Exclusive-Life

driven by exception

Chevrolette Corvette C8 2021

Die neue, klassische Vette

Der Sauger muss sein. Der alten Zeiten wegen. Und weil es aus der C8 ein neues Kapitel und kein neues Buch macht. Die lange Nase und der kurze Hintern müssen auch sein. Das transparente Verdeck für den V8 dagegen ist nicht neu aber ganz schön unerwartet. Wie so Einiges an diesem Ami. 

Der Frankfurter Flughafen, Symbol extremster Emotionalität. Menschen aller Couleur schlendern fröhlich von hier nach da, jede Menge Bewegung, Dynamik, Power und der dazu passende Geräuschpegel. Mitten in der Corona gewidmeten Vorsichtszeit, lädt Chevrolet genau hier hin. Zur Testfahrt, zur Information und zum Sammeln verschiedenster Eindrücke. Wir haben die Wahl. Mit herausnehmbarem Targa-Dach oder als Roadster mit Stoffverdeck, dass per Stellmotoren runter und wieder rauf bewegt werden kann. Der Roadster bleibt stehen, es regnet. 


Die grobe Richtung: Freiburg. Das Wetter: sehr feucht bis nass. Die Fahrt: verhalten. Rund um den Flughafen tummeln sich unzählige Autobahnen, die sich dann und wann vereinen, trennen, kreuzen und jedes Navi an den Rand des Wahninns treiben können. Genau die richtige Übung für diesen besonderen Sportwagen, der so viele Gerüchte, Ängste und Hoffnungen ertragen musste. Die Vette als E-Auto, die Vette als SUV und noch schlimmer, als E-SUV. Nichts ist so gekommen. Die Vette als ur-amerikanischer Sportwagen mit V8-Sauger und der dazu passenden Musik plus Punch. So sieht das aus. Das Navi jedenfalls hat gehalten, ist nicht durchgedreht. Schnell, exakt und klar hat uns die Technik aus dem Gewirr hinaus geführt, wie der Page in einem 5-Sterne Grand Hotel. Trinkgeld gibt’s später.


Chevrolette Corvette C8 mit Bodenhaftung


Nach dem vierspurigen Gewirr, die Landstraße als Erholungsheim für genervte Sportwagenpassagiere. Kein Sprinter, der einem mit 170 in einer 120-Zone im Genick sitzt. Kein Außendienstler, der auf der Jagd nach Provisionen seinen Chip-getunten Kombi mit 270 durch dich hindurch hetzen will und dich daran erinnert, dass er sehr genau weiß, welchen Finger er dir in den Rückspiegel schicken muss, wenn du dich nicht sofort in Luft auflöst. Landstraßen sind keine Paradiese, aber sie haben schöne Kurven und ab und an sogar etwas von Leere. Genau das wollen wir jetzt erleben. Der C8 und eine leere, kurvige Landstraße.


Da wäre das Diff, der Motor hinten, das Doppelkupplungsgetriebe, die Doppelquerlenker vorn und hinten, das Break-by-Wire-System, die fast komplett aus Alu gefertigte Karosserie und die kleine Kompanie an Fahrmodi, die so umfangreich ist, wie die Sorten an einer echt feinen Eisdiele. 


Abtauchen, das Rein-Raus-Spielchen. Wenn nicht gerade ein 40-Tonner vor uns her tuckert und jede Kurve in eine laaangweilige Biegung verwandelt. Die Corvette kann schnell, sehr schnell und sie kann präzise. Anbremsen, Einlenken, auf Zug bis zum Scheitel laufen lassen und dann, im Zweiten, mit dem Dampf von mehr als sechs Liter an Brennraum-Inhalt raus in die Freiheit der Gerade, die dann ein paar hundert Meter weiter wieder endet oder besser durch eine Kurve unterbrochen wird. Immer wieder das gleiche Spielchen. Und wir werden immer geschmeidiger, lässiger, mutiger. Weil der Wagen uns animiert, dank seiner Stabilität, seiner ausgewogenen Balance und diesem Überschuss an Kraft, den man so gern mal auf einer Rennstrecke treffen will. 


Auftauchen, das wahre Leben ruft. Einsteigen, Einparken, Einladen, Einstellen, Ausparken, Aussteigen, Ausladen und Auftanken. Mindestens 86.000 Euro will Chevrolet für den Zweisitzer haben. Und dafür liefern die Amis reichlich Emotionalität, Tradition und natürlich einen unpraktischen Wagen, der den Vergleich mit seinen Kollegen aus der Supersportwagenwelt nicht scheuen muss, weil er im Grunde eh keinen Sinn macht. Niemand kauft eine Corvette, weil sie preiswerter, schneller, hübscher oder praktischer ist, als irgendein anderer Zweisitzer mit 500 PS. 


Die Corvette der Generation 8 kann nahezu alles, was ein aktueller Sportler aus Deutschland, Italien oder England kann. Vielleicht ist der Mangel an Turboaufladung ein Thema oder die magische Grenze 300, die nicht erreicht oder durchbrochen wird. Es könnte auch am Preis liegen, der die 100.000-Marke noch nicht mal im Ansatz schafft. Und dann sind da noch ein paar Schubladen, in die, meist von Europäern, die Vette gesteckt wird, auf die wir hier nicht eingehen müssen.


Viel wichtiger als Schubladen und Klischees sind Tatsachen, die der Mensch eben dann erlebt, wenn er in der C8 sitzt. Sie erlebt, spürt, inhaliert und mit nach Hause nimmt.


Was haben wir erlebt? Einen durch und durch auf Leistung und Alltag getrimmten Sportwagen, der die Spreizung von Sport und Komfort sehr überzeugend erlebbar macht. Der seine Motorleistung fast ungefiltert auf den Asphalt legt, wobei die jüngste Fassung der Corvette schon reichlich IT und Elektronik an Bord hat. Die Zeiten, als die Corvette als eine Art mobile Streitaxt unterwegs war, sind vorbei. Spurhalteassistent, Abstandserkennung, Sperrdifferenzial, Traktionskontrolle und so weiter. Dazu spezielle Fahrmodi, die den Zweisitzer auf nahezu jeden Untergrund einstellen plus individuell justierbare Modi, die die Vette fast in einen Maßanzug verwandeln.


Den Alltag in einem 123 Zentimeter hohen, 1,7 Tonnen leichten Zweisitzer erlebt der Mensch meist amüsiert, erfreut und manchmal mal auch verwundert. Vor allem der Blick hinauf zu den Bergen der Automobilität, genannt SUV, sorgt für jede Menge Bodenhaftung. 


Einen Tag in der neuen Corvette. Unser erster Ritt auf dieser amerikanischen Kanonenkugel. Ein paar Momente braucht man zur Orientierung, welcher Schalter für was. Das Innenleben des Hauptmonitors erschließt sich sehr schnell, der Komfort-Modus ist die beste Medizin gegen Fahrfehler, die der Mensch aus purer Neugier begeht. Zu schnell in die Kurve, zu spät oder zu heftig auf´s Bremspedal, zu starkes Einlenken. Alles, was man so macht, wenn die Kräfte des Wagens mit der Kompetenz am Steuer wetteifern. Die Technik greift sauber und schnell ein. Wenn dann der Mensch den Wagen immer besser versteht, ist Sport angesagt und man erlebt den V8 in seiner traditionellen Lebensform. Fast ungestüm, urig und der Pubertät gerade eben erst entwachsen. Mundwinkel kennen nur noch eine Richtung, die Hände spielen Akkordeon mit den Schaltwippen. Rhythmus ist wichtig, Balance und diesen Tick an Sensibilität, die man jedem Sportler ins Futter mischt. Weil diese Corvette neu und klassisch zugleich ist. 


Die technischen Daten (laut Hersteller):


Motor: V8

Hubraum: 6.162 ccm

Leistung: 354 kW / 482 PS bei 6.450 U/min

Drehmoment: 613 Nm bei 4.500 U/min


Antrieb: Hinterradantrieb

Getriebe: 8-Gang Doppelkupplung


Maße: 

Länge: 4.634 mm

Breite: 1.934

Höhe: 1.235 mm

Radstand: 2.722 mm

Leergewicht inkl. Fahrer: 1.730 kg

Tank: 70 l


Fahrleistungen/Verbrauch/Co2:

Top Speed: 296 km/h

0-100 km/h: 3,5 s

Verbrauch (WLTP) kombiniert: 12,1 /100 km

CO2 (WLTP) kombiniert: 277 g/km




Preis in Deutschland ab: 86.900,00 Euro

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