Eclusive-Life

driven by exception

Citroen AMI

Ein Tag in Berlin, es ist relativ ruhig, mitten drin im Gewühl der Hauptstadt. Der übliche Alltagsverkehr. Es fliesst, es hupt, es drängelt und es nervt. Irgendwie. Radfahrer schiessen kreuz und quer durch die Gegend, Fußgänger ärgern sich über Rad- und Autofahrer. Von den sehr nervigen E-Rollern wollen wir nicht reden. Sie stehen entweder dumm rum oder sie fliegen sehr tief durch die Gegend.


Und wir sitzen in einer Kiste. Einer französischen Kiste. Ein wenig bleau, ein wenig wie aus dem Comic gefallen, ein wenig skurril und auch ein ganz klein wenig auffällig. Menschen bleiben stehen, zücken das Smartphone, drücken den Knopf, andere grinsen, lachen sogar. Er ist ein Sonderling, dank seiner Form, Größe und auch, weil er einzigartig ist. Vielleicht gab oder gibt es Filmautos in dieser Form oder in diversen Comics fahren AMI-ähnliche Dinger durch die Gegend, aber in reallife ist dieses Teil eine Besonderheit. Innen wie Aussen.


Citroen Ami – Sie nennen ihn Ecki, Kanti oder Seilbahngondel


Da sind zum Beisiel die Türen, unterschiedlich angeschlagen, die Türgriffe sind gar keine. Es sind Mulden, in die man hineingreifen soll. Da sind Front und Heck, wie Zwillinge. Überhänge an der Karosserie gibt es nicht. Purismus ist Trumpf. Und im Inneren geht die Schau weiter. Stühle anstelle von Sitzen. Die meisten Infos liefert das Smartphone, die Türen werden per Zug an einem fröhlich-orangenen Band geöffnet. Die Fenster lassen sich, wie beim 2CV, zu Hälfte nach oben klappen und verriegeln. Was erst richtig funktioniert, wenn man mit Nachdruck arbeitet, sonst fliegt einem die halbe Scheibe runter und hängt dann am Scharnier. Irgendwie ist alles in diesen Kubus einfach, spartanisch und dem Gebot des Sparens untergeordnet. Und auch charmant. Was wichtig ist, denn nur billig, einfach und puristisch wäre dann einfach langweilig.


Zur Technik. Einen klitzekleinen E-Motor gibt es und der treibt den Franzosen auf sagenhafte 45 km/h, was nicht immer klappt, weil es hier und da Steigungen gibt. Wir würden den Wagen nicht unbedingt im Gebirge bewegen wollen. Eher in der norddeutschen Tiefebene. 5 kW leistet der Motor, zwei Gänge gibt es. Einen nach vorn und der andere in die andere Richtung. Man lenkt mit einem echten Volant und der Wendekreis ist eines der herausragenden Dinge, die man in diesem Auto erleben kann. 7,2 Meter, so wenig Raum braucht man. Die Einsatzgebiete werden schlagartig erweitert. Kleine Dörfer mit noch kleineren Straßen. Er ist 1,39 Meter breit, plus Aussenspiegel. Das langt locker für eine Tour durch Altstädte oder italienische Dörfer, aber ohne Gebirge.


Er soll 70 Kilometer weit kommen. Wir glauben das und wir haben zumindest 54 Kilometer in Berlin geschafft. Das Rekuperationstalent des AMI darf man als kaum wahrnehmbar bezeichnen. Weshalb dann die Reichweite tatsächlich einzig und allen von der Fahrweise abhängt. Er ist ein Stadtfloh, basta.


Und wie soll er heissen. Wir fragen Passanten in Berlin. Seilbahngondel, rollende Telefonzelle, E-Kubus, Kiste Bier mit Antrieb, Kanti, Ecki, Kubi und so weiter. Der AMI provoziert, amüsiert, lockt und er ist recht preiswert. 6.000 Euro kann man zahlen, oder ihn leasen für 19,90 im Monat oder mieten für 26 Cent pro Minute. Und fahren darf ihn auch die Jugend, ab 16, weil der Wagen per AMI-Führerschein gefahren werden darf. Das erweitert die Zielgruppe ungemein. Und dann gibt es, natürlich, verschiedene Farben, diverse Zubehörteile und den Charme gibt’s kostenlos dazu.


Was uns auffiel. In der Stadt oder besser in einem Verkehrsmoloch wie Berlin ist der AMI mit 45 km/h deutlich zu langsam. Er besetzt eine Fahrspur und zieht nach wenigen Minuten eine schöne Schlange hinter sich her. Das kann nerven. Aber wen das nicht stört, wer ihn als Zweitwagen oder witziges Transportmittel auf sehr kurzen Strecken bewegt, hat seine Freude an diesem Franzosen.

Die technischen Daten (laut Hersteller):


Motor: 1 E-Motor

Leistung: 6 kW

Getriebe: stufenlos


Maße:

Länge: 2.410 mm

Breite: 1.390 mm

Höhe: 1.520 mm

Leergewicht: 485 kg

Batterie: 5 kWh

Wendekreis: 7,20 m

Sitze: 2

Fahrleistungen und Verbrauch

Top Speed: 45 km/h

Reichweite: 70 km

Ladezeit: ca. 3 Std. Haushaltsstecker

keine Schnellladefunktion verfügbar


Preis in Deutschland ab: 6.000 Euro inkl. MwSt.