Fahrbericht Jaguar F-Pace: Immer nach vorn

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F-Pace, das klingt einmal nach Jaguar und dann auch noch nach Tempo. Von SUV ist keine Rede. Genau das haben die Entwickler, Designer und Marketing-Leute bei Jaguar auch gewollt. Bitte nicht noch einen hoch gebockten Pseudo-Allrad-Gelände-Turbo-Wagen. Lieber einen Jaguar mit den Talenten eines Land Rover und der Erziehung zum Sportler plus britischer Lebensart.



Gut schaut er aus. Vor allem der Hintern. Die Leuchten vom F-Type zwinkern dir zu, wenn er vorbei läuft. Vorn der Grill vom XJ, die Frontleuchten vom XF. Man hat gemischt und dem F-Pace eine feine Linie verpasst. Der ganze Wagen schaut noch nicht einmal im Ansatz nach dem nächsten Pampers-Bomber aus. Mit diesem Wagen will Papa lieber selber unterwegs sein.

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Österreich, Kitzbühel, Berge, Sonne, Kurven, schöne Aussicht. Mit dem F-Pace 3.0 Diesel, dem Drehmoment-Riesen, haben wir dem wilden Kaiser unsere Aufwartung gemacht. Natürlich in angemessenem Abstand. Der F-Pace ist zwar für´s Gelände gerüstet, aber er ist halt kein Land Rover. Wobei die 700 Newtonmeter in unserem Testwagen schon ordentlich nach vorn schieben und der Wagen auch bei heftigen Steigung nicht mal im Ansatz die Contenance verliert. Dank der geringen Überhänge vorn und hinten lassen sich also die meisten Steigungen rauf oder runter recht gut meistern, die Wattiefe ist mit 525 mm nicht überragend, aber ausreichend. Bei einem Radstand von 2874 mm kann auch nicht wirklich von einer Gelände-Tauglichkeit sprechen. Der F-Pace soll seinem Namen Ehre machen und das kann er auch.

Fahrbericht Jaguar F-Pace: Er kann auch im Gelände

Schotterpisten, regennasse Wiesen, Waldwege mit mittleren Löchern und natürlich Schnee oder Schneematsch sind kein echtes Hindernis. Es sei denn man ist mit den falschen Reifen unterwegs oder an Steuer sitzt ein Ignorant. Wir kennen das aus vielen Situationen. Deshalb können wir diesem Jaguar gute Voraussetzungen für eine kurze aber nicht intensive Begegnung mit mittelschwerem Gelände bestätigen.

Auf festem Grund fühlt sich der Viersitzer natürlich wesentlich wohler. Die 300 PS in Verbindung mit dem sehr guten, weil ausgewogenen, Fahrwerk lassen den F-Pace eher als sportliche Limousine mit ordentlich Raum erscheinen, denn als SUV, dem man seine natürliche Wankmotivation mit viel Elektronik abgewöhnen muß. Das Ein- und Aussteigen ist für Menschen mit durchschnittlicher Körperlänge sehr bequem zu absolvieren, man sieht nach hinten und den Seiten sehr gut hinaus. Die Instrumentierung ist gelungen, weil Jaguar-like. Der Drehschalter in der Mittelkonsole spielt sein Spiel, er fährt nach dem Drücken des Start-Knopfes aus der Konsole. Wir kennen und mögen das.

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Läßt man dem großen Diesel im Jaguar los, werden gute Fahrwerte erreicht. 6,2 Sekunden braucht der Brite bis Tempo 100 km/h und bei 241 km/h endet der Vortrieb. Das ist für einen 1,8 Tonnen schweren Wagen nicht so schlecht. Es mag schnellere Modelle anderer Hersteller geben aber die Zielsetzung bei Jaguar war nicht die Sportlichkeit sondern die Mischung aus Sport, Alltag und britischer Lebensart.

Und dann ist da noch das Thema Connceted Car. Jaguar und auch Land Rover sind bei diesem Thema sehr umtriebig. Mit dem System InTouch bieten die Briten jede Menge moderner Kommunikationstechnik, die man bereits im XJ erleben kann und die bald auch im F-Pace genutzt werden kann.

Unser Fazit:
Wenn Diesel, dann den 3.0d mit dem starken 6-Zylinder und Allrad. Bei den Benzinern stehen zwei Varianten zur Auswahl, 340 oder 380 PS. Hier sollte eine Probefahrt den entscheidenden Hinweis geben. Der große Diesel erfreut das sportlich-orientierte Fahrerherz, wenn die Herstellerangaben stimmen sollte man bei moderater Fahrweise um die sechs Liter Treibstoff verbrauchen. Bei den CO2-Werten gibt Jaguar 159 g pro gefahrene 100 Kilometer an.

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Wir haben den 3.0d mit dem 8-Gang Automatikgetriebe zu 70 Prozent auf der Autobahn und den Rest auf Landtrassen und Ortsdurchfahren bewegt. Der Wagen ist sehr bequem, gut gegen Lärm von Außen gedämmt, das Fahrwerk kann sportlich und komfortabel sein, je nach Einstellung. Man kann 650 Liter Gepäck hinten rein laden und wer hinten sitzt, kann zwischen Kopf und Himmel eine normale Faust stecken. Es sei denn, er ist auf dem Weg zum Training der Basketball-Nationalmannschaft, dann sollte man wirklich über einen Range Rover nachdenken.

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Noch ein Wort zum Thema Geld. Unser Testwagen wird nach Überweisung von mindestens 57.690,00 Euro ausgeliefert. Dazu kommen noch ein paar Extras. Der 2.0 Diesel mit Heckantrieb, 6-Gang-Handschalter und 180 PS kostet mindestens 47.490,00 Euro und für den großen Benziner mit 340 PS verlangt Jaguar 59.010,00 Euro. Alle Preise inklusive Mehrwertsteuer und in Deutschland.

Und hier noch ein paar Fotos zum Thema Farbe:

Jaguar-F-Pace Caesium-Blue
Jaguar-F-Pace Caesium-Blue
Dark-Sapphire
Dark-Sapphire
Italian-Racing-Red
Italian-Racing-Red
Rhodium-Silver
Rhodium-Silver
Ammonite-Grey
Ammonite-Grey

Text: Redaktion
Fotos und Video: Jaguar