Im Herbst oder Winter ist der DS 7 ein Sonnenschein. Vor allem von vorn. Ein Fingerdruck auf den Schlüssel und es tanzen die Lichter. Dann tanzt eine feine Uhr und schließlich swingt der feinste aller Franzosen von A nach B. Wie waren dabei.

Ja, die Leute bleiben stehen. Einige schütteln den Kopf, die meisten freuen sich. Manchen sind Spaltmaße und Gradlinigkeit dann doch wichtiger. Emotionalität sollte eher im Hintergrund bleiben. Sagen einige Zuschauer durch ihre Reaktionen. Wegdrehen, zum Golf laufen, einsteigen und wegfahren. Auch gut. Die anderen wollen wissen, ob es dieses kleine Schauspiel auch in den kleineren DS 3 geschafft habe. Nein hat es nicht. Leider. Auch die Uhr ist ein exklusives Bestandteil des DS 7. Das Flaggschiff, das wir schon fuhren, aber nur ein paar Minuten. 120 waren es, ungefähr. Jetzt also zwei Wochen. Am Stück und bei Tag und Nacht. Langstrecke, kurzer Trip, Stadtgewusel und Landstraße mit Sport-Modus. Der Zweiliter-Diesel war an Bord, mit 400 Newtonmeter und 177 PS.

Fangen wir bei den rein praktischen Dingen an. Man kann die DS 7 mit bis zu 1.750 Liter beladen. Wenn die Rücksitze flachgelegt wurden. Sonst müssen 555 Liter ausreichen, was für Reisegepäck zum Wochenende zu Viert ausreichen kann. Der Besuch beim Möbelhaus sollte geplant sein. Ein Zollstock hilft ungemein. Die Reichweite, auch bei Autos mit Otto- oder Dieselmotor nicht ganz unwichtig, beträgt bei unserem Testwagen rund 1.000 Kilometer, vorausgesetzt man trägt einen Schuh mit samtener Sohle. Wir notieren dann eher 800 Kilometer und das ist für einen knapp 1.900 Kilo schweren Wagen keine schlechte Zahl.

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Wer noch nie ein Produkt der Marke DS Automobiles nutzen konnte, stellen sich bei der ersten Begegnung ein paar interessante Beobachtungen ein. Da wäre das oben erwähnte Schauspiel der Frontleuchten, die gesamte Erscheinung, die man als durchdacht und souverän bezeichnen kann. Die Raute als dominante Form taucht vorn und hinten in den Leuchten auf und dann, kaum zu übersehen, auf der Mittelkonsole, sogar die Stellräder an Lenkrad und Monitor zeigen den Rhombus. Im Hauptmonitor, unterhalb des Startfeldes, selbst wird als Hintergrund ein Rautenmuster angezeigt. Die Geometrie in der DS 7 ist allgegenwärtig. Man kann das übertrieben nennen, wir finden das konsequent.

Noch eine praktische Sache. Der große Monitor als Schaltzentrale ist heute keine Besonderheit, es gibt Fahrzeuge, deren komplette Instrumententafel als Screen dienen. Ein Monitorband sozusagen. Bei den Leuten von DS Automobiles hat man die Moderne deutlich eingebaut und trotzdem fühlt man sich wie in diesem sprichwörtlichen Salon, der in Frankreich noch immer als das beste Zimmer des Hauses bezeichnet wird. Wir lehnen uns zurück und spüren eine feste, lederne Lehne, welche man auch als sehr bequem bezeichnen kann.

Fahrbericht DS7 Crossback Blue HDI 180 – Tanz der Lichter

Es sitzt sich gut in der großen DS und es braucht ein paar Momente, bis man angekommen ist, vor allem, wenn man zum ersten Mal in einem Model der Marke DS sitzt. Der Innenraum ist eher Salon denn Innenraum, auf den ersten Metern wirken Lenkung, Fahrwerk und auch Antrieb eher zurückhaltend, fast schüchtern. Kein Vergleich zu Produkten anderer Hersteller. Es braucht ein paar Momente, bis Auto und Mensch miteinander kommunizieren. Dann aber stellt sich eine Verbindung dar, die man als ausgesprochen angenehm beschreiben kann. Uns fallen Begriffe wie Gastfreundschaft, Ruhe, Gelassenheit oder Entspannung ein. Das mag an der Federung, dem Motor und seiner Charakteristik oder der kompletten Ästhetik liegen. Jedenfalls werden die Insassen und vor allem Fahrerin oder Fahrer lieber lässig unterwegs sein wollen. Das Thema Vollgas rückt in weite Ferne, man hat Wichtigeres zu tun. Zurücklehnen und Geniessen.

Wir bewegen die DS 7 zwei Wochen. In der Stadt sind Themen wie Ein- und Ausparken, Be- und Entladen und natürlich an der Ampel stehen und warten. Das alles kann der Franzose sehr gut. Er ist übersichtlich, der große Monitor zeigt saubere Bilder vom Hintergrund des Wagens, man kann problemlos auf den Zentimeter rangieren. Die Start-Stopp-Automatik funktioniert schnell und zuverlässig. Das Navi ist immer auf Augenhöhe mit der Fahrsituation, selbst kurz hintereinander folgende Fahrmanöver werden rechtzeitig angezeigt. Die Ladefläche ist gut erreichbar, die Klappe läuft sauber und nicht zu langsam oder zu schnell rauf und runter.

Auf der Landstraße gibt die DS 7 HDI 180 den ruhigen Vertreter. Der Motor und seine Auspuffgeräusche sind gut gedämmt, nur wenn man den Gasfuß recht heftig senkt, gerät der Selbstzünder ein wenig in Wallung. Es scheint ihn zu nerven. Er mag es lieber kommod. Bei schnelleren Kurven-Fahrten, vor allem wenn es eng wird, neigt der 5-Sitzer zu leichten Wankbewegungen, die Hinterachse will dann schneller nach vorn als der Rest des Wagens. Das ist grundsätzlich kein Thema, weil alle diese Manöver auf niedrigem Niveau ablaufen. Wir lernen aber, das die DS 7 kein Dynamik-Spezialist sein will.

Das Thema Autobahn haben wir schnell abgehakt. 218 stehen auf dem Datenblatt als Höchstwert. Das allein reicht für eine Aussage. Die Überholspur ist sein Revier nicht, der Franzose mag den Mittelspur-Swing. Also 160 im achten Gang. Dann läuft der Diesel sehr ruhig, er bracht dann um sechs bis sieben Liter, je nach Lust des Fahrers. Kurze Überholmanöver sind dank der 400 Newtonmeter locker möglich, wer die DS 7 möglichst sparsam bewegen will, läßt ihn mit 120 dahin rollen.

Ein Fazit: Die DS 7 Crossback ist grundsätzlich ein sehr spezielles Auto und nicht für jeden Geschmack entworfen. DS Automobiles selbst meint, dass man eine deutliche Portion an frankophiler Neigung mitbringen darf. Es hilft auf alle Fälle, denn der Wagen ist ein Schmuckstück mit Charme und dem gewissen Extra an Ästhetik. Unser Testwagen wurde mit einem Vierzylinder-Diesel geliefert. Der Motor ist kein Ausbund an Dynamik, er will lieber den Insassen das Gefühl geben, dass man in einem DS die Fahrt geniesst. Und das kann man auch. Uns hat das Spiel der Lichter begeistert, die konsequente Umsetzung einer Design-Idee und die hohe Verarbeitungsqualität.

Fahrbericht DS 3

Fotos: DS Autombiles

Die technischen Daten laut Hersteller:

DS7 Crossback 2.0 BlueHDi 180

Motor: 4-Zylinder Turbo-Diesel
Hubraum: 1.997 ccm
Leistung: 130 kW / 177 PS bei 3.750 U/min
Drehmoment: 400 Nm bei 2.000 U/min

Antrieb: Vorderräder
Getriebe: 8-Gang-Automatik

Maße:
Länge: 4.573 mm
Breite mit Spiegel: 2.098 mm
Breite mit eingeklapptem Spiegel: 1.906 mm
Breite ohne Spiegel: 1.891 mm
Höhe: 1.625 mm
Radstand: 2.738 mm
Sitze: 5
Laderaum: 555 bis 1.750 Liter
Tank: 55 Liter

Fahrleistungen:
0-100 km/h: 9,4 Sekunden
Top Speed: 218 km/h

Verbrauch:
kombiniert: 4,9 l/100 km
Co2: 128 g/km

Preis in Deutschland ab: 43.090,00 Euro