Fahrbericht Jaguar E-Pace D180

Fahrbericht Jaguar E-Pace D180 – Zügig voraus

Fahrbericht Jaguar E-Pace D180 – Foto: Jaguar

Wir hatten ihn schon mal in den Händen. Den E-Pace mit Benzinmotor. Und nun der Diesel. Frisch vom Prüfstand. Für eine Reise bis ans Ende der Republik und wieder zurück. Wir haben ihn laufen lassen, vollgepackt, aus ihm heraus und auch hinein geschaut. Wir haben ihn mit der ganzen Welt verbunden und wir haben überlegt, was er besonders gut kann.

Gerade erst wurde der E-Pace von den Leserinnen und Lesern einer deutschen Auto-Zeitschrift zum schönsten Kompakt-SUV gekürt und wir können das gerne unterschreiben. Der E-Pace ist ein hübscher Wagen, auch, weil er ein wenig
Der D180 verkörpert die Mitte. Drei Diesel-Modelle werden von E-Pace angeboten, daneben stehen noch drei Benziner. Der E-Pace ist also mit sechs Motor-Varianten sehr breit aufgestellt. Dazu kommt noch die fast unerschöpfliche Auswahl an Zubehör und Ausstattungs-Linien. Jaguar und auch Landrover können das schon seit vielen Jahren. Für den Kunden mag das manchmal anstrengend sein, aber wer mehr will, muss auch mehr wissen.

Fahrbericht Jaguar E-Pace D180 – Modern, aber nicht zu modern

Am Anfang ist der Plan. Zwei Erwachsene, eine Woche im Hotel, mitten im Sommer, also die Frage nach dem Gepäck und dessen Verbleib im Auto. Ein Kajak, ein Schlauchboot-Kajak soll mit. Inklusive zwei Paddel, einer Fußluftpumpe, aufblasbare Sitze und so weiter. Ein klassischer Bollerwagen voller Bootszeug. Und dann noch Kleidung, Taschen, eine Kühltasche für unterwegs im Kajak. Vorn sitzen die Leute, hinten das Gepäck. Maximal 1.234 Liter passen rein, wenn man die hinteren Sitze umlegt. Wir mussten das nicht tun. Der Gepäckraum reicht locker. Klappe hoch, Gepäck rein, fertig. Schön, dass nichts durch die Gegend rutscht. Selbst harte Bremsmanöver, weil mal wieder jemand, natürlich ohne Blinker, die Spur wechselt und dabei dem Rückspiegel die kalte Schulter zeigt, kümmern Kajak, Taschen und Kleinkram wenig. Alles sicher vergurtet und der rutschfeste Boden kümmert sich um den Rest.

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Weiter vorn sitzt auch alles bestens. Die Sitze bequem, mit genügend Seitenhalt, wie wir später in leichtem Gelände noch feststellen werden. Die Kommunikation mit dem Rest der Welt läuft reibungslos. Bluetooth und USB-Kabel funktionieren einwandfrei. Auto und Handy verschmelzen, wie es so schön heisst. Man kann also die gesamte Bandbreite des iPhone nutzen, der Monitor in der Mittelkonsole wird zum Schaufenster aller digitalen Dinge die man während der Fahrt mehr oder weniger braucht, also Navi, Musik, Telefon und dann sind da noch alle möglichen Infos und Einstellungen, die man für gutes Klima, Kommunikation mit dem Wagen, also Sprachausgabe und allerlei andere Dinge. Kurz: Der E-Pace ist sehr modern, aber nicht zu modern.

Wie schlägt sich der Motor in Kombination mit dem 9-Gang-Automatik-Getriebe und dem Fahrwerk? 180 PS, 430 Newtonmeter Drehmoment, Allradantrieb und fast 1,85 Tonnen Leergewicht. Wir waren mit gut zwei Tonnen unterwegs und der Jaguar lief brav seine 200 km/h. Er schaffte das schneller als angenommen. Allerdings musste man dazu die Schaltung manuell bedienen. Der neunte Gang ist dann doch eher mit dem klassischen Overdrive vergleichbar, also weniger Drehzahl, mehr Laufruhe und auch weniger Verbrauch. Bis zum achten Gang und immer bei mindestens 4000 Touren hoch schalten, dann schafft der D180 die 205 recht schnell. Im Gebirge haben wir das nicht getestet, mangels Gebirge.

Der Verbrauch orientiert sich dann bei zehn Liter, aber den 205er-Gipfel stürmt man nicht so oft, denn der E-Pace ist kein Hektiker, kein Sportler, der von morgens bis abends kurze Hosen trägt. Er ist der ausdauernde Dynamiker, der Freund, der beim Umzug die Waschmaschine in den dritten Stock trägt und der dann noch fragt, wo die alte Kommode von Oma hin soll. Bei 75 Liter Tankinhalt und einem Verbrauch, von uns gemessen, von 6,5 Liter ergibt sich eine Reichweite von 1.153 Kilometer, was wir dann doch erfreulich finden. Vorausgesetzt, man hat seinen Gasfuß im Griff und erspart dem Wagen regelmäßige Beschleunigungsorgien. Auf der Autobahn, 120 km/h im Neunten und der Tankwart winkt traurig hinterher.

Im Gelände waren wir auch. In leichtem Gelände, was den E-Pace nicht wirklich interessiert. Bei 500 mm Watttiefe und wirklich kurzen Überhängen. Der Allradantrieb schiebt und zieht den Wagen durch Matsch und Geröll. Die 35 Grad Seitenneigung haben wir nicht ausprobiert, nachher hätten wir den ganzen kleinen Kram, wie Geldmünzen, Kugelschreiber und so weiter im Wagen suchen müssen. Dass er das kann, haben wir in unserer ersten Testfahrt erlebt. Im realen Leben wird der Wagen diese Neigung wohl nie durchfahren müssen, die meisten Besitzer legen keinen gesteigerten Wert auf derartige Winkel.

Fahrbericht Jaguar I-Pace – Foto: Jaguar

Und dann ist da noch der Alltag. Also Ein- und Ausparken, Landstrassen fahren, mit allerlei verschiedenen Kurven, Parkhäuser, Ein- und Auspacken. Mal schnell zum Supermarkt, die Jungs vom Sportplatz abholen, beim Baumarkt einen neuen Spaten kaufen plus Muttererde für den Garten. Die Dinge, die man mit dem E-Pace so locker vom Hocker macht. Jeden Tag, ein paar Mal die Woche. Man denkt nicht drüber nach, nur über nervige Dinge, wie sehr laut piepsende Annäherungssensoren, die viel zu langsam öffnende und schließende Heckklappe, der Touchscreen, der viel zu schnell verschmiert ist und die ewige Suche nach einer Ablage für das Schokoladen-beschmierte Papier des Nachbar-Jungen, der das immer wieder im Wagen liegen läßt.

Fahrbericht Jaguar I-Pace – Foto: Jaguar

Aber das sind Dinge, die kein Hersteller besser kann. Der E-Pace ist im Grunde der attraktive, moderne Familienwagen mit dem Jaguar-Gesicht und der Aura des Briten mit dem Einstecktuch und den Hunter-Stiefeln hinter der Haustür. Irgendwie immer dabei und nie überflüssig.

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Die technischen Daten laut Hersteller:

E-Pace D180
Motor: 4-Zylinder Reihe Turbo
Hubraum: 1.999 ccm
Leistung: 132 kW / 180 PS bei 4.000 U/min
Drehmoment: 430 Nm bei 1.750 U/min
Getriebe: 9-Gang Automatik
Antrieb: Allrad
Leergewicht: 1.843 kg
Tank: 75 l

Länge: 4.395 mm
Breite (mit eingeklapptem Außenspiegel): 2.088 mm( 1.984)
Höhe: 1.649 mm
Radstand: 2.681 mm
Wendekreis: 11.46 m
max. Hängerlast: 1.800 kg
Gepäckraumvolumen: 577 bis 1.234 Liter

Offroad:
Böschungswinkel vorn (hinten): 22,8 Grad (21.1)
Rampenwinkel: 29,4 Grad
Wattiefe: 500 mm
Bodenfreiheit: 204 mm
Seitengefälle maximal: 35 Grad
An- Abstiegsgefälle: 45 Grad

Fahrleistungen:
0-100 km/h: 9,3 s
Top Speed: 205 km/h

Verbrauch und CO2:
kombiniert: 5,6 l/100 km
CO2: 147 g/km
Abgasnorm: EU6d-TEMP

Preis in Deutschland: ab 42.650,00 Euro inkl. Steuer

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