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Fahrbericht BMW 220d Cabriolet – Einfach Cabrio
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Fahrbericht BMW 220d Cabriolet – Einfach Cabrio 

Bei BMW fängt die offene Tour bei knapp 42.000,00 Euro an. Mit einem Stoffdach, einem Vierzylinder-Selbstzünder, vier Sitzen inklusive reichlich Komfort und der Gewissheit, dass man mehr eigentlich nicht braucht.

Alles beginnt mit dem kleinen Zugschalter auf der Mittelkonsole. Man wartet einen Augenblick und das kurze Schauspiel beginnt. Das Dach hebt sich, dahinter öffnet sich eine Klappe, das Gestänge faltet sich zusammen, begleitet vom Gesang diverser Stellmotoren, dann senkt sich das Verdeck in seine Behausung. Deckel zu, Sonne rein. Umgekehrt läuft die kurze Show genau so ab und das bis 50 km/h, also in der Stadt zwischen zwei Ampeln. Sonne rein, Regen raus.

Fahrbericht BMW 220d Cabriolet – Der Hintern sagt “Danke”

Dem Himmel so nah ist man bei BMW schon sehr, sehr lange. Mit dem 328 Roadster wurden zwar eher Sportler als Sonnenanbeter angesprochen, aber eine zünftige Ausfahrt in den Alpen im ehemals erfolgreichsten Bergrennen-BMW ist im Grunde ein doppeltes Vergnügen. Man erfreut sich an der einfachen und doch ungemein sauber arbeitenden Technik des Roadster und man holt sich so ganz nebenbei Sonne und Frischluft in den Wagen. Man steigt aus und will gleich wieder einsteigen. Eine deutliche Spur wuchtiger ging es im 502 Cabrio zur Sache. Der offene Barockengel ist selten, nicht Jedermanns Sache aber eine Runde auf der Rückbank mit Sommerhut und vorbei laufender Landschaft war in den Fünfzigern weit mehr als nur „uns geht’s aber gut“-Feeling. Kurz darauf standen 507 und 503 Cabrio in den Schaufenstern der BMW-Händler. Schon zu Lebzeiten war der 507 ein Traum, der offene 503 musste der Ästhetik des 507 wegen, ein wenig in den Hintergrund rücken. Heute sind beide sehr begehrte Sammler-Objekte. Dann der Z8, eine Hommage an den 507. Also offen, elegant, exklusiv und mit 400 PS sehr sportlich. Den Z1 mit seinen versenkbaren Türen darf man nicht ignorieren. Soweit die historischen Wurzeln der BMW-Cabriolets.

Unser Testwagen steht in schicken Rot vor der Tür, der Selbstzünder läuft ohne akustischen Verweis auf seine Bauart, was an der Laufruhe der Maschine und der sehr guten Dämmung liegt. Die Orientierung im Innenraum bereitet keine Probleme, das Handbuch bleibt im Handschuhfach. Voraussetzung: BMW-Erfahrung. Uns fällt auf, dass das 2er Cabrio als Einstieg in die Premium-Cabriolet-Welt eine erstaunlich ruhige, fast zurückhaltende Ästhetik ausstrahlt. Der Corpus, dank des Radstandes von fast 2,70 Meter, bietet spürbare Entfaltungsmöglichkeiten für vier Erwachsene, wenn das Verdeck in seiner Behausung liegt. Der Gepäckraum ist dann, konstruktionsbedingt, ein wenig knapp bemessen. Man sitzt auch hinten bequem, die vorderen Sitze sind BMW-like, also mit Seitenhalt, ausreichend Einstell-Möglichkeiten, Sitzheizung und Komfort ausgestattet. Da der 220d kein Rennwagen sein will, braucht es auch keine Schale um die Hüften. Man steigt ein und der Hintern sagt „Danke“.

Die Bedienung im 2er ist kein Hexenwerk, der freistehende Monitor ist in der aktuellen Version auch mit den Fingerspitzen bedienbar. Das Navi arbeitet schnell und gründlich, der kleine Drück-Dreh-Knauf auf der Mittelkonsole ist weiterhin Dreh- und Angelpunkt aller wichtigen Einstellungen, der Wahlhebel links davor wirkt auch als Handschmeichler, für Einhand-Lenker ruht die rechte Hand auf ihm, wie in den guten alten Zeiten der Hand-Schalt-Ära, die man im 2er noch immer erleben kann. Genau den haben wir dann auch bewegt. Auf dass der Kupplungsfuß nicht einrosten möge. Und wir können bestätigen, dass die Schaltung plus Kupplung den Wagen sauber und vor allem emotional bewegen kann. Wenn der Fahrer dies will. Niedrige Drehzahlen kann der Diesel sehr gut ab. Er tuckert nicht, er flaniert, leise, ruckelfrei und sparsam. So kann man einen Diesel heutzutage bewegen. Der Verbrauch entspricht weitestgehend den Hersteller-Angaben, es sei denn man verwechselt den 220d mit einem Sportwagen und übt fleißig das Gas-Bremse-Gas-Spiel.

Derzeit wird der neue 1er und 2er vorgestellt und bald wird sicher das neue 2er Cabrio folgen. Unsere Testfahrt im 220d war eine sehr positive Erfahrung, weil das kleinste Cabrio aus München, wir lassen den Mini mal raus, ein sportliches und sehr sparsames Fahrzeug ist. Die Verarbeitung ist tadellos, der Wagen gehört in seiner Klasse sicher zu den attraktivsten Modellen und währen der Fahrt läßt sich der Sommer nachhaltig geniessen. Das sehr gute Stoffdach bietet reichlich Dämmung, unangenehme Fahrgeräusche werden sehr gut absorbiert. Das Fahrwerk rangiert sehr genau zwischen Sport und Komfort, wobei der 2-Liter-Diesel keine Dynamik-Wunder vollbringt. Die 190 PS und vor allem die 400 Nm Drehmoment sind für Überholmanöver eine sichere Bank. Der Preis von knapp über 40.000 Euro erscheint uns angemessen. Über die Aufpreisliste darf man sich ärgern, wobei dies bei allen Herstellern mittlerweile üblich ist.

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Fotos: BMW

Die technischen Daten (laut Hersteller):
Motor: 4-Zylinder Diesel Reihe Turbo
Hubraum: 1.995 ccm
Leistung: 140 kW / 190 PS bei 4.000 U/min
Drehmoment: 400 Nm bei 1.750 bis 2.500 U/min
Antrieb: Hinterräder
Getriebe: 6-Gang Handschalter oder 8-Gang Automatik

Leergewicht: 1.485 kg
Gepäckraum: 280 bis 335 l
Länge: 4.432 mm
Breite ohne Spiegel: 1.774 mm
Höhe: 1.413 mm
Radstand: 2.690 mm
Benzintank: ca 52 l

Fahrleistungen:
Top Speed: 225 km/h
0-100 km/h (Automatikgetriebe): 7,6 s (7,5 s)

Verbrauch/CO2 nach Euro 6d TEMP:
kombiniert (Automatikgetriebe): 4,9 bis 5,1 (4,7 bis 4,7) Liter/100 km
CO2 (Automatikgetriebe): 129 bis 135 g/km (124 bis 126 ) g/km

Preis in Deutschland: ab 41.800,00 Euro inkl. Steuer

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