Er ist kürzer als der Q7, er kann weniger Laden und er ist schneller. Der Q8 ist im Grunde ein anderes Auto. Auch dank der nach hinten abfallenden Dachlinie, die aus dem SUV zumindest im Ansatz ein Coupé machen soll. Wir haben das große Q einmal mit vier Erwachsenen und deren Gepäck für ein Wochenende beladen und sind ein paar hundert Kilometer durch die Gegend gefahren.

Dynamic photo,
Colour: Daytona grey

Das Cockpit inklusive der Mittelkonsole macht Eindruck. Spiegelblank, voller Informationen und sehr bunt. Vor dem Lenkrad erscheint eine sehr große Karte, mit roten und blauen Linien. Auf das die Route immer mitten Blickfeld zu sehen ist. Man kann auch Rundinstrumente anzeigen lassen, groß oder klein. Je nach Gusto. Das Ganze ist keine neue Erfindung, Audi hat diesen Screen mitsamt Inhalt schon lange im Programm, aber im Q8 verbindet sich die schöne Aussicht mit dem Monitor auf der Mittelkonsole und das sieht erstmal sehr, sehr elegant aus.

Fahrbericht Audi Q8 50 TDI – Das große Q

Vorab der Blick rund um den Audi. Das Heck ist die auffallende Seite, die Charakteristik des Q8 will sich hier vorstellen. Die abfallende Heckscheibe, deutlich schräger als beim Q7. Das Leuchtband oberhalb der Rückleuchten, darüber die Abrisskante und weiter unten die fast unsichtbaren Blenden der Auspuffrohre. All dies macht den Wagen breit, mächtig und vor allem sehr technisch. Man sieht einen kräftigen, starken und deutlich klaren Hintern. Keine Störung, keine Rundung und auch keine Frage. Symmetrie und Technik auf einer Wellenlänge.

Q8 Cockpit
Q8 Cockpit
Q8 Rücksitze
Q8 Rücksitze
Q8 Laderaum
Q8 Laderaum

Im Inneren, wie oben erwähnt, die technische und handwerkliche Kunst des immer weiter lernenden Informationszeitalters. Alles scheint miteinander vernetzt. Das iPhone spaziert routiniert durch die Infotainment-Welt des Q8, das Navi kann nicht nur schöne, bunte Bilder zeichnen, es arbeitet auch sehr schnell, was uns vor allem in der Stadt vor dem Chaos des Berufsverkehrs oft genug gerettet hat.

Wir haben den Q8 von Hamburg nach Amsterdam laufen lassen. Autobahn A1 bis Münster, dann rüber in die Niederlande. Dass unsere asphaltierten Wege seit Jahren als Testgelände für Schlagloch- und andere Unebenheiten-Suchgeräte genutzt werden, ist bekannt. Unser großer Audi ist mit Luftfederung, Allradlenkung, Audi drive select und natürlich permanentem Allradantrieb ausgestattet. Wir könnten auch Berge hinauf und hinab fahren, immerhin haben wir die entsprechenden Assistenten an Bord. Da wir weit und breit keine Berge finden konnten, haben wir den Test dieser Technik auf einen späteren Zeitpunkt verlegt. Vielleicht im nächsten Frühling an der Elbe, dort stehen Deiche, deren Befahrung zwar verboten ist, aber wir könnten einen Deichgraf fragen.

Auf der Autobahn haben wir den Dieselmotor erlebt. Sehr ruhig arbeitend, genügsam. Wir haben rund sieben Liter pro 100 Kilometer gemessen und wir sind in aller Regel Tempo 130 gefahren. Nicht schlecht für einen Wagen, der gute 2,5 Tonnen Gewicht inklusive Insassen und Gepäck auf die Waage brachte.

An zwei Auffahrten haben wir den Sprintwert gemessen. Per Handy. Sieben Sekunden aus dem Stand, auch das, bei voller Beladung, kann sich sehen lassen. Hier und da haben wir den Gasfuß dann doch ein wenig intensiver gesenkt, 230 km/h wurden angezeigt und man durfte sich über die Laufruhe des Motors und die gute Dämmung des gesamten Wagens freuen. Langstrecke und hohe Geschwindigkeiten zählen offensichtlich zu den Talenten des Q8. In Holland dann, erstens strenges Limit, also maximal 130 km/h und zweitens Landstraßen so bergig wie ein Snooker-Tisch. Das große SUV-Coupé lief tadellos durch enge und weite Kurven, der Durchzug des Diesel-Motors wurde sauber an die angetriebenen Räder geliefert. Überholmanöver ab Tempo 70 sind mühelos machbar. Kein Anlaufen nötig, die 8 aus Ingolstadt kann sportlich, aber nicht zu sehr. Die Masse fordert ihren Tribut, auf wenn 600 Newtonmeter, eine ausgeklügelte Fahrwerkstechnik inklusive Differenzial und sehr gute Reifen mithelfen.

Ein Fazit: Der Q8 mit dem großen Diesel-Motor ist ein Langstrecken- Urlaubs-Freund. Er kann reichlich laden, er ist sehr komfortabel und der Innenraum kann sich wirklich sehen lassen. Das Heck, als herausragendes Design-Element, läßt den Q8 aus der Audi-Familie als besonderes Model wirken. Die Größe des Q8 ist in Parkhäusern, engen Straßen und bei der Parkplatzsuche eine Herausforderung. Knapp fünf Meter Länge und, mit Spiegel, fast 2,2 Meter Breite sind kein Pappenstiel und ohne die sehr gute Kamera-Monitor-Technik, wäre der Wagen sicher in der Stadt eine Aufgabe für ehrgeizige Tetris-Fans.
Grundsätzlich haben wir einen Audi erlebt, der ein wenig anders als die übrigen Modelle aus Ingolstadt daher kommt. Ein starker Diesel-Motor, ein sehr gutes, sauber arbeitendes Getriebe und ein Ausstattung, die man locker an die Grenze zum Luxus setzen kann.

Die technischen Daten laut Hersteller:
Model: Audi Q8 50 TDI quattro tiptronic
Motor: V6 Diesel Turbo
Hubraum: 2.967 ccm
Leistung: 210 kW / 286 PS bei 3.000 bis 4.000 U/min
Drehmoment: 600 Nm bei 2.250 bis 3.250 U/min
Getriebe: 8-Gang Automatik
Antrieb: Allrad permanent
Bordnetz: 48 V

Länge: 4.986 mm
Breite ohne (mit) Außenspiegel: 1.995 mm (2.190 mm)
Höhe: 1.705 mm
Sitze: 5
Radstand: 2.995 mm
Höhe Ladekante: 820 mm
Kofferraum: 605 bis 1.755 l
Leergewicht: 2.145 kg
Tank: 75 l

Fahrleistungen:
0-100 km/h: 6,3 s
Top Speed: 245 km/h

Verbrauch und CO2 (NEFZ)
kombiniert: 6,6 bis 6,8 l/100 km
CO2: 172 bis 179 g/km

Preis in Deutschland: ab 77.300,00 Euro