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DS4 Blue HDIi 130

Fahrbericht DS4 Diesel – Magnifique

Man kann nicht anders. Modelle der Marke DS fördern Worte der französischen Sprache zu Tage, die man einst lernte und nun mit viel Lust verwendet. Und das sogar, wenn weiter vorn ein Diesel wirkt. 

Natürlich ist ein Diesel heutzutage eine Frage der Einstellung. Vor allem, wenn Diesel teurer ist als Benzin E10. Da hilft dann nur noch der Geiz des Motors, weil ein Diesel eben meist mit drei oder vier Litern zurecht kommt und der Benziner leicht zwei, drei Liter pro 100 Kilometer mehr verbrennt. Und irgendwie passt das Wort Diesel nicht zu DS und dem DS4. Wenn Du morgens in deinen Franzosen steigst, wird ein noch so leises Nageln den Tag in die falsche Richtung lenken. Nageln klingt nach Arbeit, nach Pflichterfüllung, nach Dienstantritt und nach Krabbenkutter.


Unser DS4 ist bestens gedämmt, er trägt quasi eine Hülle, die jedes Nageln im Keime erstickt. Wir denken also nicht an Hafenausfahrt und Netze auswerfen, wir denken an feines Baguette plus Himbeermarmelade und eine Portion Kaffee aus einer Tasse, die so groß ist, dass man sie auch Grand Tasse nennen darf. Mit Goldrand. Natürlich. 


DS4, das meint die Fortsetzung einer Reise, die vor ein paar Jahren begann und die nun um eine Etappe bereichert wurde. Wobei das Thema DS in Deutschland ein recht übersichtliches ist. Noch. Nach DS3, DS7 und dem eindrucksvollen DS9 nun die im Grunde zweite Generation des DS4. Noch mit Citroën-Logo auf der Nase vor mehr als zehn Jahren gestartet, 2015 dann mit DS-Logo bis 2021 am Markt. Nun also der 130er.


Innen drin, wie gewohnt. Wer DS kennt, fühlt sich zuhause, wer nicht, wird sehr schnell neugierig. Die Raute als ästhetische Botschafterin ist immer noch an Bord, allerdings seltener als in DS7 und DS9. Dafür weht ein digitaler Wind durch den Wagen. Ein kleiner, moderner Salon. Ein Monitorband von links bis zur Mittelkonsole, eingebettet, optisch mit der Konsole verwachsen. Das Fenster ins Innere der Kommunikationszentrale, in der die komplette Welt zuhause sein kann. IRIS spricht mit uns, zum Glück ohne den in Deutschland bei älteren Jungs so beliebtem „gepriiickelt“-Akzent. Hauptsache die Dame kennt sich aus und versteht uns. Beziehungsprobleme mit einer digitalen Dame will niemand erleben. 


Wir blicken nach vorn und schauen fern. Das HeadUp-Display ist eine Bereicherung. Nicht nur im DS4. Wer einmal die Projektion auf der Frontscheibe vor Augen hatte, will nicht mehr ohne. Die Grafiken sind deutlich erkennbar, die Schriften ebenfalls. DS hat nicht gespart und das ist auch wichtig. 


Motor anlassen, dass da ein Selbstzünder wirkt, hört der Mensch im Innenraum kaum. Die Dämmung ist exzellent. Die Laufruhe des Vierzylinders verdient das Prädikat „Sehr gut“, es sei denn, der Mensch tritt dem Gaspedal zu sehr ins Kreuz. Dann konkurriert der Sound aus der Abgasanlage mit der sehr guten Focal-Soundsystem. Wir schreiben mal eine Drehzahl ab 4.000 Umdrehungen zur Orientierung auf. 


In Bewegung zeigt sich der DS4, egal ob Hybrid oder Diesel, von seiner eher sportlichen Seite. Während DS7 und DS9 lieber den Komfortmodus ausleben, ist der DS4 eher der sportlich-bodenständige Typ. Kameras sehen sich den Weg vor dem Wagen an und justieren das Fahrwerk vorab. Das System ist also ein Kollege des „Magic Carpet Ride“-Systems von Rolls-Royce. Nun rollen wir also dahin. Die Sitze sehr bequem, der Sound aus 14 Boxen exquisit und der Diesel ist tatsächlich sehr genügsam. Am Ende rechnen wir zusammen und unter dem Strich lesen wir: 5,9 Liter pro 100 Kilometer. Ein guter Wert.


Und jetzt noch ein Fazit. Dem Trend nach weniger Masse auf Rädern und mehr Identität folgt der DS4 nicht nur, er prägt ihn. Aussen wie Innen, der DS4 ist eine positive Ausnahmeerscheinung. 

Fotos: DS Automobiles