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Fahrbericht Lexus LS 500h – Anders, ganz anders

Fahrbericht Lexus LS 500h – Anders, ganz anders

Fahrbericht Lexus LS 500h – Foto: Wolfgang Blaube

Lexus ist in Sachen Luxus und Hybrid ein Routinier. Seit Jahren und weltweit. Mit dem LS haben die Japaner schon vor früher die Konkurrenz beeindruckt, das ganz Neue Flaggschiff legt noch einmal kräftig nach. Bei der Energie-Verwaltung, beim Design und beim Fahrgefühl. Manch einer würde gerne umsteigen, darf aber nicht.

Im Lexus-Kosmos hat es jede Menge Auswahl. Nicht was die Motoren angeht, oder die Zylinderzahl. Da sind die Kollegen aus München, Stuttgart oder Ingolstadt fleissiger. Aber im Grunde spielt das keine Rolle. Wenn der Wagen gefällt, also die Ästhetik, die Charakteristik, das gesamte Paket, innen und aussen, dann passt es eben. Und der LS, vor allem in der Hybrid-Konfiguration, ist der einzige seiner Klasse mit Vollhybrid-Technik. Also ohne Stecker, ohne Ladestationen und ohne die dazu gehörige Orientierung während der Fahrt. Man steigt ein, fährt los und man kommt an. Dazwischen läuft das Unterhaltungsprogramm des LS.

Fahrbericht Lexus LS 500h – Grosses Kino

Die Themen Qualität, Wertstabilität, Kundenzufriedenheit und Zuverlässigkeit streifen wir nur am Rande. Die Marke Lexus badet förmlich in Auszeichnungen diverser Spezialisten, die seit Jahren herausfinden, welche Automarken ihren Kunden besonders gut gefallen. Aftersales spielt eine Rolle, natürlich die Qualität der Produkte und des Service. Und dann ist da noch das Wort Nachhaltigkeit, dessen Bewandtnis nicht nur beim Thema Energie und Umwelt eine Rolle spielt, sondern auch bei der Beziehung zwischen Kunde und Hersteller. Lexus möchte kein kurzes Intermezzo mit dem Kunden unterhalten, man will sich gerne zweimal im Leben sehen und dabei in die Augen schauen können. Das funktioniert offensichtlich recht gut, wenn man den Pokalen für Kundenzufriedenheit in den Glasvitrinen Glauben schenken will.

Fahrbericht Lexus LS 500h – Foto: Wolfgang Blaube

Der LS 500h ist ein langes, großes und eindrucksvolles Auto. Und er ist selten. Jedenfalls auf unseren Strassen. Außerhalb Deutschlands, vor allem in den USA, in den Arabischen Emiraten und in Asien zählt der LS zu den meist verkauften Limousinen seiner Art. Die Wettbewerber aus Deutschland sind in diesen Region eher Außenseiter. Was den LS weltweit zu den Verkaufssiegern macht. Auch das ist eine Information, die man in einem Fahrbericht lesen kann. Schließlich stellt sich die Frage, wer dieses Auto weshalb kaufen oder kaufen sollte oder weshalb auch nicht.

Zwei Dinge sind am LS bemerkenswert. Die Ästhetik und die Technik, also die Hybridtechnik. Die Ästhetik erschließt sich recht schnell und nach ein paar Momenten der Umrundung fällt man ein Urteil. Die Kühlermaske als Nase im Gesicht, die von ganz oben nach ganz weit unten reicht und deshalb noch nicht mal im Ansatz übersehen werden kann. Weit oben, rechts und links die Augen eines Drachen, ein Z, das den Kühler nach innen drückt, ihm erst die Form des Diamanten gibt und die den LS so lebendig werden lassen.

Fahrbericht Lexus LS 500h – Foto: Wolfgang Blaube

Das ganze Gesicht eine einzige Aussage. „Ich bin ich“. Der Hintern, deutlich ruhiger, gelassener. Die angedeutete Lippe am äussersten Ende der Heckklappe, als Zeichen sportlicher Ambitionen, der LS kann 250 km/h und das heisst Abtrieb macht Sinn. Wir haben das erfahren, der Lexus läuft so rund und sauber, auch bei hohem Autobahntempo, er lenkt präzise, er bremst sauber und nachhaltig, er ist so ruhig wie ein Ruhewagen und so dynamisch wie ein schneller Ruhewagen. Man kann das zusammenfassen und aufschreiben, dass der LS 500h von Hamburg nach Mailand fährt, zwischendrin eine Pause macht, Treibstoff nachfüllen läßt und dann, später in Italien, noch ausreichend Luft hat für einen Ausflug zum Comer See.

Gesicht und Hintern, dazwischen reichlich Raum für Mensch und Mobiliar. Ganz vorn die Kommando-Zentrale. Ein wenig sehr technisch, ein wenig sehr dunkel, zumindest in unserem Testwagen. Die beiden Drehknöpfe, welche über dem Hauptmonitor direkt vor dem Lenkrad seitlich heraus ragen, hätte man sicher auch ein wenig diskreter montieren können. Der große Bildschirm mit dem darunter leicht schwingenden, silbernen Streben, ist eine optische Wohltat unter all den frei „schwebenden“ Monitoren in unserer Autowelt.

Der Screen passt optisch, er läßt jede Form der Darstellung an die Augen, man muss sich an die Bedienung durch den Touchpad auf dem Mitteltunnel gewöhnen, aber die Ästhetik des Cockpits insgesamt ist modern und ein wenig klassisch zugleich. Man sitzt nicht vor den optischen und haptischen Neurosen der technischen Revolution aber auch nicht vor dem Salut des Traditionalisten. Man sitzt vor dem Fortschritt mit mäßigem Tempo. Was ungemein beruhigen kann.

Fahrbericht Lexus LC 500

Weiter hinten, die Knie übereinander geschlagen, geht die Sache mit der Fortbewegung ihren Gang. Leise, sehr leise, fast unbemerkt, wäre da nicht die Schwerkraft plus ihre Geschwister, die den Tee im Glas ein wenig hin und her treiben lassen. Man lauscht der Musik aus den Boxen, man schaut im Monitor nach den Dingen, die die Welt bewegen. Man lehnt sich zurück, als wäre man zu Hause. Obwohl einiges fehlt.

Und nun zur Technik, die sich in keinen anderen Fahrzeug dieser Klasse derart diskret im Hintergrund hält. Zwei Motoren, im Einklang, ob Schritttempo oder hurtigste Fahrt, die insgesamt 359 PS arbeiten nicht, sie servieren. Nahezu lautlos, im Duett kraftvoll, als Einzelspieler entweder elektrisierend dynamisch oder mit der Kraft der Mechanik antreibend. Für uns war die Begegnung mit dem Vollhybrid schon deshalb spannend, weil der LS seine Energie nicht nur selbst verwaltet, er kümmert sich auch sehr routiniert um die Logistik der elektrischen Energie. Dass wir sehr schnell den Weg zur nächsten Ladestation vergessen konnten, war einerseits bequem, andererseits auch selbstverständlich.

Zum Thema Verbrauch fällt uns nach gut zwei Wochen und etlichen Tausend Kilometern nur eines ein: passt. Zwischen 6,5 und 8,0 Liter Benzin wurden verbraucht. Wir haben den LS gefordert, wir haben ihn laufen lassen, manchmal auch gehetzt, er spazierte, er wischte sich den Schweiß von der Stirn und er trug unser Gepäck hinauf. Im Grunde haben wir dem LS alles abverlangt, was man ihm auch zutraut. Und am Ende merkte man, dass er auf der einen Seite eine exzellente Luxuslimousine ist und gleichzeitig auch ein gutes Stück Exotik durch Deutschland rollt. Das mag am Design, an der Ästhetik aber auch an der Technik liegen. Er ist auf alle Fälle anders.

Fotos: Wolfgang Blaube

Die technischen Daten laut Hersteller:

Lexus LS 500h
Verbrennungsmotor: V6 BiTurbo
Hubraum: 3456 ccm
Leistung: 220 kW / 299 PS bei 6600 U/min
Drehmoment: 350 Nm bei 5100 U/min

Leistung E-Motor: 132 kW/ 177 PS
Drehmoment E-Motor: 300 Nm

Systemleistung: 264 kW / 359 PS

Antrieb: Hinterräder
Getriebe: 10-Stufen Automatik

Maße:
Länge: 5235 mm
Breite: 1900 mm
Höhe: 1470 mm
Radstand: 3125 mm
Leergewicht: 2425 kg
Tank: 82 l

Fahrleistungen/ Verbrauch:
Top Speed: 250 km/h abgeregelt
0-100 km/h: 5,4 s

Verbrauch nach EWG, kombiniert: 7,1 l/100 km
CO2 kombiniert: 141 bis 147 g/km

Preis in Deutschland für LS 500h ab: 93.300,00 Euro

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