Fahrbericht BMW i8 Teil 3

Das Steuer unseres i8 macht sich selbständig. Le Boulevard Périphérique de Paris verschlingt jede Chance auf teutonische Tugenden. Sei´ ein Teil des Ganzen, schwimme mit im Strom und vergiss´ für die nächsten Momente alle Lust auf Vorfahrt oder überhaupt irgendwelche Regeln.

Foto: Ralf Bernert
Foto: Ralf Bernert

Das Steuer unseres i8 macht sich selbständig. Le Boulevard Périphérique de Paris verschlingt jede Chance auf teutonische Tugenden. Sei´ ein Teil des Ganzen, schwimme mit im Strom und vergiss´ für die nächsten Momente alle Lust auf Vorfahrt oder überhaupt irgendwelche Regeln.

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Und jetzt der Schnitt. Paris bei Tag und bei Nacht. In jedem Haus lebt das Leben. Fassaden so edel, so fein, so von Stuck, Schmiedeeisen verziert, so teuer und so französisch wie Frankreich nur sein kann. Pastete zum Abendessen, ein Blick über die kupfernen Kronen der Stadt, Polizeisirenen, Horden an Rollern, die wie Hornissen durch die Nacht fliegen, Jungs mit T-Shírt und nem Date im Kopf fliegen an Dir vorbei. Jeannette wartet oder Piere. Michelle hat keine Zeit, der i8 mitten drin, wie ein Ufo. Die Strasse ist nie zu breit, immer zu schmal und immer gross genug. Kleinwagen, links und rechts verbeult, laufen vorbei. Ein paar Daumen springen hoch und verschwinden im Schatten der Laternen, die Seine ignoriert das ganze Spektakel. Sie fliesst dahin, am Rand ein paar Parties, ein paar Penner. Besser gekleidet als in Hamburg? Ein Modedesigner kann das wissen.

Fahrbericht BMW i8 mitten auf der Champs Élysées

Der BMW, mit seinen Kanälen für die Luft, seiner Struktur wie ein durchdachtes System fliesst, durch die Schluchten mit Asphalt belegt, zwischen den Häusern mit ihren Fassaden für den Film und die Fotografen, die Lust auf Leben und Geld. Nirgendwo sonst haut dich der Lifestyle einer Stadt so dermaßen aus dem Rhythmus, knallt dir so klar seine Regeln um die Ohren und erzählt dir so viele unwichtige aber interessante Geschichten. Vom Fall und Aufstieg einer Stadt, Familien, Singles und Ideen. Die Champs-Élysées, das Monstrum von Paris, das dich verschlingt und wieder ausspuckt.

Du schaust nach links und rechts, rennst in Richtung Obelisk und wieder zurück. Du kannst pausenlos hin und her irren, egal ob zu Fuß oder im i8. Diese Schlange, diese Zielgerade des Konsums, diese Falle der Enthaltsamkeit und diese wunderschöne, gescheite und gewiefte Verführerin. Anhalten, ein Glas Wein, ein Auge immer auf dem Wagen. Wer parkt auf der Champs, Samstag Nacht. Menschen ziehen vorbei, in Gespräche vertieft, lachen, zuhören, erzählen, eine Filterlose im Mundwinkel. Das Klischee ist immer dabei. Die Damen immer eine Spur eleganter, schicker, lässiger als sonstwo. Jetzt ins Hotel, ein paar Stunden der Ruhe, ein paar Kilometer von Zentrum entfernt, der Puls reicht bis zur Bettdecke, die Bilder bleiben im Kopf, unscharf, verwackelt und doch nur hier, in diesem Club des Lebens, so lebendig als würde die Stadt Paris jeden Morgen eine gigantische Viagra plus Cristal Meth einwerfen.

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Die Avenue George V. Direkt neben der Champs Élysées, edle Boutiquen, noch edlere Fassaden, ein paar sehr teure Autos stehen am Rand und warten auf die Damen mit den schnellen Stiften. Blaue Uniform, ein Ticket ist schneller verteilt als der Espresso die Kehle runterläuft. Ein Schwätzchen bis es fast zu spät ist. Was will man machen? Der i8 findet ein Zuhause, ein besonderes Zuhause. Edel, exklusiv und einzigartig. Ein paar mal die Extra-Spur verpasst, immer wieder um den Block, die Champs gekreuzt und fast den Wagen direkt vor einem Tempel abgestellt. Leute rennen mit sehr schicken Taschen aus Papier mit Henkeln aus dicken Kordeln rein und raus. „Morgen wird Paris abgeschlossen, Ruhetag.“ Panik im Geldbeutel. Und dann der BMW Store, ein Foto vor dem Eingang. Touristen-Gedanken. Ein junger Mann zieht zwei schmiedeeiserne Pfähle aus dem Boden. Hereinspaziert. Der i8, den wunderbaren Staub der Champagne an den Schuhen und den Spuren seiner Wanderung durch die Weinberge in Eparnay an der Nase, läuft rückwärts hinein in die kleine Gasse aus Lichterketten, einem 328-Model und einem i8, der seinen Bruder mit einem freundlichen Hallo begrüsst. Ein paar Meter noch, dann ist der BMW mitten in der Boutique aller Boutiquen. Hier werden keine Autos, Fahrräder, Basballcaps oder Poloshirts verkauft. Hier werden Blicke gekreuzt, ein erstes Zwinkern. „Na, gefalle ich Dir?“. „Na klar.“ Rendez-Vous.

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Text und Fotos: Ralf Bernert

Und die beiden ersten Teile unserer Reise:

Teil 1: Reims

Teil 2: Eparnay