Byton – Der Revolutions-Wagen. Man sieht ihm seine Aufgabe an. Er soll die Neugier wecken, er soll Menschen bewegen und er soll ein Beispiel sein. Der Byton aus China wurde in Las Vegas präsentiert und er gab den Magnet. Erstens, weil er recht attraktiv ist und zweitens, weil er die Neugier weckt.

Foto: Hersteller

Das Ding schaut gut aus. Ein mittelgroßer SUV mit Gesicht und Hintern plus der Aura der Zukunft, der nahen Zukunft. Viele Autos im Konzept-Kleid sahen früher ähnlich aus. Mit dem Touch der Zukunft. Sitze, die niemals das OK der Zulassungsbehörden bekommen. Anbauteile, die man so keinem Controller verkaufen kann, weil sie die Produktionskosten in die Höhe treiben. Ein Beispiel: der I8 von BMW. In der Konzeptphase wurde der Zweisitzer mit transparenten Türen gezeigt. In der Serienvariante sind die durchsichtigen Pforten verschwunden. Der I8 ist auch in der Serien-Fassung ein faszinierendes Auto, aber die Differenz zwischen Konzept und Serie ist deutlich erkennbar.

Byton – Seiner Zeit einen Hauch voraus

Wir haben mit einem Pressesprecher von Byton gesprochen und erfahren, dass der Wagen in Las Vegas zwar noch keine Zulassung hat, aber ohne grosse Änderungen in Serie gehen wird. Vor allem der Monitor im Lenkrad hat uns interessiert. Stichwort: Airbag. Kein Problem, sagt der Sprecher. Ok, das ist interessant, weil wir neugierig sind auf die Reaktion der potenziellen Kundschaft. Der iDrive läßt grüssen.

Die Technik im Byton ist weder revolutionär noch überraschend. Tesla ist und bleibt derzeit Benchmark. 500 Kilometer Reichweite und ein paar Minuten Ladezeit. Dazu mehr Display als in der S-Klasse und das Ambiente einer Lounge, also viel Licht, viel Raum und wenig bis gar keine Nostalgie. Der Byton strahlt nach vorn, auch beim Exterieur. LED plus Licht-Architektur verwandeln den Wagen nach Sonnenuntergang in eine Projektionsfläche.

Der Byton ist auch Labor. Das Kombinat aus ehemaligen BMW-Entwicklern und Chinesen, deren Expertise vermutlich eher in der Kunst des Verkaufens und Handelns liegt, soll den Byton zunächst in China, dann in den USA und Europa angeboten werden. Ende 2019 geht die Reise los. Der Preis: 45.000 und reichlich Connectivity.

Fahrbericht BMW i8

Zahlreiche Kameras, Sensoren und sonstige HiTec-Helferlein sollen den Byton auf die zweithöchste Autonomie-Stufe stellen. Man kann mit dem Wagen sprechen, man kann ihn mit der Fingerspitze konfigurieren und diverse Gesten versteht der SUV auch. Das volle Programm also, abgesehen von Knöpfen, Schaltern und Hebeln. Die muß man lange suchen, links und rechts neben dem Lenkrad-Monitor sitzen ein paar Schalter. Die Sitze wird man wohl auch per Knopf oder Schalter bewegen und die Stellmotoren für die Türscheiben dürften auch per Schalter ein- und ausgeschaltet werden.

Die Innenausstattung erinnert schon leicht an den i3 von BMW. Alles wirkt sehr wertig, sehr sauber verarbeitet und vor allem leicht und luftig. Feudales Gestühl, wuchtige Holz- und Lederbeplankungen wie in einer herkömmlichen würden dem Byton weder gut zu Gesicht stehen, noch seine Message unterstreichen. Und die lautet: „Ich bin kein SUV, ich bin ein SIV“. Was soviel bedeutet wie: „Ich bin clever, schlau, modern und sehr cool“.

Fotos: Hersteller