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Fahrbericht DS 3 Crossback – Adieu tristesse
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Fahrbericht DS 3 Crossback – Adieu tristesse 

Drei Benziner, ein Diesel und dann zu Weihnachten noch ein E-DS. Die frische Marke aus dem PSA-Konzern setzt eine weitere Duftmarke und die kommt natürlich aus einem feinen Flacon, der jeden Zweifel an der Herkunft im Keim erstickt. So und nicht anders sieht ein DS aus, so und nicht anders fährt sich ein DS. Französisch, avantgardistisch, charmant und mit dem Esprit des Besonderen.

Wir fuhren den DS 3 Puretc 155, also den Heisssporn der Familie. 155 PS, 240 Newtonmeter und Frontantrieb. Im Hinterland von Nizza, dort wo früher eine DS mit Phantomas an Bord die Kurven rockte und irgendwann der französischen Polizei eine lange Nase zeigte, dort haben wir den frischen Franzosen zur Brust genommen. Also die übliche Nummer: Landstraßen-Lackmustest, Dorf-Erkundung, Autobahn-Tour und natürlich Stadt-Berufsverkehr-Übungen. Vorab eine Runde um den Wagen, es soll ein paar Neuigkeiten geben.

Zuerst die Erinnerung an den DS 7, das Gesicht mit seiner markanten Kühlermaske, den tiefen, für manche Menschen zu auffälligen Vertiefungen in der Seite, darüber die obligatorische Haifischflosse und ganz weit hinten dann die beiden schlanken Leuchten, mittels Spange miteinander verbunden. Der Hintern des DS 3 ist sicher die Sahneseite des Franzosen und unter den Kompakten die derzeit feinste ihrer Art. Das Gesicht des DS ist das eines DS. So einfach ist das. Während wir seit Jahren über Monotonie auf den Straßen meckern, setzt man bei PSA auf Abwechslung und mehr Chique, auch weil man den Franzosen genau das auch zutrauen kann. Geschichtsbücher sind die besten Zeugen dieser Aussage. Vorn, hinten, von der Seite, der DS 3 erfreut das Auge, setzt Akzente, bleibt in Erinnerung und erlaubt dem Besitzer die Antwort auf die Frage nach dem Kaufgrund mit folgender Wortwahl: „Weil er nicht nur anders, sondern cool und lässig aussieht. Und chique ist er auch noch.“

Zu den Scheinwerfern noch eine Zusatznote. Sie sind Hightech, weil mit Matrix-LED-Technik versehen und vor allem des Nachts auf Gegenverkehr reagieren, Ortschaften bemerken und automatisch und sehr schnell in den Abblend-Modus umschalten. Der Finger muss nicht mehr am Lichtschalter auf der Lauer liegen und rechtzeitig den Fernlicht-Modus deaktivieren. Die Oberklasse kennt das schon, bei den Kompakten ist dieser Service im DS 3 eine wunderbare Ausnahme.

Die Türen öffnet man per Griff, der sich, wenn nicht gebraucht, wie ein Butler zurück zieht. Im Blech wohnend, wartet er auf den Moment, stets zu Diensten, ansonsten lediglich eine Chromzier an den Türen. A pro pos Chrom. Der neue Franzose ist kein rollender Christbaum, eher eine Hommage an Zeiten, als man Autos einen Namen gab und sie gerne als Skulptur typischer Urlaubsfotos in Pose stellte. Vor dem DS ein stolz posierender Mensch, hinter dem Wagen wahlweise ein Eifelturm, ein See oder ein Berg. Je nach Gusto. Heute gibt es Selfies mit Auto, Mensch und Tier. Also dem Hündchen, das neugierig aus der Handtasche schaut und sich fragt, ob Frauchen sauer ist, wenn man mal wieder am Lippenstift gekaut oder das Innere der tragbaren Behausung mit dem ganz eigenen Duft optimiert hat. Egal wie, der neue 3er aus dem Hause DS Automobiles kann den Spagat zwischen Tradition und naher Zukunft schon sehr gut. Er glänzt und transportiert auf seine eigene Art, quasi als sehr junger Botschafter der Grand Nation, für sehr junge Franzosen und sehr junge frankophile Menschen auf unserem Planeten.

Einmal Platz genommen, den Sitz justiert, die Spiegel eingerichtet, das Auge sucht nach den wichtigsten Schaltern, Knöpfen und Hebeln. Der DS ist kein Tesla mit „ich verwalte alles-Monitor“. Hier darf noch gedrückt, gedreht und gefühlt werden. Haptik in Reinstkultur. Man sucht ein paar Momente, wer seit Generationen Münchner oder Stuttgarter Knöpfe bewegt hat, wird suchen und auch finden. Und dann ist der DS 3 dein Auto, deine Heimat, dein feines, rollendes Appartement. Alles hat seinen Platz und alles ist sorgsam platziert, umrandet, verziert oder einfach nur da. Natürlich mit dem Anspruch der Funktionalität aber auch mit dem Ehrgeiz der besseren Ästhetik versehen.

Fahrbericht DS 3 Crossback – Das Stadtkind mit guten Manieren

Es schaut besser aus, es lockt mit der Besonderheit des Charmes, der kleinen Extravaganz, denn auf die ganz grosse Nummer warten wir geduldig und gespannt. Eine Limousine aus dem Hause DS wäre schön. Bis dahin rollen wir mit 155 PS dynamisch aber nicht hetzend durch die Gegend um Nizza und Monte Carlo. Bergstrecken hinauf und hinab. Engste Kurven werden genommen, die Geraden dazwischen sind Oasen der Ruhe und man merkt schnell, dass dieser Franzose keine Bergetappen gewinnen will und soll. Er ist eher das Stadtkind, kein Landbursche mit mässigen Manieren und dem Tatendrang eines pubertierenden Bergsteigers, für den jeder Gipfel gleich dem Lächeln eines Mädchens ist, dass man soeben auf dem Schulhof erblickt und ins Visier genommen hat.

Der DS ist der Charmeur, der junge Gentleman, der geduldige Wanderer mit Taschen voller Accessoires, die er nach und nach zu Tage fördert. Die eindrucksvollen Perlen-Nähte auf dem so wunderbar rauen Lederbezug der Instrumententafel. Oder die Schalter um den Wahlhebel, die so schön nach Diamanten aussehen. Von oben schauen fünf Einstellfächer herab, darüber der Monitor in dem fast die gesamte Einstell-Welt des DS 3 wohnt und ganz weit aussen, die Lüftungsöffnen, nicht rund, wie es scheinbar überall ist, nein, sie sind in eine in Chrom gefasstes Viereck gesetzt, was fast ein wenig trotzig wirkt. Als wolle man allen anderen da draussen zeigen, dass es auch anders geht. Schicker, feiner, bewusster. Feiner ist auch die Akustik, zu leise für diese Kategorie Auto. Oberhalb angesiedelt, die vornehme Ruhe nun auch unterhalb der Oberklasse. Verschiebung der Klassengesellschaft. Auch das sehr französisch.

Nach einem Tag Cote und DS 3, die Erkenntnis noch während man den Schlüssel aus dem Fach in der Mittelkonsole fischt. Der Wagen ist hoch modern. Apple CarPlay und so weiter läuft wie am Schnürchen. Die drei Zylinder arbeiten vorzüglich, das Interieur nicht nur hübsch, fein und anders. Es ist auch funktional, bestens verarbeitet und sehr hochwertig in der Qualität. Und es ist vor allem: emotional. Man freut sich, man mag es und man wird darüber sprechen. Nach der Probefahrt.

Drei DS 3 gibt es, ein vierter kommt noch. Der E-Tense, also der DS 3 mir E-Antrieb, 300 km Reichweite, ungefähr 150 km/h schnell, also kein lautloser Renner, eher ein leiser Cruiser für die Stadt. Er kommt Ende des Jahres und er soll sehr komfortabel und sehr attraktiv sein. Sagt man.

Fahrbericht DS7 Crossback

Fotos: DS Automobiles / Ralf Bernert

Die technischen Daten laut Hersteller:

DS3 Crossback Pureteck 155

Motor: 3-Zylinder in Reihe Turbo
Hubraum: 1.199 ccm
Leistung: 115 kW / 155 PS bei 5.500 U/min
Drehmoment: 240 Nm bei 1.750 U/min

Antrieb: Vorderräder
Getriebe: 8-Gang-Automatik

Maße:
Länge: 4.118 mm
Breite ohne Spiegel: 1.791 mm
Höhe: 1.534 mm
Radstand: 2.558 mm
Laderaum: 350 bis 1.050 Liter
Leergewicht: 1.205 kg
Tank: 44 L
Sitze: 5

Fahrleistungen:
0-100 km/h: 8,2 Sekunden
Top Speed: 208 km/h

Verbrauch:
kombiniert: 5,4 l/100 km
Co2: 123 g/km

Preis in Deutschland ab: 31.090,00 Euro
Verfügbar in Deutschland: ab April 2019

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