Fahrbericht DS 7 Crossback – Bienvenue marque nouvelle. Streng genommen ist die Marke DS nicht ganz so neu. Aber mit der DS 7 Crossback steht das erste Produkt der Marke vor der Tür. Wir haben den Franzosen nun erlebt. Nicht sehr lange, aber doch lange genug für eine klare Aussage. Bitte mehr davon und bitte noch intensiver.

Fahrbericht DS 7 Crossback – Foto: DS Automobiles

Byzantin-Gold, so heisst die Farbe. Sie leuchtet, sie strahlt und sie fällt auf. 690.00 Euro zahlt der Kunde extra und es sind gute 690,00 Euro, die man ausgibt. Auch wenn man Gefahr läuft, dass diese Investition beim späteren Verkauf nicht gewürdigt wird. Aber wer kauft schon ein Auto, dass zwei oder drei Jahre später dem neuen Besitzer gefällt? Uns gefällt die Farbe und sie passt zum Wagen und seiner Botschaft. Und die lautet: „Ich trage die Gene der legendären DS in mir!“

Die Botschaft ist eine Ansage und eine Ankündigung. DS Automobiles stellt mit seinem ersten eigenständigen Model ein Fahrzeug vor, das weit mehr als nur ein schickes Auto sein will. Die DS 7 Crossback soll den französischen Lebensstil auf die Räder stellen, exakt so, wie es die DS der 50er und 60er Jahre tat. Souverän, klar und ihrer Zeit voraus. Das klingt ehrgeizig und auch notwendig. Fahrzeuge der Crossover-Klasse, also SUV plus Limousinen-Flair gibt es reichlich am Markt. Die DS7 muss schon mächtig strahlen.

Fahrbericht DS 7 Crossback – Alles dreht sich, alles strahlt

Ziehen wir die deutsche Brille aus und legen sie beiseite. Nur für einen Moment. Die DS 7 steht vor uns und schaut uns an. Der Daumen drückt den Knopf auf dem Schlüssel und ein kleines, charmantes Schauspiel beginnt. Sechs Glanzstücke, jeweils drei pro Seite drehen einzeln und synchron eine Pirouette, 360 Grad um die eigene Achse, ein Tanz zur Begrüssung von sechs Lüstern. In jedem anderen Auto würde man milde lächeln. Nicht bei einer DS 7. Es passt. Eine Kleinigkeit mit Charme.

Im Innenraum noch ein kleines Spectacle. Ganz oben auf der Mittelkonsole sitzt eine feine Uhr von B.R.M. Im Tonneau-Stil. Wer den Startknopf drückt, erlebt wie der Zeitmesser eine Runde um die eigene Längsachse dreht und dann verharrt. Als Eyecatcher, als kleine Hommage an eine Ära, in der die Zeit noch in edlen Zimmern wohnte und fein heraus schauen konnte.

Fahrbericht DS 7 Crossback – Frontleuchten (DS Active Light Vision)

Das Design oder besser die Ästhetik der DS 7 folgt dem Anspruch des Herstellers. DS Automobiles will nicht nur Premium sein, man möchte einzigartig sein. Und die DS 7 schafft das leicht. Angefangen beim mächtigen Gesicht, das dank seiner Kühlermaske, der glänzenden Chromspange darunter und den LED-Leuchten jeweils rechts und links in dieser Kombination keinen Zweifel der Zugehörigkeit zuläßt. Am Hintern dann, wieder reichlich Chrom und sehr schlanke Leuchten. Der Hintern der DS 7 passt zum Gesicht, nicht ganz so prachtvoll, dafür markant.

Und der Innenraum? Er ist das eigentliche Prachtstück der DS 7. Je nach Farbe, gleicht er einem sehr modernen Salon. Die Schalter links und rechts auf der Mittelkonsole wirken wie kleine Kunstwerke, darüber der große, auffällige Monitor und darüber, wie auf dem Kamin, die feine Uhr. Das ganze Ensemble ist dann auch eher Interieur als einfach nur die praktische Anordnung einzelner Bedienelemente. Drum herum dann Leder. Sichtbar fein gearbeitet. Die Fingerkuppen freuen sich über die haptische Reise. Man sitzt sehr gut, das Lenkrad wird schnell Teil bieder Hände.

Fahrbericht DS 7 Crossback – Gegen bumpy roads hilft Technik

Unser Testwagen ist mit einem Turbodiesel ausgestattet, den man kaum hört. Man hat auf Dämmung besonderen Wert gelegt, wer es noch ruhiger will, kann Verbundglas ordern. In dieser Klasse ist das ein besonderes Angebot. Gegen bumpy roads hilft eine Technik, die man eigentlich aus dem Hause Rolls-Royce kennt. Aufmerksame Scanner tasten die Strasse vor dem Wagen ab und schicken blitzschnell die Daten an das Fahrwerk und das sorgt dann für noch mehr Fahrkomfort. Auf einer Landstrasse der Kategorie „sehr schlecht“ im Umfeld Kölns haben wir die DS 7 als ungewöhnlich ruhig und sauber federnd erlebt und während der Fahrt überlegt, welches Auto dieser Klasse ähnlich komfortabel unterwegs ist. Uns fiel auf Anhieb keines ein.

Fahrbericht DS 7 Crossback – Interiuer

Wir senken den Gasfuß und lassen die DS 7 laufen. 177 PS und 400 Newtonmeter Drehmoment dürfen ein wenig frei atmen. Soweit es die STVO zuläßt. Ein paar enge Kurven, eine Gerade mit Aussicht und die Einsamkeit des Autofahrers, die er mag, wenn es ein wenig sportlicher zugehen soll, animiert uns. Der jüngste Spross von DS soll uns zeigen, was passiert, wenn man Lust hat und Lust ausleben kann. Zugegeben, die DS 7 ist kein Sportler und auch kein Heisssporn.

Fahrbericht DS 7 Crossback – Der Charakter bleibt spürbar

Im Fahrmodus „Sport“ lenkt es sich drahtiger, direkter, die Federung ist härter und die Gasannahme ist direkter. Aber der Charakter der DS7 bleibt deutlich spürbar. Dieser Wagen mag lieber die Ruhe des Reisens, nicht das Geschrei des Rasens. Für den normalen Überholvorgang braucht es keine Landebahn, die DS 7 zieht sauber vorbei, im unteren Drehzahlregal ist genug Drehmoment vorhanden. Der Franzose hat genug Leistung und er bringt sie auch sauber auf die Strasse.

Die Autobahn, so sie nicht von gehetzten Zeitgenossen belagert wird, ist das bevorzugte Revier der DS 7. Hier kann die feine Federung, der, in dieser Klasse, überdurchschnittliche Sitzkomfort und überhaupt das Ambiente des Crossover punkten. Der Innenraum verwandelt sich in eine Lounge, vor allem in der Nacht rufen die Passagiere im Fond im Geiste nach dem garçon und lauschen der Musik, die aus den sehr guten Boxen erklingt.

Fahrbericht DS 7 Crossback – B.R.M. Uhr

Ein Fazit, so es denn nach einer relativ kurzen Testfahrt überhaupt möglich ist. Die DS 7 aus dem Hause DS Automobiles trägt eine recht bedeutende Bürde. Man möchte die Gene einer Göttin auf die Räder stellen. Mit allem französischen Drum und Dran. Also Flair, Charme, Ästhetik, savoir vivre und den gewaltigen Unterschieden zu allem, was da auf unseren Strassen unterwegs ist.

Fahrbericht DS 7 Crossback – Eine Limousine wäre wunderbar

Nach unserem Eindruck ist die DS 7 auf einem sehr guten Weg, sie ist nur sehr schwer mit anderen Fahrzeugen in dieser Klasse vergleichbar. Sie bietet sehr viel moderne Technik, sehr viel Komfort und sie sieht einfach anders aus. Sehr chic, sehr mutig. Die tanzenden Frontleuchten, die sich drehende Uhr und das handwerkliche Können im Innenraum, das alles wirkt stimmig und macht neugierig auf die kommenden Modelle aus Paris. Eine Limousine wäre wunderbar. Mit allem, was man von einer grossen, französischen Limousine erwartet. Und mit der DS 7 hat man ein eindrucksvolles Signal gesetzt.

 

Fahrbericht Citroen C6

 

Fotos: DS Autombiles

Die technischen Daten laut Hersteller:

DS 7 Crossback 2.0 BlueHDi 180

Motor: 4-Zylinder Turbo-Diesel
Hubraum: 1.997 ccm
Leistung: 130 kW / 177 PS bei 3.750 U/min
Drehmoment: 400 Nm bei 2.000 U/min

Antrieb: Vorderräder
Getriebe: 8-Gang-Automatik

Maße:
Länge: 4.573 mm
Breite mit Spiegel: 2.098 mm
mit eingeklapptem Spiegel: 1.906 mm
ohne Spiegel: 1.891 mm
Höhe: 1.625 mm
Radstand: 2.738 mm
Sitze: 5
Laderaum: 555 bis 1.750 Liter
Tank: 55 Liter

Fahrleistungen:
0-100 km/h: 9,4 Sekunden
Top Speed: 218 km/h

Verbrauch:
kombiniert: 4,9 l/100 km
Co2: 128 g/km

Preis in Deutschland ab: 43.090,00 Euro