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Jaguar F-Type: Die Katze in der Mausefalle

 

Pressefoto JaguarLandRover: Jaguar F-TYPE

 

 

Immer und immer wieder geht es bergab, 26 Prozent, die Beine werden gestaucht, sie werden kürzer und der Magen springt vor Freude in Richtung Hirn. Das Lenkrad fest im Griff, die Augen in Richtung Abgrund und dann beruhigt sich der Mensch wieder. Der Jaguar schüttelt sich kaum spürbar, er nimmt wieder Fahrt auf und weiß doch, dass er in ein paar Minuten wieder in die Falle tappt. Die Falle am Bilster Berg, diesem kleinen und gemeinen Band aus Asphalt, das sich als Lockmittel für Rennwagen aller Couleur anbietet und dem jüngsten Jaguar gerade recht kommt.

 
 

Die Falle schnappt zu, lange bevor man zu Tal rennt. An der Boxengasse geht es los. Der Kugelkopf ruft, eine kleine Anhöhe mit integrierter Kurve, harmlos auf den ersten Blick, vergnüglich nach zwei, drei Runden. Die Schikanen verbergen sich hinter Bäumen und Dämmen, man zupft am Gas, der V8 holt Luft und schreit sich durchs Gehölz, er verschwindet hinter Hügeln, taucht wieder auf, springt durch die Mausefalle und regt sich ab auf der langen, offenen Linkskurve Richtung Start und Ziel. So geht das weiter, bis der Tank fast leer ist.

 

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Immer ein Stück schneller, immer ein wenig mutiger. Kleine Prozessoren schicken Daten durch das kardiovaskuläre Daten-System. „Großhirn an Kleinhirn“: Meine Augen sehen Bäume, die immer größer werden.“ Impulse werden gesendet, ganz behutsam und doch spürbar werden Grenzen gesetzt. Die Bäume bleiben in sicherer Entfernung und der Jaguar bleibt auf allen Vieren unterwegs. Beim nächsten Mal ein wenig früher bremsen, ein wenig sauberer beschleunigen. Der Roadster, dessen Stoffdach diesmal vor Regen schützt, lernt schneller als sein Fahrer. Die nächste Kurve, schon wieder zu hektisch eingelenkt, das Heck will überholen und soll nicht. Später zeigt ein Kollege, dass man auch anders kann. Quer zur Fahrbahn, der Blick durch´s Seitenfenster gerichtet. Dass ein Jaguar auch die Haltung verliert und dabei Haltung bewahrt, kann ansteckend sein.

Früher mit Tweed – heute mit Speed

Der F-Typ, das große F folgt einer Reihenfolge und nach der ersten Begenung fallen einem Buchstabenkombinationen ein, die man hinter das F setzen kann: ucking good, abelhaft, urios oder auch risch. Seit etlichen Monaten treibt sich der Zweisitzer mit dem bildschönen Hintern schon in unseren Köpfen herum, er läßt uns auf einsamen Highways in die untergehende Sonne fahren, er erzeugt Menschenschlangen vor einem Hotel und er inspiriert Ridley Scott zu einem spannend-lustigen 10-Minüter, der ein Roadmovie mit Starbesetzung kreiert hat. Mitten drin der fauchend-frotzlende F-Type als bester Nebendarsteller in feurigem Rot. Weshalb der junge Brite beste Chancen auf eine erfolgreiche Karriere hat, wurde von unserem Tester Michael Kratz bereits geklärt. Man wird sehen ob der Zweisitzer die Phalanx der Boxer-Motorik aus Stuttgart ein wenig durcheinander wirbeln kann. Es soll ja Zeitgenossen geben, für die der Wechsel von einer zu anderen Marke gleich als Konversion gesehen wird.

 


Jaguar-F-Type-offen

 

Ein paar Kilometer ausserhalb des Geheges. Autobahn, Landstrasse, kleine Orte und ein Fetzen Sonne. Das Dach mussten wir bewegen, die Sonne mal kurz auf das Leder blicken lassen. Bevor wieder Wasser vom Himmel fiel, ein schnelles Bild. Die Figur des F-Type lässt sich recht schnell identifizieren. Ein Top-Model mit Traummassen: fifty-fifty. Die bis zu 1.665 Kilogramm wurden perfekt verteilt, der Maßemittelpunkt findet sich möglichst weit unten und in der Mitte. Das sorgt für ein ausgeglichenes Wesen und für Charakterstärke in stürmischen Zeiten. Wankelmütige Typen mochte der Mensch noch nie, der F wird also auch aufgrund seiner Konstruktion ein eher geradliniges Automobil sein. Auf der Rennstrecke am Bilster Berg haben wir das recht deutlich in Erfahrung gebracht. Und noch etwas ist uns aufgefallen: Der junge Jaguar lässt sich sicher in Kategorien wie Sportwagen oder Roadster einteilen. Die üblichen Klischees wollen aber bisher noch nicht passen. Das mag sich bald ändern, aber bis dahin ist der F-Type nach unserer Meinung ein modernes und gleichzeitig der Kultur der Marke Jaguar folgendes  Automobil. Sportlich, elegant und interessant.

 

 

Die technischen Daten (laut Hersteller):

F-Type:
Motor: V6
Hubraum: 2995 ccm
Leistung: 250 kW/340 PS bei 6500 U/min
Drehmoment: 450 Nm bei 3500 bis 5000 U/min
Antrieb: Hinterräder
Getriebe: 8-Gang Quickshift

Fahrleistungen:
0-100 km/h: 5,3 Sekunden
80 bis 120 km/h: 3,3 Sekunden
Top Speed: 260 km/h

Leergewicht: 1597 Kg
Tank: 72 Liter
Gepäckraum: 200,50 Liter

Maße:
Länge: 4470 mm
Breite ohne Spiegel: 1923 mm
Höhe: 1296 mm
Radstand: 2622 mm
Spur vorn: 1585 mm
Spur hinten: 1627 mm

Verbrauch kombiniert: 9,0 l/100 km
CO2: 209 g/km
Preis: ab 73.400,00 Euro

 

F-Type S:
Motor: V6
Hubraum: 2995 ccm
Leistung: 280 kW/380 PS bei 6500 U/min
Drehmoment: 460 Nm bei 3500 bis 5000 U/min

Antrieb: Hinterräder

Getriebe: 8-Gang Quickshift

Fahrleistungen:
0-100 km/h: 4,9 Sekunden
80 bis 120 km/h: 3,1 Sekunden
Top Speed: 275 km/h

Leergewicht: 1614 Kg
Tank: 72 Liter
Gepäckraum: 200,50 Liter

Maße:
Länge: 4470 mm
Breite ohne Spiegel: 1923 mm
Höhe: 1296 mm
Radstand: 2622 mm
Spur vorn: 1585 mm
Spur hinten: 1627 mm

Verbrauch kombiniert: 9,1 l/100 km
CO2: 213 g/km
Preis: ab 84.900,00 Euro

F-Type V8 S:
Motor: V8
Hubraum: 5000 ccm
Leistung: 364 kW/495 PS bei 6500 U/min
Drehmoment: 625 Nm bei 2500 bis 5500 U/min

Antrieb: Hinterräder

Getriebe: 8-Gang Quickshift

Fahrleistungen:
0-100 km/h: 4,3 Sekunden
80 bis 120 km/h: 2,5 Sekunden
Top Speed: 300 km/h

Leergewicht: 1665 Kg
Tank: 72 Liter
Gepäckraum: 200,50 Liter

Maße:
Länge: 4470 mm
Breite ohne Spiegel: 1923 mm
Höhe: 1296 mm
Radstand: 2622 mm
Spur vorn: 1585 mm
Spur hinten: 1627 mm

Verbrauch kombiniert: 11,1 l/100 km
CO2: 259 g/km
Preis: ab 99.900,00 Euro

Text: Ralf Bernert
Fotos: Hersteller/Ralf Bernert