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Fahrbericht Bentley Continental GT W12 – Frisch vor der Tür
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Fahrbericht Bentley Continental GT W12 – Frisch vor der Tür 

Sie haben ihn schon optimiert. Vor allem im Innersten. Die Technik allerbest, die Connectivity international, das Driving noch besser und die Aura wie immer. Sehr, sehr stark. Wir durften ihn erleben. Im Sommer, in Deutschland.

Die langen Türen gibt es noch immer, auch der mächtige Kühlergrill ist noch da. Eigentlich steht da ein Continental GT, wie wir ihn schon bei seinem ersten Auftritt 2003 in Zürich erlebt haben. Damals war der Bentley das erste Kind des Hauses nach der Übernahme durch Volkswagen und man war gespannt, was die Niedersachsen den Briten zum Geschenk machen werden. Immerhin galt es, den neuen Konkurrenten Rolls-Royce in die Schranken zu weisen. Mit dem Phantom hatten die Münchner nicht nur einen neuen Wagen, sondern auch ein neues Zuhause für die Spirit of Ecstasy gebaut. Der Conti jedenfalls entwickelte sich prächtig, wurde oft verkauft und auch regelmäßig verbessert. Technisch und optisch.

Und nun steht da der neueste Conti GT vor der Tür. Mit frischen Augen, überhaupt deutlich straffer gezeichnet, mit sportlichem Stift sozusagen. Der Hintern strammer, auch wegen der neuen Leuchteinheiten. Aber der Tenor bleibt natürlich. Ein grosses Coupé mit deutlichen Überhängen vorn und hinten, was einerseits dem Kofferraum geschuldet ist und vorn der Ästhetik dient. Der Ur-Conti, also der Continental R-Type war ein Hintern-Typ. Die Front diente dem Transport des Motors und als Bühne für das Fliegende B. Heute ist wohl nicht anders. Nur eben moderner. Aber man kommt um den R-Type nicht herum, er ist eine Ikone und er war damals das ultimative Coupé mit reichlich Leistung und einer Aura, der man kaum entgehen konnte. Schnell, elegant und sehr, sehr exklusiv.

Genau damit will auch der jüngste Continental GT in Verbindung gebracht werden. Schnell? Natürlich, 333 km/h sind atemberaubend. Auch wenn es einen Club der Ü-400 gibt. Wobei der GT schon immer ein Ü-300-Wagen war. Die Ausnahme: der GT3 R, welcher für die Rennstrecke und nicht für die deutsche Autobahn gebaut wurde. Ansonsten fing die Reise bei 303 km/h an und heute sprechen wir über 333 km/h. Bisher. Der aktuelle GT wird sicher noch ein Leistungs-Update in Form eines Supersport bekommen und dann reden wir über 340 km/h. Es geht also munter nach vorn.

Fahrbericht Bentley Continental GT W12 – Volle Möhre

Beim Thema Technik spielt der neue GT ganz vorn mit. Der Baukasten des VW-Konzerns ist prall gefüllt und die Jungs in Crewe greifen gerne zu. Also volle Möhre Kommunikation, Vernetzung und Assistenten. Man sieht dem Coupé seine moderne Ausstattung auch an. Das Cockpit ähnelt dem eines Raumgleiters der feinen Art. Also reichlich Screen plus Leder plus Lack plus feine Nähte. Das alles bestens kombiniert, also auch schön anzusehen und die Finger laufen gern darüber. Und wenn man dann mit 280 über die A7 läuft, die Musik durch die B&O-Lautsprecher fliesst, der Sessel den Masseur aktiviert und die Nachbarschaft wie vom Gummiband gehalten an einem vorüber zieht, ja dann ist die Welt der Luxus-Coupés schon in Ordnung.

Bentley Continental R-Type

Auf Landstrassen sieht´s dann ein wenig anders aus. 2,3 Tonnen inklusive Insassen, sind ein Pfund. Die Masse läßt sich nicht ignorieren, was bedeutet, dass die Bremsen ein wenig zu tun haben, die Karosserie ist zwar sehr steif, aber Masse bleibt Masse und die drängt aus der Kurve hinaus, was dem Wagen einiges an Arbeit abverlangt. Hastige Bergabfahrten mit reichlich Kurven gespickt sind nicht des Continental´s Liebling. Oder enge Strassen, oder Gassen oder Parkhäuser oder deutsche Parkbuchten. Diese Oders haben wir schon vor Jahren aufgeschrieben. Es sind dies die ewigen Nachteile der grossen Coupés mit langen Türen, langem Radstand und teuersten Felgen, die man um Himmels willen nicht gegen scharfkantige Bordsteine werfen will.

Deshalb ist der neue GT von Bentley noch immer der Langstrecken-King aus Crewe. Mit mehr Biss, mehr Leistung, mehr Elektronik und vor allem mehr Ästhetik, weil sie in Crewe den Body gestählt, die Leuchten modernisiert und das Cockpit auf Zukunft getrimmt haben. Wir genossen den Wagen, seine Kraft, seine Aura und seine Technik. Haben wir die Hinterradlenkung erwähnt? Sie kürzt den Radstand in langsamen Kurven und erhöht die Traktion in schnellen Kurven. Spürbar. Und das Zauberspiel mit dem Monitor in der Mittelkonsole. Schwupp, weg ist er. Und das edle Band aus Leder, Holz und Lack ist wieder komplett.

Fotos: Bentley und Ralf Bernert

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Fahrbericht Bentley Continental GT W12 2015

Die technischen Daten:
Bentley Continental GT W12
Motor: W12 BiTurbo
Hubraum: 5.950 ccm
Leistung: 467 kW / 635 PS bei 5.000 bis 6.000 U/min
Drehmoment: 900 Nm bei 1.350 bis 4.500 U/min

Antrieb: Allrad
Getriebe: 8-Gang DKG

Maße:
Länge: 4.850 mm
Breite: 1.966 mm
Höhe: 1.405 mm
Radstand: 2.851 mm
Leergewicht: 2.244 kg
Tank: 90 Liter

Fahrleistungen:
0-100 km/h: 3,7 Sekunden
Top Speed: 333 km/h

Verbrauch und Co2:
kombiniert: 12,2 l/100 km
Co2: 278 g/km

Preis in Deutschland inkl. Steuer ab: 206.465,00 Euro

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