zwei oder drei Kilometer weit bewegen, dann wird der Benzinmotor aktiv und er bleibt es auch. Seine Aufgaben: Vortrieb und zwischendurch Aufladen des Akkus. Überflüssige Bremskräfte werden auch noch genutzt, sie landen ebenfalls im Akku. Im Grunde ist der Akku immer mit Energie gefüllt, die dann beim Anfahren und während der Fahrt, nur bei sportlicher Fahrweise, genutzt wird. Das Ergebnis beim Tanken ist dann auch nicht verwunderlich. Die Differenz bei unserer Testfahrt zwischen Hersteller-Angabe und tatsächlichem Verbrauch betrug gerade mal 0,5 Liter. Und das bei, zwischendurch recht ambitionierter Fahrweise. Einige Landstrassen auf der Mittelmeer-Insel sind aber zu verführerisch.

Ein Fazit. Der UX ist neu und einerseits ein typischer Lexus. Seine Ästhetik ist bestechend, seine Verarbeitung eindrucksvoll und seine Konstruktion sehr hochwertig. Deshalb wird er in Europa viele Freunde finden, auch deshalb, weil er aus dem Einerlei, vor allem deutscher Produkte, klar hervorschaut.

Fahrbericht Lexus ES 300h
Fahrbericht Lexus RC 300h
Fahrbericht Lexus RC500

Wir haben unseren Testwagen, den UX 250h F-Sport einmal durch den Konfigurator geschickt.
Basispreis: 43.250,00 Euro
Assistent Paket mit HeadUp, Totwinkel-Assistent, Park-Assistent mit Bremsunterstützung
Navigationssystem mit kabellosem Handylader
Glasschiebe-Hebe-Dach
Querdachträger
macht zusammen: 47.039,00 Euro inkl. Steuer

Fotos: Lexus

Die technischen Daten (laut Hersteller):
Lexus UX 250h E-Four
Verbrennungsmotor: 4-Zylinder Reihe
Hubraum: 1.987 ccm
Leistung: 112 kW / 152 PS bei 6.000 U/min
Drehmoment: 190 Nm bei 4.400 bis 5.200 U/min

E-Motor: Synchronmotor
Leistung: 80 kW / 109 PS
Drehmoment: 202 Nm

Systemleistung: 135 kW / 184 PS

Antrieb: Allrad
Getriebe: elektronisch gesteuert, stufenlos

Maße:
Länge: 4.495 mm
Breite ohne Spiegel: 1.840 mm
Höhe: 1.540 mm
Radstand: 2.640 mm
Sitzreihenabstand: 870 mm
Leergewicht: 1.540 kg bis 1.620 kg
Kofferraum: 438 l
Tank: 43 l
max. Zuglast: 750 kg

Fahrleistungen/Verbrauch:
Top Speed: 177 km/h (abgeregelt)
0-100 km/h: 8,5 s
Verbrauch korreliert nach NEFZ: 4,1 l/100 km
CO2 korreliert nach NEFZ: 94 g/km

Preis in Deutschland ab: 39.200,00 Euro inkl. Steuer

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